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Kultur
Wuschelkopf mit Potenzial

Gabriele Rataj / 16.01.2020, 22:41 Uhr - Aktualisiert 19.01.2020, 11:11
Altlandsberg (MOZ) Er hat vor knapp zwei Jahren vor dem zweiten Sommerkonzert des Freundeskreises Stadtkirche Altlandsberg am Flügel in der Schlosskirche Altlandsberg eine kleine Kostprobe seiner großen Leidenschaft gegeben. Da erstaunte er als Vierjähriger das Pub­likum. Als Fünfjähriger überraschte der kleine Wuschelkopf unter anderem bei verschiedenen Gelegenheiten Staatssekretär Martin Gorholt oder Brandenburgs damaligen Finanzminister Christian Görke.

Das sind beileibe nicht die einzigen Beispiele für begeisternde Vorspiele eines Jungen, der offenbar eine besondere musikalische Begabung in die Wiege gelegt bekommen hat. Maddox Marsollek gehört zu den 803 Instrumentalisten, die für den brandenburgischen Regional-Wettbewerb von "Jugend musiziert", dem größten deutschen Nachwuchs-Wettbewerb, angemeldet worden sind.

In Prenzlau, beim Ausscheid Nord/Ost, dürfte Maddox, der im Dezember gerade seinen sechsten Geburtstag gefeiert hat, wohl zu den Jüngsten gehören, wenn nicht gar der Jüngste sein. In der Vorwoche darf er wie jeden Mittwoch in der Schlosskirche am Flügel üben. Vor nicht ganz leeren Reihen, denn stets ist die Familie dabei.

Immer schon habe der Junge zu Hause ans Klavier gewollt, erzählt Simone Marsollek, die Mutter. Warum habe man ihn daran hindern sollen? Und wenn es ums Musikhören geht, dann seien bei Maddox genauso wie bei seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Miles Klassik-Radio oder Klassik-CD angesagt.

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Allerdings sei es alles andere als einfach gewesen, jemanden zu finden, der die Begeisterung von Maddox fürs Piano und dessen offenbar außergewöhnliches Talent behutsam in die Hände nimmt, berichten Simone und Hardy Marsollek. Keiner der Angefragten habe sich so recht getraut, nachdem sie kleine Proben von dessen Können gehört hätten, sagen die Eltern.

Nach mehreren Zwischenstationen ist es jetzt die Pianistin Elisaveta Blumina, die ihn in Berlin unter ihre Fittiche genommen hat. Dass Maddox inzwischen beim 11. Bach-Wettbewerb für junge Pianisten im Oktober 2019 in Köthen den Förderpreis in der Altersgruppe 1 mit 23 von 25 Punkten geholt hat, zählt wohl zu den Ergebnissen ihres Unterrichts.

Auch Toben gehört dazu

Dabei verfügen die Eltern keineswegs über besondere musikalische Talente, geben die beiden unumwunden zu. Erst bei den Urgroßeltern werde man da fündig. "Meine Oma hat Klavier und Saxophon gespielt. Opa war so eine Art Musik-Clown und beherrschte allerhand Instrumente", gibt Hardy Marsollek in die Familiengeschichte Einblick. Die Uroma, jetzt 98, sei so glücklich, dass mit den Urenkeln so viel Musikalität in die Familie zurückgekehrt sei.

Wenn es auch manchem scheinen mag, dass Maddox mit seinem Talent am Klavier, den Unterrichtsstunden bei der Lehrerin in Berlin, Auftritten bei Wettbewerben und anderen Gelegenheiten ein Stück Kindheit verloren geht, ausgelassenes Toben gehört für Maddox und Miles genauso dazu. Da gehe es schon mal wild durchs ganze Haus, erzählen die Eltern. Doch schon kurz danach drängele Maddox bereits wieder, dass er ans Klavier wolle.

Es bedürfe viel Feingefühls und Aufmerksamkeit, um die Balance zwischen Kind-Sein, Musizieren, Familie und Beruf zu halten, wissen Marsolleks, die inzwischen ihr Leben auf die außerordentlich musikalischen Söhne ausgerichtet haben. Und dass das ganz gewiss in der nahen Zukunft nicht einfacher wird.

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