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IHP

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Im Institut für Mikroelektronik Frankfurt (Oder) arbeiten über 300 Menschen, ein guter Teil davon Wissenschaftler. Jeden Tag forschen sie an innovativen Lösungen für die Luft- und Raumfahrt, die Biotechnologie, die Automibilindustrie oder die Medizin. Finanziert wird das jährlich gut 30 Millionen teure Prestigeprojekt vom Land Brandenburg, dem Bund und aus Fördermitteln der EU.

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Industrie- und Handelskammern
Von der Schulbank in den Reinraum: Brandenburgs beste Azubis

Joost Wartena, Mikrotechnologe am Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP)
Joost Wartena, Mikrotechnologe am Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) © Foto: Patrick Pleul/dpa/ZB
dpa / 17.11.2019, 09:22 Uhr
Frankfurt (Oder) (dpa) Wenn Joost Wartena seine Schicht im Frankfurter Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) beginnt, muss er sich zunächst aufwändig ausstatten.

Über den Polyester-Trainingsanzug zieht er einen staubabweisenden Overall, dazu Haube, Mundschutz, Handschuhe und spezielles Schuhwerk. Erst dann geht es durch Luftschleusen in den hochsensiblen Reinraum, dem Herzstück des IHP. Der frischgebackene Mikrotechnologe bedient dort Anlagen zur Bearbeitung von hochreinen Siliziumscheiben. Mit Hilfe spezieller Verfahren entstehen dort "Schicht für Schicht" Mikrochips, wie der 23-Jährige beschreibt.

Seine eigentlich dreijährige Ausbildung hat der gebürtige Dolgeliner (Märkisch-Oderland) ein halbes Jahr früher, bereits im Februar dieses Jahres beendet. Dass er kürzlich während einer Festveranstaltung als bester Azubi im Bereich der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg ausgezeichnet worden ist, verwundert kaum. Wartena hatte seine Prüfung mit 97 von 100 möglichen Punkten abgeschlossen. "Wir wollen mit unserer jährlichen Bestenehrung den Absolventen zeigen, wie wichtig und exzellent ihre Ergebnisse sind und wir wollen ihnen Mut machen, sich fort- und weiterzubilden, ob zum Meister oder mit einem Studium", erklärt Norma Groß, Sprecherin der IHK Ostbrandenburg.

Auch Jost Wartena stehen diese Karrieretüren offen, sagt Elise Funke, Personalleiterin des IHP. "Berufsbegleitende Qualifizierungen oder ein Studium unterstützen wir finanziell. Und wenn dann unter unseren 340 Mitarbeitern gerade die richtige Stelle frei ist, passt es." Im Moment, sagt Wartena, sei er total glücklich mit seinem aktuellen Job, trotz des anstrengenden Drei-Schicht-Systems. Und auch an den durchgängigen Luftzug im Reinraum, der die Augen trocken blase, sowie an die ständige Geräuschkulisse der Anlagen habe er sich gewöhnt, meint der jungen Mann, der ansonsten nicht viele Worte verliert. Allerdings: So leicht, wie seine Erfolgsgeschichte vermuten lässt, war die Berufsfindung dann doch nicht.

Nach dem Abitur am Gymnasium in Seelow (Märkisch-Oderland) hatte er zunächst ein Studium der Bioinformatik an der Technischen Hochschule (TH) Wildau (Dahme-Spreewald) begonnen. "Informatik interessierte mich schon lange, gekoppelt mit Biologie, denn mein Vater ist Landwirt" begründet Wartena seine Wahl. Nach drei Semestern warf er jedoch das Handtuch. "Das Studieren und das Umfeld lagen mir einfach nicht. Sich das ehrlich einzugestehen, fiel mir allerdings nicht leicht." Auf der Suche nach einer Ausbildung stieß er auf die Ausschreibung des IHP. "Ich habe mich über den Beruf des Mikrotechnologen belesen, der in Brandenburg nur im IHP ausgebildet wird", sagt der Nachwuchs-Fachmann. Von Beginn an hatte er das Gefühl, in seinem Frankfurter Ausbildungsbetrieb willkommen zu sein und auch eine berufliche Perspektive zu haben.

"Wer bei uns erfolgreich seine Lehre beendet, kann zumindest ein Jahr lang weiter im IHP arbeiten. Wir bilden 14 bis 15 Azubis pro Jahr in sieben Berufen aus, darunter Informatiker, Mechatroniker, Mikrotechnologen - weit über unseren Bedarf", berichtet Personalleiterin Funke, die weiß, dass die jungen Fachkräfte auch von anderen Unternehmen in Berlin und Brandenburg gern eingestellt werden. Das IHP suche sich den potenziellen Nachwuchs ganz genau aus, betont Funke, die sich allerdings mehr Interesse junger Frauen wünscht. Das theoretische Rüstzeug lernen die Azubis ihren Angaben nach an einem Oberstufenzentrum in Berlin. Inzwischen gibt es auch eine Kooperation mit der TH Wildau und die Möglichkeit eines dualen Studiums.

"Joost war schon besonders wissbegierig, mit einer schnellen Auffassungsgabe. Und durch seine Lebenserfahrung, war er viel selbständiger, als die Azubis, die sonst zu uns kommen", sagt sein Ausbildungsbegleiter Stephan Hornig. Bei Wartema habe "alles gepasst", so dass er vom IHP sofort übernommen wurde, erzählt sein Vorgesetzter Andreas Trusch. "Er ist in dem Bereich tätig, der auch Thema seiner Abschlussarbeit war und seine Kollegen in der Schicht kennt er schon seit der Ausbildung." So sei er verantwortlich für eine möglichst hohe Ausbeute funktionierender Bauelemente und Schaltungen, die auf den sogenannten Wafern entstehen, erzählt der Fachmann.

Eigentlich hatte das Frankfurter Leibniz-Institut in diesem Jahr zwei ganz besonders leistungsstarke Azubis, neben Wartena auch Joel Rauscher, der allerdings ein duales Maschinenbaustudium absolviert und von daher durch das Besten-Raster der IHK gefallen sei, weiss die Personalchefin. "Er hat in seiner Abschlussprüfung zum Mechatroniker sogar 100 von 100 Punkten geschafft." Rauschers Ausbilder soll schnell erkannt haben: Der kann mehr und ebnete ihm den Weg zum Studium. Zwei Jahre hat der Nachwuchs-Wissenschaftler an der Universität Magdeburg (Sachsen-Anhalt) noch vor sich. Sei Ausbildungsgehalt zahlt in der Zeit das IHP.

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