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IHP

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Im Institut für Mikroelektronik Frankfurt (Oder) arbeiten über 300 Menschen, ein guter Teil davon Wissenschaftler. Jeden Tag forschen sie an innovativen Lösungen für die Luft- und Raumfahrt, die Biotechnologie, die Automibilindustrie oder die Medizin. Finanziert wird das jährlich gut 30 Millionen teure Prestigeprojekt vom Land Brandenburg, dem Bund und aus Fördermitteln der EU.

© Foto: Heinz Köhler

Leibniz-Institut
Amtsübergabe am Institut IHP in Frankfurt

Voller Saal am IHP: Prof. Bernd Tillack (M.) und sein Nachfolger Prof. Gerhard Kahmen (r.). Zur Amtsübergabe war Forschungsministerin Manja Schüle gekommen (l.).
Voller Saal am IHP: Prof. Bernd Tillack (M.) und sein Nachfolger Prof. Gerhard Kahmen (r.). Zur Amtsübergabe war Forschungsministerin Manja Schüle gekommen (l.). © Foto: Michael Benk/MOZ
Ina Matthes / 09.01.2020, 07:00 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Es ist ein nahtloser Übergang: Professor Bernd Tillack übergab am Mittwoch sein Amt an der Spitze des Leibniz-Instituts für innovative Mikroelektronik IHP an seinen Nachfolger Professor Gerhard Kahmen.

Mehr als fünf Jahre hatte der 66-jährige  Frankfurter das IHP als wissenschaftlich-technischer Geschäftsführer geleitet. Insgesamt rund 40 Jahre war er dabei – 1981 kam er nach dem Chemiestudium in Merseburg ans damalige Institut für Halbleiterphysik IHP. Er hat mit Kollegen durch seine Forschung an Silizium und Germanium die Grundlagen  entwickelt für moderne superschnelle Chips am IHP.

Sein Nachfolger Gerhard Kahmen (48) hat Elektrotechnik in Aachen studiert. Kahmen hat unter anderem bei Motorola gearbeitet und zuletzt in leitenden Positionen bei dem Elektronikkonzern  Rohde & Schwarz in München, wo er für die Chipent-wicklung verantwortlich war. Der neue Mann an der IHP-Spitze ist aber nicht neu für das Institut. Seit vielen Jahren arbeitet das IHP mit Rohde & Schwarz zusammen. Gerhard Kahmen kennt es seit 2005 und wurde 2014 Mitglied im wissenschaftlichen Beirat.

"Deutschlandweit einmalig"

Er übernimmt von Bernd Tillack eine Forschungseinrichtung, die "international sichtbar" und "deutschlandweit einmalig" ist, wie Brandenburgs Forschungsministerin Manja Schüle (SPD) bei der Amtseinführung sagte. Für die gebürtige Frankfurterin war es der erste offizielle Auftritt als Ministerin am IHP. Schüle würdigte Bernd Tillack insbesondere als jemanden, der ein "besonderes Gespür für Partnerschaften und Vernetzung habe." Viele Vertreter dieser Partner waren zur Verabschiedung gekommen – aus der Stadt und der Region, von anderen Leibniz- und Fraunhofer-Instituten, von Brandenburger und Berliner und türkischen Universitäten, mit denen das IHP gemeinsame Forschungslabore unterhält. Tillack hat sich besonders für Kontakte nach Japan engagiert und will diese auch weiterhin für das IHP pflegen und ausbauen. Für ihn war die Verabschiedung am Mittwoch ein sichtlich bewegender Moment. Kollegen aus seiner Zeit am Institut würdigten nicht nur seine fachlichen Leistungen, sondern vor allem  die große Menschlichkeit ihres scheidenden Chefs. Dieser dankte seinen Kollegen "für eine tolle Zeit." Tillack ist nicht nur wegen einer spannenden Arbeit, sondern vor allem wegen des kollegialen Klimas, der Teamarbeit am Institut 40 Jahre dort geblieben. Dies sei ein "Standortvorteil".

Gerhard Kahmen will ihn bewahren. Die sehr kooperative, wertschätzende Arbeit sei "ein sehr wertvolles Gut, das wir uns erhalten sollten", sagte Kahmen. Er ist bereits Ende 2019 mit seiner Familie nach Frankfurt (Oder) gezogen "als ein klares Zeichen, dass ich mich zur Stadt bekenne", sagte er. Als IHP-Chef wird vor ihm nun die Aufgabe stehen, die Erweiterung des Reinraumes wie geplant 2020 zu beenden. Die kleine Chipfabrik wächst bei laufendem Betrieb noch einmal um die Hälfte. Das IHP ist auch an einem neuen Forschungsprojekt Elektronik-Mikrosensorik beteiligt, das mit 7,5 Millionen Euro aus dem Programm des Bundes für den Strukturwandel in der Lausitz finanziert wird.

Damit all das gut gelingt, gab es für Gerhard Kahmen am Mittwoch eine Büropflanze, die schon seinem Vorgänger Glück gebracht haben soll: eine Glücks-Kastanie. Bernd Tillack schenkten seine Kollegen  für die Zeit nach den vollen Terminkalendern eine besondere Uhr: Sie besitzt nur einen Zeiger und soll helfen, den Tag auf ruhigere Art zu genießen.

Aus der Geschichte des Instituts

Das IHP wurde 1983 als ein Institut der Akademie der Wissenschaften der DDR gegründet. 1992 erfolgte die Neugründung in Form einer GmbH. Seit 1999 firmiert das IHP als Institut für innovative Mikroelektronik IHP. Es beschäftigt derzeit 315 Mitarbeiter, darunter viele ausländische Beschäftigte. Das IHP finanziert sich aus Geldern des Bundes, Landes und aus Drittmitteln, u. a. für Forschungsprojekte.⇥red

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