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Jung-Biologin
Annalena Bolenz aus Friedland forscht zur Vogel-Fütterung

Die Friedländerin Annalena Bolenz lernt am Beeskower Rouanet-Gymnasium und nimmt zum dritten Mal im Fach Biologie am Regionalausscheid Brandenburg von "Jugend forscht" teil. Diesmal mit dem Projekt: "Variationen für die Vogel-Winterfütterung".
Die Friedländerin Annalena Bolenz lernt am Beeskower Rouanet-Gymnasium und nimmt zum dritten Mal im Fach Biologie am Regionalausscheid Brandenburg von "Jugend forscht" teil. Diesmal mit dem Projekt: "Variationen für die Vogel-Winterfütterung". © Foto: Peggy Lohse
Peggy Lohse / 27.02.2020, 19:00 Uhr - Aktualisiert 28.02.2020, 10:59
Beeskow (MOZ) Eigentlich ist sie ja lieber junge, freiwillige Feuerwehrfrau, aber ihr Interesse an Natur und Umwelt sowie ihr Forschungsdrang lassen die 14-jährige Annalena Bolenz dennoch schon zum dritten Mal mit einer selbst erarbeiteten Garten-Studie bei dem Nachwuchswissenschaftler-Wettbewerb "Jugend forscht" antreten. Heute hat die Achtklässlerin des Rouanet-Gymansiums wieder als einzige Teilnehmerin aus Beeskow der Jury des Regionalwettbewerbs Brandenburg Ost in Wildau in der Juniorensparte "Schüler experimentieren" ihr neues Forschungsprojekt vorgestellt: Es heißt "Variationen für die Vögel-Winterfütterung".

Spätes Vogel-Mittag

Im Dezember, der Hochsaison des Vogelfütterns, hat sie in zwei Versuchsreihen ausprobiert, welche Nahrung bei den fliegenden Tieren am beliebtesten ist. An zehn Tagen setzte sie immer um 16 Uhr ihren Gartengästen in Friedland vier identische Schalen mit jeweils 100 Gramm unterschiedlichen Körnerfutters vor. Eine Fotofallen-Kamera, die auf Wärme reagiert, zeichnete die Fressbesucher auf. Es kamen vor allem Sperlinge, Grünfinken und Meisen. Nach 24 Stunden wog sie, aus welcher Schale am meisten gefressen wurde: gestreifte Sonnenblumenkerne mit Hirse und Hafer beziehungsweise ohne, frische oder alte schwarze Kerne.

Das erarbeitete Diagramm zeigt: Am ersten Tag war die neue Futterstelle noch unbekannt, es wurde wenig gefressen. Aber schon ab dem zweiten Tag kamen die Vögel zahlreich. Besonders die frischen, gestreiften Sonnenblumenkerne waren schnell verputzt. An Regentagen kamen weniger Vögel. Die lauen Dezembertemperaturen zwischen drei und elf Grad schlugen sich nicht durch Unterschiede nieder. "Der größte Ansturm", erläutert die Jung-Forscherin, "kam immer zwischen 13.30 Uhr und 14 Uhr. Das zeigen die Kamerabilder."

In ihrem zweiten Versuch setzte sie den Vögeln an vier Tagen verschiedene hängende Futterangebote an einem eigens gefertigten Holzrahmen vor. "Bei den Meisenknödel ist es wichtig", betont Annalena Bolenz, "dass sie in einem runden Metallgestell hängen. Die Vögel können sich da besser festhalten. Und es wird kein unnötiger Plastikmüll mit den Netzen produziert."

Bei dem zweiten Versuch erhielt sie das Ergebnis: "Besonders die Erdnüsse in Zaunnähe waren sehr gefragt." Ihre Hypothese dazu: Die Vögel bevorzugen fett- und energiereiche Nahrung. Besonders im Winter.

Drei Jahre Garten-Forschung

2018 hat die damals zwölfjährige Friedländer Grundschülerin erstmals ein Projekt für "Jugend forscht" vorbereitet: "Der Kreislauf des Lebens" beschäftigte sich in seinem ersten Teil mit dem Leben und den kulinarischen Bedürfnissen der Fledermäuse. Damals hatte ihre Familie gerade einen neuen Garten an ihrem Haus in Friedland angelegt, der seitdem – zusammen mit den Gärten der Großväter in Friedland und Beeskow – zu Bolenz‘ Experimentierfeldern wurde.

Im folgenden Jahr setzte sie den "Kreislauf" mit einer neuen Methode fort. Sie fotoprotokollierte, welche Pflanzen am meisten Insekten anlockten. Die dann wiederum Vögeln und Fledermäusen als Nahrungsgrundlage dienten. Pfefferminze, Lavendel und eine Kräuterspirale waren nach Bolenz‘ Studien am begehrtesten. Das aktuelle Projekt ist insofern eine Fortsetzung, dass es auch den wegen des Artensterbens der Insekten drohenden Hungertod größerer Tiere verhindern will. Von Anfang an unterstützten Annalena dabei ihre Mutter Manuela Bolenz und ihr Biologielehrer Heiko Miethe.

Ihr Fazit: Die Fütterung der Vögel ist wichtig, besonders im Winter mit energiereicher Nahrung. "Jeder kann aber selbst ausprobieren, was den Vögeln schmeckt", sagt sie. "Vögel sind da wie Menschen." Auch die ganzjährige Fütterung halten sie und ihre naturverbundene und tierliebe Familie – ihre Mutter ist beim Beeskower Kreisverband des Naturschutzbundes aktiv und hat eine Familienmitgliedschaft abgeschlossen – mit Hunden, Kater, Fischen und einer Eidechse als Haustiere für sehr sinnvoll. Auch mehrere Wassertränken kämen gut an.

Denn Vögel fänden immer weniger Futter: "Gärten werden oft mit exotischen Pflanzen mit großen Blüten geschmückt", erklärt Annalena Bolenz. Insekten und Vögel bräuchten aber einheimische Arten. "Wir haben im Garten eine Wildblumenwiese angelegt. Die ist beliebt bei vielen Insekten."

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