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Doppelspitze Dannenberg/Walter könnte Partei in Landtagswahlkampf 2019 führen

Doppelspitze
Linke sortiert Personal neu

Ulrich Thiessen / 26.10.2018, 06:00 Uhr
Potsdam (MOZ) Die brandenburgische Linke muss sich nach dem Rücktritt von Diana Golze als Gesundheitsministerin neu für die Landtagswahl 2019 aufstellen. Alles läuft auf eine Doppelspitze hinaus.

Noch im Frühjahr schien es so, als ob die Linke sich die Diskussion um die Spitzenkandidatur sparen könnte. Damals wurde Diana Golze zusammen mit Anja Mayer zu den beiden neuen Landesvorsitzenden gewählt. Golze galt schon seit ihrer Ernennung als Gesundheitsministerin 2014 als Zukunftsprojekt der Partei. Die Spitzenkandidatur für 2019 lief quasi automatisch auf sie zu. Bis sie dann im Zuge des Lunapharm-Skandals zurücktreten musste und auch für die erste Reihe im Wahlkampf nicht mehr infrage kam.

Also fiel der Blick fast automatisch auf den Barnimer Sebastian Walter. Ihm war zu Beginn der Legislaturperiode so wie auch René Wilke eine beachtliche Karriere vorausgesagt worden. Wilke wurde Oberbürgermeister in Frankfurt/Oder und kann sich dort nicht aus der Verantwortung stehlen. Walter wechselte zur Gewerkschaft und hatte im Frühjahr verkündet, dort bleiben zu wollen statt 2019 für den Landtag zu kandidieren.

Aber die Situation hat sich verändert, und nach Information dieser Zeitung wurde Walter gedrängt, sich für die Spitzenkandidatur zur Verfügung zu stellen. Zusammen mit einer Frau: der bildungspolitischen Sprecherin der Landtagsfraktion Kathrin Dannenberg. Die Lausitzerin war im Zuge des Lunapharm-Skandals als mögliche neue Ministerin gehandelt worden, soll dies aber mit Blick auf ihre thematische Ausrichtung auf die Bildungspolitik abgelehnt haben.

Ursprünglich war auch Landeschefin Anja Mayer als mögliche Spitzenkandidatin im Gespräch. Die gebürtige Bayerin hatte früh erklärt, dass sie nicht in den Landtag strebe. Die Personalfindung für die Spitzenkandidatur wird maßgeblich Mayer zugerechnet. Zuvor hatte sie schon die Golze-Nachfolge eingefädelt und die ehemalige Bundestagsabgeordnete Susanna Karawanskij für den Ministerposten gewonnen. Seitdem gilt Mayer als starke Frau der Partei, die sich auch von den beiden bisherigen Granden, Finanzminister Christian Görke und Fraktionschef Ralf Christoffers, nicht die Butter vom Brot nehmen lässt.

Sollte das Duo Dannenberg/Walter die Spitzenkandidatur übernehmen, würde dies auch einen Generationswechsel in der nächsten Landtagsfraktion bedeuten. Trotzdem setzt die Partei auch weiterhin auf Görke und Christoffers. Wenn die Linke nach der Wahl Sondierungsgespräche führen sollte, ständen beide für Verlässlichkeit und Stabilität, heißt es bei den Linken.

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