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Gesundheit
Euro-Standards für Słubicer Klinik

Nancy Waldmann / 20.11.2019, 06:15 Uhr
Slubice (MOZ) Eine neue Notaufnahme, die von zwei Rettungswagen gleichzeitig angefahren werden kann, ein Hubschrauberlandeplatz, eine neue Geburtsstation, zwei neue Operationssäle und ein zu Sterilisationszwecken ausgebautes Kellergeschoss – "supermodern" ist die Vokabel, die die Słubicer Krankenhausleitung im Zusammenhang mit dem Ausbau und der Modernisierung des eigenen Hauses benutzt. "Es ist der erste und wichtigste Schritt, um unsere Krankenhausausstattung auf ein europäisches Niveau zu heben." Die Pläne sind nicht neu, aber Kaczmarek, der seit knapp einem Jahr die Geschäfte in dem Haus übernommen hat, hat sie in Form gebracht. Ein Bauauftrag ist vergeben. Noch in diesem Monat sollen erste Arbeiten beginnen.

Gebaut werden muss etappenweise, denn die Finanzierung des Projekts steht noch nicht komplett. Von den 15,8 Millionen Złoty (rund 3,7 Millionen Euro), die die Investition kosten insgesamt kosten soll, sind gerade einmal 8,5 Millionen Złoty gesichert. Sie kommen vom polnischen Gesundheitsministerium sowie von der Europäischen Union. "Den Rest müssen wir mit Eigenmitteln stemmen", sagt Kaczmarek auf Nachfrage am Telefon. Mit Eigenmitteln ist es jedoch schwierig. Das Haus ist ein Eigenbetrieb des chronisch klammen Landkreises Słubice. Lukasz Kaczmarek hat daher die fünf Kreisgemeinden Górzyca, Rzepin, Cybinka, Osno Lubuskie und Słubice um finanzielle Hilfe bei einem der größten Vorhaben in der Region gebeten. In den nächsten Wochen, wenn die Gemeinden ihre Haushalte für das kommende Jahr verabschieden, wisse man mehr. "Vielleicht müssen wir auch einen Kredit bei der Bank aufnehmen", sagt Kaczmarek.

Gebaut wird jetzt erst einmal der Anbau mit der neuen Notaufnahme sowie einer von zwei geplanten Operationssälen für Notfall-OPs im zweiten Stock. Bis März 2021 soll alles fertig sein. Die neuen Kellerräume für Sterilisierung sowie die neue Geburtsstation im ersten Stock des Anbaus will der Geschäftsführer im nächsten Schritt ausbauen. Dafür will Kaczmarek weitere EU-Fördermittel beantragen, sein Partner ist der Frankfurter Verein für deutsch-polnische Zusammenarbeit im Gesundheitswesen, hinter dem das private Gesundheitszentrum "Brandmed" in Słubice steht.

Markendorf nicht vergleichbar

Kaczmarek sieht in dem Ausbau auch eine Chance, um Partnern westlich der Oder etwas anbieten zu können. "Bei Bedarf können unsere Nachbarn in Deutschland die Ressourcen unserer Klinik sowie unseren künftigen Hubschrauberlandeplatz nutzen." Etwa dann, wenn ein in Deutschland Versicherter einen Unfall in Polen habe und das Słubicer Krankenhaus näher sei, erklärt er. Wie realistisch ist die Nutzung der Słubicer Ressourcen durch Frankfurter Akteure?

Das Markendorfer Klinikum verweist bei der Anfrage an das Amt für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen. Dort begrüßt man die Modernisierungsmaßnahmen am Krankenhaus Słubice, "weil dadurch die medizinische Versorgung in unserer polnischen Nachbarschaft an wichtiger Stelle eine Verbesserung erfährt", teilt die Pressestelle der Stadt mit. "Für die Frankfurter Notfallrettung stellen jedoch sowohl die Słubicer Notfallaufnahme als auch der Hubschrauberlandeplatz keine Option dar. Das Krankenhaus Słubice ist mit dem Klinikum Frankfurt in Fragen der Leistungsfähigkeit und des Leistungsangebotes nicht vergleichbar." Wünschenswert sei anderes: Zum Beispiel nachzudenken über die Stationierung eines "grenzüberschreitend" handelnden Rettungshubschraubers am Klinikum Markendorf, heißt es aus dem Amt für Katastrophenschutz.

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