Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Betriebe
Auf der Suche nach dem Lehrling

Leerstelle: Manche Schraubstöcke in Betrieben sind derzeit noch verwaist. In Frankfurt und dem Landkreis Oder-Spree gibt es noch eine Vielzahl freier Lehrstellen in unterschiedlichen Bereichen.
Leerstelle: Manche Schraubstöcke in Betrieben sind derzeit noch verwaist. In Frankfurt und dem Landkreis Oder-Spree gibt es noch eine Vielzahl freier Lehrstellen in unterschiedlichen Bereichen. © Foto: Gerrit Freitag
Sonja Jenning und Stefan Lötsch / 08.09.2018, 07:00 Uhr - Aktualisiert 11.09.2018, 12:32
Frankfurt/Eisenhüttenstadt (MOZ) In der Stadt Frankfurt und im Landkreis Oder-Spree sind noch mehr als 300 Lehrstellen unbesetzt. Obwohl das Ausbildungsjahr schon begonnen hat, können sich Interessenten noch bewerben. Die MOZ stellt in den nächsten Tagen Betriebe vor, die Azubis suchen.

Auch wenn das neue Ausbildungsjahr am 1. September schon begonnen hat, so herrscht doch auf dem Ausbildungsmarkt noch ordentlich Bewegung. Wie lange man sich bewerben kann, hänge vom jeweiligen Ausbildungsbetrieb ab, sagt Clarissa Matos, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit. „Allgemein gilt: Je schneller, desto besser.“ Je später man in das schon laufende Ausbildungsjahr einsteige, desto schwieriger werde es. „Denn den Lernstoff in der Berufsschule müssen die Azubis selbstständig nachpauken“, erklärt Clarissa Matos.

Die Auswahl ist in jedem Fall noch sehr groß.  Rund 300 Lehrstellen, die bei der Agentur für Arbeit gelistet sind, sind in Frankfurt und im Landkreis Oder-Spree unbesetzt. Besonders viele freie Stellen gibt es im Landkreis Oder-Spree für die Ausbildungsberufe Kaufmann im Einzelhandel (20), Maurer (10), Metallbauer/Konstruktionstechnik (8) aber auch im Hotel- und Gaststättenbereich. In Frankfurt sind im Ausbildungsberuf Kaufmann für Dialogmarketing (9) die meisten Stellen noch unbesetzt, gefolgt vom Kaufmann im Einzelhandel (7), Handelsfachwirt (6) und Friseur (5).

Auch im Handwerk wird gesucht. Viele Betriebe schließen die Lehrverträge eher als noch vor einigen Jahren ab, hat Michaela Schmidt, Abteilungsleiterin Berufsbildung bei der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) Bezirk Ostbrandenburg festgestellt. Der Grund für diese Trendwende: „Sie benötigen den Nachwuchs dringend und möchten sich rechtzeitig einen Lehrling sichern.“ Auch Betriebe, die noch nie bzw. in den vergangenen Jahren nicht mehr ausgebildet haben, stellen 2018 verstärkt Lehrlinge ein. Zum Stichtag 31..August waren bereits 837 Lehrverträge abgeschlossen, das sind 119 mehr als im Vorjahr.

Die meisten Verträge gab es in den Berufen Kfz-Mechatroniker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) und Elektroniker. „Aber auch in den Berufen des Baubereiches, wie Maurer, Dachdecker sowie Maler und Lackierer sind die Zahlen deutlich gestiegen“, sagt Michaela Schmidt. Derzeit sind in der Lehrstellenbörse der HWK noch 370 Angebote von Unternehmen veröffentlicht.

In der Stadt Frankfurt gibt es aktuell noch 14 freie Lehrstellen, vorrangig in den Berufen Gebäudereiniger und Friseur. Im Landkreis Oder-Spree sind noch 56 Ausbildungsplätze unbesetzt, Nachwuchs suchen Friseure, Metallbauer, Gerüstbauer aber auch Maurer und Zimmerer. In der Oderstadt wurden bis Ende August 76 Lehrverträge abgeschlossen, sechs mehr als im Vorjahr, im Landkreis ist die Zahl um 31 auf 208 gestiegen.

Um Jugendliche schon frühzeitig für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern, greift die HWK auf unterschiedliche Formate zurück. Neben der traditionellen Lehrberufeschau im Überbetrieblichen Ausbildungszentrum der Bauwirtschaft (ÜAZ) hatten in diesem Jahr ein Tag der Berufsorientierung mit Drachenbootrennen am Helenesee und das regionale Handwerkercamp im Haus Mückenbusch in Lebus Premiere. Dabei konnten die Teilnehmer Handwerksberufe praktisch erleben und ausprobieren und dabei eigene Talente entdecken.

Auch auf Ausbildungs-Börsen besteht noch die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen. „Insgesamt hat sich der Ausbildungsmarkt in der Region innerhalb der letzten Jahre zu einem Bewerbermarkt entwickelt. Unternehmen buhlen heute um Azubis und müssen sich etwas einfallen lassen“, sagt Clarissa Matos.

Die MOZ stellt in den kommenden Tagen Betriebe vor, die noch Azubis suchen. Betriebe, die Interesse daran haben, können sich unter eisehnhuettenstadt-red@moz.de oder frankfurt-red@moz.de melden.

Last-Minute-Lehrstellenbörsen

Tag der Uniformen

13. September, 10 bis 17 Uhr

Agentur für Arbeit Frankfurt

Heinrich-von Stephan-Straße 2

Vorgestellt werden die beruflichen Laufbahnen beim Zoll, der Bundeswehr, der Bundespolizei und der Landespolizei.

Tag der

Jugendberufsagentur

17. September, 13 bis 17 Uhr

Jugendberufsagentur Frankfurt

Eingang Paul-Feldner-Straße

Berufs- und Studienberatung, freie Ausbildungsplätze, regionale Ausbildungsbetriebe vor Ort, Graffiti-Workshop...

Ausbildungsmesse Beeskow

22. September, 9 bis 13 Uhr

Spreepark Beeskow

Bertholdstraße 6

Lehrstellen, duale Studienplätze, Schülerpraktika, Bewerbungsmappen-Check

Job-Dating

19. September, 10 bis 12 Uhr

City Center Eisenhüttenstadt

Nordpassage 1

Bewerbungsmappen-Check, Unternehmen vor Ort

Parentum

11. Oktober, 15 bis 19 Uhr

Foyer der Brandenburghalle

Stendaler Straße 26, Frankfurt

Berufsberatung für Eltern und Schüler

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Mona Wahl 08.09.2018 - 09:23:33

kaum nachvollziehbar

viele junge Leute ..Schulabgänger...der vergangenen Jahre sind ohne Ausbildungsplatz...leben von H4 oder stecken in einer MASSNAHME zur Vorbereitung zu einer Arbeitsaufnahme...oder schlichtweg soziales Jahr...ohne Aussicht auf einen Ausbildungsplatz...Wie passt dies zusammen? dann sind da ja auch noch so viele Flüchtlinge...die auch hier sind ohne Perspektive...zum einem sind es sehr schlechte Zeugnissabschlüsse, dann fehlende Motivation, bei den ausländischen jungen Leuten fehlende Deutschkenntnisse und Null Bereitschaft sich zu integrieren geschweige denn sich regelmässig aufzuraffen um Deutsch zu lernen bzw einer Ausbildung nachzukommen ---- wie passt das zusammen? Wer einmal hinter die Kulissen schaut, muss feststellen dass dieser TREND leider anhält...selbst junge Menschen die null Bock auf Arbeit haben, leben lieber auf H4 Niveau u nicht nur hier in FFO, leider bundesweit, und Abhilfe FEHLANZEIGE? es kann doch nicht allein Faulheit sein, Desinteresse oder Dummheit..da hat Vater Staat komplett versagt, dies ist die Wahrheit ---- den Karren aus den Dreck zu ziehen bedarf erneuter Anstrengung und diese jungen Menschen müssen begreifen lernen, dass es auch um ihre Zukunft geht u man sich nicht allein auf Staatskosten "gut gehen lassen kann" ----es wurde viel versäumt und dies rächt sich jetzt....das Betriebe solche Menschen nicht einstellen mag, auch nachvollziehbar, ABER hat nicht jeder eine Chance verdient, auch mit schlechten Noten....Kriminelle sicher nicht dies ist klar...aber manch einer würde gern aber erhält keine Möglichkeit eventuelle Interessen/Neigungen für einen bestimmten Beruf unter Beweis zu stellen..traurige Entwicklung und es wird ja auch nicht besser ------

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG