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In der polnischen Kleinstadt Lubniewice gibt es viel zu entdecken: Strände, Pinienwälder, Paare aus Holz und ein neues altes Schloss

Ferientipp
Besuch in der Stadt der Liebe

Lisa Mahlke / 15.08.2018, 07:00 Uhr - Aktualisiert 16.08.2018, 14:40
Lubniewice (MOZ) Die Sommerferien bescheren den Schülern viele spannende Erlebnisse. Die Redakteure haben lohnende Ausflugsziele in Oder-Spree, Märkisch-Oderland, im Barnim, in Frankfurt und auch in Polen aufgespürt. Heute: Ein Sprung in den See im polnischen Lubniewice und ein Spaziergang zum Park der Liebe.

Paris und Venedig können einpacken. Die wahre Stadt der Liebe – wenn auch nur eine Kleinstadt mit etwa 2000 Einwohnern – ist das polnische Lubniewice: aus Holz oder Pflanzen geformte Herzen, Liebesschlösser, Figuren in inniger Umarmung. Dabei wirkt der Ort beim Durchfahren ziemlich unscheinbar. Fast lässt sich das Schild zum Eingang des „Park Miłosci“, Park der Liebe, verpassen und auch das Schild mit der Aufschrift „Plaza“ ist eher schlicht. Dabei führt es zu einem wunderschönen Strand am Jezioro Lubiaz. Auf der anderen Seite von Lubniewice ist ein weiterer, kleiner See, der Jezioro Krajnik. Der große steckt, wie die ganze Stadt, ebenfalls voller Liebe, befindet sich auf ihm doch die Insel der Liebe.

Bei so viel positiver Energie verwundert es nicht, dass Małgorzata und Axel Wenzler vier- bis fünfmal pro Jahr den langen Weg aus Mettenheim nahe Frankfurt am Main antreten, um Lubniewice zu besuchen. Das deutsch-polnische Paar hat dort ein Weingut, beliefert auch Brandenburg und fährt nach Dienstreisen oft nach Polen. Małgorzata Wenzler stammt aus Lubniewice. Doch ihr Mann scheint fast begeisterter zu sein als sie. „Es ist so schön, in diesen friedvollen See zu blicken“, sagt der 52-Jährige. Obwohl bis Ende des Monats Schulferien in Polen sind, sei der Strand nicht überlaufen. „Die Menschen sind gesellig“, fügt er hinzu, lobt typisch polnische Brote und Wurst.

Kommendes Wochenende, am 18. September, findet in Lubniewice ab 16 Uhr das Zanderfest statt. In den vergangenen zwei Jahren war Familie Wenzler immer auf dem „Swieto Sandacza“. Dieses Mal ist sie aber nur drei Tage in der Stadt. Doch die beiden kommen mit Sicherheit wieder. Wenn es zu kalt zum Schwimmen ist, lassen sich in den umgehenden Wäldern gut Pilze sammeln, weiß Axel Wenzler. „Die Pinienwälder haben einen ganz tollen Duft.“ Meistens schlafen sie im Hotel Woinski Spa direkt am See. Dort gibt es eine Sauna- und Schwimmlandschaft.

Geht man die Stufen am Hotel hinunter und folgt rechter Hand der Strandpromenade, taucht rechts irgendwann ein hölzernes Herz zwischen zwei Bäumen auf, dahinter eine Holzfigur: der Park der Liebe. Er erinnert an die polnische Ärztin, Gynäkologin und Sexualwissenschaftlerin Michalina Wisłocka, die unter anderem das Buch „Die Kunst der Liebe“ geschrieben hat. „Sie lehrte den Menschen, glücklich zu lieben“ steht am Eingang zum Park. Ein Mann mit Kind auf den Schultern läuft an den Figuren vorbei, drei Männer umarmen sich herzlich, eine Gruppe junger Mädchen grüßt im Vorbeigehen – auch die Einwohner scheinen Liebe zu versprühen.

Die Brücke führt am neuen, mittlerweile gesperrten Schloss, in dem vor einigen Jahren ein Horrorfilm gedreht wurde, vorbei zum Stadtstrand, an dem das Zanderfest stattfindet. Es gibt einen Spielplatz, Kickertisch, Strandkörbe; Jacuzzi und Wasserrutsche, die aber aus technischen Gründen geschlossen sind. Der Eintritt ist kostenlos. Auch verhungern muss niemand: Pizza, Schaschlik, polnische Waffeln und ein Eiswagen, aus dem unerlässlich Seifenblasen gepustet werden, finden sich am Strand.

Wer Lust hat, zurück in die Stadt zu laufen, kann noch einen Abstecher zum Marktplatz machen, auf dem der „Brunnen der guten Nachbarschaft“ steht. Die weiße Figur ist an das Vorkriegswappen der Stadt angelehnt. Die Krone auf dem Kopf der Frau erinnert an den damaligen Namen Lubniewices: Königswalde.

Informationen

■Anfahrt (aus Słubice ca. 1 Stunde): Von der Straße 1. Maja links abbiegen und der Szosa Rzepinska (DW 137) bis Osno Lubuskie folgen. Dort rechts abbiegen, um der 137 weiter zu folgen, bis man in Wedrzyn links auf die DW 136 abbiegen kann. Dann geht es noch etwa zehn Minuten geradeaus, man fährt direkt auf Lubniewice zu.

■Übernachtung: Schlafen kann man in Lubniewice in Hotel, Pension, Bungalow oder der gemütlichen Hütte. Wer noch einen anderen See kennenlernen will, kann zum Beispiel im Erholungszentrum „Laguna“, zehn Autominuten von Lubniewice entfernt am Jezioro Lubniewsko, übernachten.

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