Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Partnerland Mecklenburg-Vorpommern zeigt auf der ITB, dass es mehr als Ostsee und Seenplatte zu bieten hat

ITB
Unberührte Natur statt voller Strand

Lädt in das Landesinnere: Günther Hoffmann wirbt auf der Berliner Tourismusmesse für Flussfahrten, die er auf der Peene in der Nähe von Anklam anbietet. Als erstes Bundesland ist Mecklenburg-Vorpommern offizielles Partnerland der ITB.
Lädt in das Landesinnere: Günther Hoffmann wirbt auf der Berliner Tourismusmesse für Flussfahrten, die er auf der Peene in der Nähe von Anklam anbietet. Als erstes Bundesland ist Mecklenburg-Vorpommern offizielles Partnerland der ITB. © Foto: MOZ/Maria Neuendorff
Maria Neuendorff / 09.03.2018, 09:00 Uhr
Berlin (MOZ) „Endlich Ruhe“: Mit diesem Slogan wirbt Mecklenburg-Vorpommern auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin um neue Besucher. Doch im Sommer sind Ostseebäder überfüllt, die Ferienhäuser an der Seenplatte ausgebucht. Auf der Suche nach dem Geheimtipp.

Auf der ITB spielen normalerweise ferne exotische  Länder die Hauptrolle. In diesem Jahr weisen gestreifte Strandkörbe den Weg in das Paradies. Das liegt quasi um die Ecke. Mecklenburg-Vorpommern, das diesjährige offizielle Partnerland der weltgrößten Reisemesse, ist nur wenige Autostunden von Berlin entfernt. Doch ist das Grund genug, sich im Sommer in überlaufenen Ostseebädern am Strand zu drängeln?

Wer wirklich Ruhe und Entspannung sucht, der muss auch auf der ITB etwas genauer schauen. Zwischen Bildern vom Rügener Kreidefelsen und dem Ozeaneum in Stralsund wirbt Josephine Bock für das Stettiner Haff an der Grenze zu Polen. „Das ist eine unheimlich schöne Region mit kleineren Seebädern, die kaum einer kennt“, berichtet die Tourismusmanagerin aus Vorpommern. Für völlig unterschätzt hält sie auch den Greifswalder Bodden. „Dort schaut man zwar nicht auf das offene Meer, dafür sind die Strände kinderfreundlich flach und nicht so voll.“ Dazu könne man idyllische Fischerdörfer und malerische Kiefernwälder entdecken.

Die faszinierten schon Caspar David Friedrich, der vor 200 Jahren seine Hochzeitsreise in den Norden machte. Wanderer können sich auf einem neuen Romantik-Radweg auf Spurensuche  begeben. „Gerade für Kultur-Interessierte hat das Hinterland einiges zu bieten“, findet Josephine Bock.

Ob Küste oder Hinterland, Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern hat immer etwas mit Wasser zu tun. Leicht versteckt in der Sonderhalle 4.1 haben Anbieter aus dem Peenetal ein Solarboot aufgestellt. Die Peene zwischen Usedom und Kummerower See wird auch „Amazonas des Nordens“ genannt. „Der Naturpark drumherum ist mit 200 Quadratkilometern das größte zusammenhängende Niedermoorgebiet Mitteleuropas“, schwärmt  Günther Hoffmann von „Abenteuer Flusslandschaft“. Die Natur sei so ursprünglich, weil es an dem Fluss keine menschlichen Eingriffe gegeben habe. Statt Brücken, künstlicher Uferwegen und Schleusen gibt es Moore, Wälder, Feuchtwiesen. „Jede Flusskrümmung bietet einen anderen Ausblick“, berichtet der Naturführer. Am schönsten seien die Sonnenaufgangs-Touren mit dem geräuschlosen Solarboot.  „Oben sieht man Adler fliegen, unten die Biber schwimmen. Da muss ich gar nichts mehr sagen, da erzählt der Fluss seine eigene Geschichte.“

Übernachten kann man im Peenetal in preiswerten Ferienwohnungen, aber auch in luxuriösen Gutshäusern. Die Quartiere sind in der Sommersaison zwar auch gut gebucht. „Aber wir mussten noch keinen nach Hause schicken“, so Hoffmann. Ab kommendem Winter will der 60-Jährige auch Tagestouren für Berliner und Brandenburger anbieten, die er vom Zug in Anklam abholt.

Mehr Winterurlauber will auch Rostock werben. Im jüngst prämierten Zoo wird im September das neue Polarium für Eisbären und Pinguine eröffnet. Neben Wellnessangeboten sollen Veranstaltungen wie Warnemünder Wintervergnügen mit Pferderennen, Lagerfeuer und Wintertaverne die Urlauber auch in der Nebensaison in den Norden locken. Das Warnemünder Neujahrsleuchten am 1. Januar gilt dagegen jetzt schon als das größte Neujahrsevent Europas überhaupt.

Internationale Tourismusbörse

Die Internationale Tourismusbörse (ITB) in den Charlottenburger Messehallen geht noch bis Sonntag. Am Wochenende steht sie auch Privatbesuchern offen. Geöffnet ist jeweils von 10 bis 18 Uhr. Das normale Tagesticket kostet 15 Euro.

Auf der Messe sind rund 10 000 Tourismus-Unternehmen aus 186 Ländern und Regionen vertreten. Gut 80 Prozent der Aussteller kommen aus dem Ausland. Dabei sind auch etwas makaber anmutende Reiseziele wie zum Beispiel die Sperrzone rund um das ukrainische Atomkraftwerk Tschernobyl, dem Schauplatz der Reaktorkatastrophe von 1986. Auf der ITB kann man sich mit Fotos, Filmen und einer per Computer simulierten Welt in die Umgebung des Meilers und der Geisterstadt Prypjat begeben, in der sich nach vielen Jahren Totalquarantäne eine einmalige Fauna und Flora entwickelt hat.

Umsonst auf die ITB können fünf Leser dieser Zeitung, die sich an unserem Gewinnspiel am Mittwoch beteiligt haben. Gewonnen haben jeweils zwei Freikarten: Siegfried Freyer aus Beeskow, Karina Gust aus Zehdenick, Petra Herlitschke aus Hohen Neuendorf, Michael Schulz aus Eisenhüttenstadt und Andreas Biedermann aus Schöneberg.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG