Ein kleiner roter Punkt. Fast 50 Meter ist er gesegelt! Mit seinen Skiern in der Hand stapft der Elfjährige zurück, klettert die Treppen zur 60-Meter-Schanze hoch, setzt die Brille auf und wartet auf ein Zeichen seines Trainers. "Viel Glück", wünscht er noch Merlin (14), der nach ihm dran ist. Dann stürzt er sich wieder in die Tiefe. Max trainiert Skispringen.
Was für ein Gefühl ist es, so hoch oben zu stehen, wo der Wind pfeift, und runter zu gucken? "Ein cooles Gefühl", sagt Max und grinst. "Auf der großen Schanze ist man länger in der Luft. Und wenn der Wind dich hochhebt, dann ist es fast wie Fliegen."
Max ist nicht nur ziemlich mutig. Er ist auch sehr gut in seinem Sport. Im Moment sogar in seiner Altersklasse der beste Springer in ganz Deutschland; allerdings mitten im Wettbewerb. Der Milka Schülercup des Deutschen Skiverbands geht über drei Wettkämpfe und wer den tatsächlich gewinnt, entscheidet sich erst am nächsten Wochenende in Johanngeorgenstadt (Sachsen).
Schnee ist übrigens nicht nötig fürs Skispringen. Die Schanze wird dann mit Matten belegt (die angefeuchtet werden, damit die Skier rutschen) und Anlauf nimmt man in einer Spur aus Keramik. "Ohne ist es sogar einfacher", erklärt der Trainer von Max, Stefan Wiedmann. "Im Schnee muss man mehr aufpassen, dass die Skier nicht verkanten."
Da Wettbewerbe meist auf Schnee stattfinden, trainieren Max und die anderen vom Wintersportverein Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland) das regelmäßig. Sie fahren dafür in den Schwarzwald oder ins Erzgebirge, weil zu Hause oft nicht genug Schnee fällt. Überhaupt, ist Brandenburg ja nicht gerade bekannt für Wintersport. Wenig Schnee, kaum Berge. Wenn Max bei den Wettbewerben auftaucht, kennt Bad Freienwalde fast keiner. "Aber das ändert sich langsam", erzählt sein Papa stolz.
In der Umgebung gibt es sonst keine professionelle Sprungschanze; deswegen kommen auch Kinder extra aus Berlin, um zu trainieren. Die jüngsten im Team sind fünf Jahre alt.
Trainiert wird mit moderner Technik - Stefan Wiedmann filmt jeden Sprung und analysiert mit einem speziellen Programm, woran noch gefeilt werden kann.
Max hat erst vor knapp drei Jahren angefangen. Er trainiert vier bis fünf Mal pro Woche, nicht nur auf der Schanze, sondern auch in der Turnhalle, macht Gymnastik, joggt und fährt Inliner. Irgendwann, so der Plan, wird er wohl auf ein Sportinternat wechseln.
Wenn er noch Zeit übrig hat, spielt er Schlagzeug. Und während der Olympischen Spiele wird er öfter vor dem Fernseher sitzen und Profi Andreas Wellinger die Daumen drücken.

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