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IHP

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Im Institut für Mikroelektronik Frankfurt (Oder) arbeiten über 300 Menschen, ein guter Teil davon Wissenschaftler. Jeden Tag forschen sie an innovativen Lösungen für die Luft- und Raumfahrt, die Biotechnologie, die Automibilindustrie oder die Medizin. Finanziert wird das jährlich gut 30 Millionen teure Prestigeprojekt vom Land Brandenburg, dem Bund und aus Fördermitteln der EU.

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Mikroelektronik
5G lässt Maschinen miteinander reden

Eine Vodafone-Mitarbeiterin hält ein 5G-Smartphone in der Hand.
Eine Vodafone-Mitarbeiterin hält ein 5G-Smartphone in der Hand. © Foto: Federico Gambarini/dpa
Ina Matthes / 14.09.2019, 06:00 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Wer braucht eigentlich 5G? Um diese Frage ging es auf einem zweitägigen Kongress der Forschungsfabrik Mikroelektronik am Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik IHP, der am Freitag endete. Die Fabrik ist ein Zusammenschluss von 13 Forschungs-Einrichtungen.

Dieses Netzwerk will letztlich Anwendungslösungen und Technologien für die Industrie bereitstellen. Zum Beispiel im Bereich der neuen Mobilfunkgeneration  5G. Die ist vor allem für die Wirtschaft wichtig, wie Karin Loidl vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in einem Vortrag deutlich machte. In der Industrie seien sehr viele Anwendungen interessant, zum Beispiel für fahrerlose Transportsysteme oder die Kooperation von Robotern und Menschen. Mit Hilfe von 5 G sollen Maschinen untereinander und Werkstücke und Maschinen miteinander drahtlos kommunizieren können – die Maschine bekommt Informationen, welches Werkstück sie wie bearbeiten soll. Für solche automatisierten Produktionsprozesse ist Standorterkennung wichtig. Mit 5G lässt sich beispielsweise der Abstand zwischen Geräten messen. Oder der Weg einer Kiste auf einem Gabelstapler  kann in Echtzeit nachvollzogen werden. "Produktionsprozesse in Fabriken werden immer flexibler, da wird die Positionsbestimmung in Gebäuden immer wichtiger,"  sagt Karin Loidl. Das Fraunhofer IIS entwickelt und  testet solche Standortbestimmung. In etwa drei Jahren, sagt Karin Loidl, werden erste Anwendungen für die Praxis verfügbar sein. Die neue Mobilfunkgeneration kann dabei große Datenmengen schnell und flächendeckend übertragen.

5G ist überdies für autonomes Fahren sowie Sensoren und drahtlose Messtechnik in der Industrie interessant – auch darum ging es in an den beiden Kongresstagen. Das IHP ist seit 2017 Teil dieser Forschungsfabrik. Frankfurter Wissenschaftler sind  unter anderem an vier großen Forschungsprojekten zu 5G beteiligt, von denen das Institut drei koordiniert. In Berlin sollen im Herbst erste Tests des neuen Mobilfunks stattfinden. Damit sollen deutlich höhere Datenmengen mit niedrigerem Energieverbrauch versendet werden können.

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