Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Frankfurter Schüler-Forscherin
Kinder sind schlauer als Hunde

Lisa Mahlke / 27.02.2020, 06:00 Uhr - Aktualisiert 27.02.2020, 07:44
Frankfurt (Oder) (MOZ) Sabrina Cecilia Godfrey vom Gauß-Gymnasium Frankfurt hat die Intelligenz von Hunden und Kleinkindern verglichen.

Hunde sind so schlau wie Kleinkinder. Diesen Satz habe jeder schon mal gehört, sagt Sabrina Cecilia Godfrey. Darüber, ob Intelligenz überhaupt messbar ist, werde zwar gestritten. Die Frankfurter Zwölftklässlerin hat sich mithilfe eines Intelligenztests trotzdem angeschaut, wer besser abschneidet. Am Donnerstag stellt sie ihr Projekt in Wildau beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht" vor.

Zehn Hunden und zehn zwei- bis dreijährigen Kitakindern aus ihrer Heimatstadt Bad Saarow hat die Schülerin des Gauß-Gymnasiums Aufgaben gegeben. "Man kann damit Aussagen zur Problemlösefähigkeit machen", erklärt sie. Sie vergab beispielsweise Punkte dafür, wie schnell Leckerli, Spielzeug oder Süßigkeit unter einem Becher hervorgeholt wurden. Ihr Fazit: "Hunde sind nicht so intelligent wie Kleinkinder." Gerade bei den komplizierteren Aufgaben schnitten sie schlechter ab.

Zum Beispiel, wenn die 18-Jährige die Belohnung an "unerreichbaren Stellen" platzierte: in einer Ritze, an einer höher gelegenen Stelle oder in der Spitze eines Kegels. Drei Punkte waren zu erreichen, die Kinder hatten im Schnitt 2,8; waren in allen Versuchen deutlich besser. Der Abstand zu den Hunden betrug 0,4 bis 0,8 Punkte, bei den schwereren Aufgaben erreichten die Tiere teilweise nur 1,5 Punkte. Manchmal brauchten sie über eine Minute für die Aufgabe.

Zwei Spezies zu vergleichen, könne zwar problematisch sein, räumt sie ein. Aber der Vergleich zwischen Hund und Kind werde oft gemacht. Der kanadische Psychologe Stanley Coren etwa sei der Meinung, Hunde sind so schlau wie Kleinkinder. Er hat auch Intelligenztests mit verschiedenen Hunderassen durchgeführt und kam zu dem Ergebnis, dass zum Beispiel Border Collies am schlausten sind, während Bulldoggen und Windhunde weniger gut abschnitten.

Auf Platz 18 ist die Rasse Flat Coated Retriever. Ein solcher Hund gehört seit zehn Jahren zu Sabrina Cecilia Godfreys Familie. Hündin Delia war auch Teil des Intelligenztests. "Sie hat das sehr gut gemacht. Wenn es Leckerli gibt, ist sie immer voll dabei." Die Schülerin testete eine Bandbreite von Hunderassen: Labradore, Berner Sennenhunde, Mischlinge. Die Hunde seien sehr aufgeregt gewesen, die Kinder nur anfangs zurückhaltend.

Die Arbeit der 18-Jährigen entstand im Seminarkurs der Biologielehrerin Anja Reschke. Zwei Jahre lang behandelten die Schüler in dem Kurs, der aufs Studium vorbereiten soll, das Thema Verhaltensbiologie, übten wissenschaftliches Schreiben, quantitative und qualitative Methoden, suchten passende Themen.

Eine 1+ im Seminarkurs

Andere Schüler untersuchten etwa Motivation im Sport, das Verhalten in der Pubertät den Eltern gegenüber oder die Auswirkung von Hunger auf die Risikobereitschaft. "Die Schüler mussten beachten, nicht an sich selbst zu forschen und keinen zu gefährden", sagt Anja Reschke. Sabrina habe das gut gelöst: Bei einem Versuch bekamen Hunde und Kinder eine Decke über den Kopf – hatten die Kinder Angst, mussten sie das nicht machen.

Im Seminarkurs gab es eine 1+ für die Schülerin – große Gewinnchancen bei Jugend forscht malt sie sich aber nicht aus. "Mitmachen ist alles." Sie ist sich bewusst darüber, dass mehr Kinder und mehr Hunde zu genaueren Ergebnissen führen und man bei längeren Untersuchungen Aspekte wie die Lernfähigkeit beobachten könnte. Eine Biologie-Bachelorarbeit, schlägt Anja Reschke vor, könnte das behandeln. Aber ihre Schülerin will es dabei belassen. Auch ist sie noch nicht sicher, was sie studieren will. Erst einmal steht für die Bad Saarowerin jetzt das Abitur an.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG