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Der Ludwig-Leichhardt-Trail führt von Trebatsch über gut 50 Kilometer bis zum Schloss Branitz in Cottbus

Ferienserie
Auf den Spuren eines Weltentdeckers

Olaf Gardt / 17.08.2018, 07:00 Uhr - Aktualisiert 17.08.2018, 14:53
Trebatsch (MOZ) Die Sommerferien bescheren den Schülern viele spannende Erlebnisse. MOZ-Redakteure haben lohnende Ausflugsziele in Oder-Spree, Märkisch-Oderland, im Barnim, in Frankfurt und auch in Polen aufgespürt. Heute: Zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs auf dem Leichhardt-Trail.

Er war wohl ein neugieriger Draufgänger, dieser Ludwig Leichhardt. Er studierte Philosophie, Religions- und Naturgeschichte, Botanik und Physik. Einen Abschluss machte er nie. Er wollte die Welt entdecken, stieg in Cardiff auf ein Schiff und segelte  nach Australien. 1842 kam er in Sydney an. In den folgenden sechs Jahren entdeckte er auf dem fünften Kontinent Gebirgsketten, Flüsse und Berge. Preußisch exakt beschrieb er Tiere und Pflanzen, notierte Wetter und Klima. Seine Aufzeichnungen wurden in London, Paris und Halle veröffentlicht. Sie bildeten die Grundlage für die Besiedlung großer Teile Australiens, für die Gewinnung von Rohstoffen.

Um auf Leichhardts Spuren zu wandeln, muss man aber gar nicht so weit reisen. Man startet in Trebatsch, dem Geburtsort des Forschers. Im dortigen Leichhardt-Museum erfährt man mehr über das rastlose Leben des Mannes und viel über das Leben in Brandenburg in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Eine originale Schulstube dieser Zeit ist im Museum zu sehen, außerdem Exponate aus der tausendjährigen Geschichte des Ortes.

Ab Trebatsch ist der Leichhardt-Trail, der über gut 50 Kilometer bis Cottbus führt, an kleinen Schildern, die ein schwarzes Känguru auf gelbem Grund zeigen, ausgeschildert. Der Trail folgt dem Schulweg Leichhardts, den der Junge immer zurücklegen musste. Wenn er keine Mitfahrgelegenheit auf einem Pferdefuhrwerk fand, war er wohl zu Fuß unterwegs. Heute kann man das Fahrrad nutzen. Zunächst rollt man nach Sawall, dann muss man kräftig treten, es geht rauf auf den 62 Meter hohen Swietenberg. „Von dort hat man einen wunderbaren Blick über den Schwielochsee“, schwärmt André Parade, der Vorsitzende der Ludwig-Leichhardt-Gesellschaft, die das Trebatscher Museum betreibt.

Vom Berg rollt man Richtung Zaue, vorbei am Ludwig-Leichhardt-Campingplatz bis zum Seeufer. In Zaue selbst muss man unbedingt Station machen. Um 1300 wurde die dortige Kirche erbaut. Sie zeugt davon, dass die Menschen schon damals sehr praktisch veranlagt waren, die Wände der Kirche sind zum Teil 1,60 Meter dick. In Friedenszeiten wurde in dem Haus gebetet, bei Gefahr nutzte man es als Schutzraum, daher der Name Wehrkirche. In Zaue predigte einst Pastor Rödelius, der die Ausbildung Leichhardts im Cottbuser Gymnasium ermöglichte. Heute hat Dörte Wernick die Pfarrstelle inne. Sie zeigt gern die Lieblingsblume des Forschers, die dunkelrote Leichhardt-Dahlie im großen Garten.

Weiter geht es nach Goyatz. Dort kann man das im Schwie­lochsee stehende Ludwig-Leichhardt-Denkmal aus Glas, Edelstahl und Bronze bewundern. Erschaffen hat es die australische Künstlerin Sue Hayward

Goyatz bietet zahlreiche Gaststätten, in denen man sich stärken kann. Dann muss man sich entscheiden. Entweder geht es durch Wälder und Felder und entlang der Spree weiter auf dem Leichhardt-Trail bis Cottbus, wo man vor dem Schloss Branitz endet und den großen Park besichtigen oder den benachbarten Tierpark besuchen kann. Oder man entscheidet sich für eine Rundfahrt um den Schwielochsee und fährt über die Wasserdörfer nach Friedland mit seiner Streleburg und Leißnitz, setzt mit der Fähre nach Ranzig über. ­­38 Kilometer sind geschafft, wenn man wieder in Trebatsch ankommt. Wer ganz sportlich ist, kann den Leichhardt-Trail auch laufend zurücklegen. Aldo Bergmann und Volker Roßberg organisieren diesen Ultralauf im Februar.

Informationen

■Anfahrtinfos: Trebatsch erreicht man über die B 87 mit dem Auto. Wer mit der Bahn kommt, muss in Beeskow aussteigen, kann von dort aus schon mit dem Rad gut bis in den Leichhardt-Geburtsort fahren. Bei der Tour um den Schwie-lochsee fährt man dann entweder direkt von Friedland nach Beeskow zurück oder biegt nach der Fährfahrt wieder in Richtung der Kreisstadt ab.

■Museum: Das Leichhardt-Museum in Trebatsch öffnet dienstags bis freitags und sonntags von 10 bis 16 Uhr; Kontakt: 01759683070

■Ultralauf: www.leichhardt-trail-ultralauf.de

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