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Interview mit René Wilke
Frankfurter OB: Gute Radwege zahlen sich aus

Ein leidenschaftlicher Radfahrer: Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke
Ein leidenschaftlicher Radfahrer: Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke © Foto: Lisa Mahlke
Lisa Mahlke / 11.08.2018, 12:00 Uhr - Aktualisiert 13.08.2018, 14:52
Frankfurt (Oder) (MOZ) Den Frankfurter Oberbürgermeister René Wilke sieht man immer wieder auf einem seiner Rennräder durch die Oderstadt flitzen. Lisa Mahlke fragte ihn nach der Situation für Radler in der Stadt.

Herr Wilke, in Frankfurt sind Sie oft mit dem Fahrrad unterwegs. Warum legen Sie darauf Wert?

Weil ich leidenschaftlich gerne Fahrrad fahre und mir das gut tut. Natürlich auch, um mich fit zu halten. Ich fahre jetzt als Oberbürgermeister nicht mehr so viel wie vorher. Ich habe viele Termine außerhalb der Stadt und oft einen engen Zeitplan. Trotzdem fahre ich mehrmals die Woche mit dem Rad zu Terminen. Gerade in der Innenstadt ist alles gut erreichbar.

Haben Sie auch schon schlechte Erfahrungen gemacht? Schließlich ist die Diebstahlrate in Frankfurt sehr hoch.

Auch mir wurden schon Fahrräder geklaut. In Frankfurt muss man Prävention ernst nehmen, und man braucht ein gutes Schloss.

Und was wird für Frankfurter und Gäste der Stadt getan, um die Sicherheit zu erhöhen?

Es gibt eine enge Kooperation zwischen Ordnungskräften und Polizei sowie Präventionsmaßnahmen wie die Fahrradcodierung. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Diebstähle weniger geworden sind – natürlich immer noch überdurchschnittlich im Vergleich, aber es gibt keine Steigerungsrate.

Warum gibt es am Bahnhof keine Fahrradboxen, die würden Diebstähle doch sicher verhindern?

Es gibt Boxen an der Oderpromenade. Da stellt sich sicher die Frage, ob das der einzige Standort bleiben muss. Würde es am Bahnhof welche geben, könnten dort vielleicht acht bis zehn Räder eingeschlossen werden. Aber bei dem Bedarf wäre das nicht die Lösung für alle Räder.  Wir werden das evaluieren, um aktuelle Zahlen zu bekommen, wie stark die Boxen an der Oder genutzt werden. Der Bahnhof wäre zwar prädestiniert für diese Boxen, aber Priorität hatten erst einmal der Oder-Neiße-Radweg und das touristische Radfahren.

Was spricht aus Ihrer Sicht außerdem für das Fahrradfahren?

Radfahren schont nicht nur die Umwelt und hält fit. Radfahren ist auch ein Wirtschaftsfaktor. Über den Radtourismus kommen Einnahmen in die Stadt. Die Beliebtheit und Nutzung des Oder-Neiße-Radwegs steigt seit Jahren an. Und Städte mit hohem Radverkehrsanteil sparen nachweislich Kosten in Größenordnungen beim Erhalt und Ausbau der Infrastruktur.

Was müsste hier verbessert werden, damit mehr Menschen das Fahrrad nutzen?

Es wurden bereits Markierungen auf die Fahrbahn gebracht, die zwar umstritten sind, aber die einen Anteil der Straße dem Radverkehr zur Verfügung stellen. Manche Einbahnstraßen dürfen von Radfahrern in beide Richtungen befahren werden. Aber das ist noch lange nicht genug. Wir haben noch nicht die Mittel, die wir gerne einsetzen würden. Manche sagen, es braucht zuerst mehr Radfahrer, bevor es sich lohnt, in die Infrastruktur zu investieren. Aber es hat sich gezeigt, dass die Radfahrerzahlen rasant gestiegen sind, je besser die Radinfrastruktur war. Kürzlich gab es einen Termin mit der AG Radverkehr. Gemeinsam begutachten wir Problempunkte und verabreden Lösungen. Mit unserem neuen Dezernenten Jörg Gleisenstein gibt es auch einen neuen Radverkehrsbeauftragen in der Verwaltungsspitze.

Jeden letzten Freitag im Monat treffen sich weltweit Radfahrer, um auf sich aufmerksam zu machen. Kürzlich haben Frankfurter Radler bei so einem Treffen festgestellt, dass das Verständnis füreinander bei Autofahrern, Fußgängern und Radfahrern fehlt. Wie ließe sich das ändern?

Diese Gruppen prallen in allen Städten aufeinander, nicht nur in Frankfurt, die Konflikte gibt es überall. Man muss für abgegrenzte Bereiche sorgen und kann nur an alle appellieren, respektvoller miteinander umzugehen. Da ist jeder selbst gefragt.

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Jörg Gleisenstein Boxen Lisa Mahlke Radweg Oderstadt

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