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Gesundheit
Beeskow wirbt um junge Mediziner

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Symbolfoto © Foto: pixabay
Jörg Kühl / 20.11.2019, 23:00 Uhr
Beeskow (MOZ) Auf Initiative des Beeskower Allgemeinmediziners Daniel Karaa und des Chefarztes Innere Medizin am Krankenhaus Beeskow, Horst Richter, ist im "Mittelbereich Beeskow" ein Weiterbildungs-Netzwerk für Ärzte ins Leben gerufen worden. Ziel ist laut Karaa, der in Beeskow den Qualitätszirkel "Ärztestammtisch" leitet, examinierte Ärzte für ihre Facharzt-Ausbildung in den Richtungen Allgemeinmedizin und Innere Medizin/Hausarzt in die Region zu locken. Die angehenden Fachärzte werden, so der Plan, die teilnehmenden Praxen entlasten: "In Rücksprache mit dem niedergelassenen Arzt halten sie Sprechstunden ab, verschreiben Medikamente und absolvieren Hausbesuche", so der Leiter des Ambulatoriums Beeskow. Kooperationspartner im stationären Bereich sind demnach das Krankenhaus Beeskow, das Helios-Klinikum Bad Saarow, das Krankenhaus Eisenhüttenstadt und das Klinikum Markendorf. Als ambulante Partner seien die Hausarztpraxen Karaa und Schaper, der Briesener Arzt Karl-Jörn von Stünzner sowie die Beeskower Kinderärztin Janine Dribbisch mit im Boot. Das Netzwerk soll bereits im kommenden Jahr seine Arbeit aufnehmen.

Außerdem sind einige Praxen in der Region als "Lehrarztpraxen der Charité für Allgemeinmedizin" zertifiziert. Dazu zählt auch das Ambulatorium Beeskow. Studenten absolvieren hier ihre Blockpraktika. "Die Stadtverwaltung Beeskow kümmert sich um Übernachtungsmöglichkeiten für die Studenten, eine sehr gute Zusammenarbeit", lobt Karaa. Er hofft, dass die Studenten auf diese Weise das Arztleben auf dem Lande kennen- und schätzen lernen. Die Stipendien für angehende Mediziner, die das Land Brandenburg sowie die Kreise Oder-Spree und Dahme-Spreewald aufgelegt haben, hält Karaa für "ein gutes Instrument", um dem Ärztemangel zu begegnen.

Im "Mittelbereich Beeskow", einem von der Kassenärztlichen Vereinigung definierten Versorgungsgebiet, sind im Lauf des aktuellen Jahres bereits drei Allgemeinmediziner aus verschiedenen Gründen weggefallen: Den Anfang machte in Beeskow Riccardo Felgendreher, einst Arzt im Ambulatorium. Ramona Löwe in Lieberose und Sigrid Krüger in Friedland sind im Jahresverlauf in den Ruhestand getreten. Am 30. April kommenden Jahres wird Monika Drewke in den Ruhestand wechseln. Sie sei optimistisch, bis dahin eine Nachfolgerin für ihre Praxis zu finden, so die Friedländer Allgemeinmedizinerin.

"Drohend unterversorgt"

Ungeachtet dessen gibt es für Friedland, das bereits jetzt als "drohend unterversorgt" eingestuft ist, vom Kreis Oder-Spree aus Überlegungen, wie dem Ärztemangel zu begegnen sei. Angedacht ist, dass der Kreis eine Praxis für zwei Allgemeinmediziner in Friedland baut. In das neue Gebäude sollen der Friedländer Allgemeinmediziner Sven Schaper und ein weiterer Arzt, der bislang noch nicht benannt ist, einziehen. Der Finanzbeigeordnete Michael Buhrke erklärte, dass der Kreis ein Grundstück für die neue Praxis in Aussicht habe und kaufen werde. Der "Mittelbereich Beeskow" der der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg mit der zentral gelegenen Kreisstadt reicht nördlich bis in die Gemeinde Rietz-Neuendorf. Der Bereich wird westlich vom Scharmützelsee und östlich vom Schlaubetal begrenzt. Südlich reicht der Versorgungsbereich bis Lieberose und umliegende Gemeinden.

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