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Kultur
Geld für Garten und Mühle

Stefan Lötsch / 16.07.2019, 08:45 Uhr
Neuzelle (MOZ) Nicht mit leeren Händen wolle sie kommen, sagte jüngst Kulturministerin Martina Münch bei der Premiere der diesjährigen Oper Oder-Spree im Kreuzhof des Klosters Neuzelle. Und so überreichte sie Norbert Kannowsky, Geschäftsführer der Stiftung Stift Neuzelle, zwei Zuwendungsbescheide in Höhe von insgesamt 3,21 Millionen Euro. Mit dem Geld sollen in diesem und im kommenden Jahr zwei wichtige Projekte der Stiftung Stift Neuzelle realisiert werden.

Zum einen ist vorgesehen, den letzten Bauabschnitt der Rekonstruktion des Klostergarten zu realisieren. Vorbild ist eine Darstellung des "Herrschaftlichen Lust-,­ Obst- und Küchengartens" im historischen Stiftsatlas aus dem 18. Jahrhundert. Es handelt sich um eine Fläche zwischen den Bahnschienen und dem schon sanierten Teil der Anlage. Bis vergangenes Jahre standen dort noch Gartenlauben, die inzwischen abgerissen sind.

Es geht aber nicht nur um die Wiederherstellung der Gartenanlagen. Saniert werden soll auch das ehemalige Waschhaus der Mönche, in dem unter anderem  auch mal ein Jugendclub untergebracht war. Das Gebäude befindet sich in der Nähe der Turnhalle, neben dem Klostergarten. "Dort soll ein Stützpunkt für die Gärtner entstehen", erklärt Norbert Kannowsky. Unter anderem können dort im Winter auch die Stühle der Orangerie eingelagert werden. Darüber hinaus werden noch neue Gebäude errichtet – funktio­nal, nicht nach historischen Vorbild –, die ebenfalls der Gärtnerei dienen. "Wir wollen sie relativ unsichtbar halten", sagt der Geschäftsführer. Die Dächer werden deshalb begrünt. Die Fassaden bestehen aus Lärchenholz.

Für dieses Projekt gibt es Fördermittel vom Land und von der EU. Gebaut wird in diesem und im kommenden Jahr. 2021 kann dann der komplett rekonstruierte Klostergarten erlebt werden. Fast 20 Jahre hat das gedauert. Der erste Bauabschnitt wurde von 2002 bis 2004 realisiert. Teil zwei folgte von 2006 bis 2008. Nun geht es an die dritte Etappe. Die Fördermittel des Landes, die Martina Münch in Form eines Zuwendungsbescheides überbracht hat, belaufen sich auf 1,44 Millionen Euro.

Denkmalgerechte Sanierung

1,77 Millionen Euro gibt es darüber hinaus für die Wiederherstellung des historischen Gebäude-Ensembles Klostermühle an der Frankfurter Straße, das sich momentan noch in einem wenig ansehnlichen Zustand zeigt. "Damit soll das Gebäude-Ensemble denkmalgerecht gesichert, ent­wickelt und komplett saniert werden", heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Kulturministeriums.

Zum einen soll das Gebäude saniert werden, das als Backsteinbau auf den Fundamenten der ehemaligen Mühle im 19. Jahrhundert errichtet wurde. "Im Erdgeschoss entsteht eine gewerbliche Einheit, die momentan den Arbeitstitel Mühlencafé trägt", erklärt Norbert Kannowsky. Das daneben liegende Wohnhaus soll ein anderes Dach erhalten, nämlich ein Pultdach. Das Wohnhaus soll auch um 40 Zentimeter aufgestockt werden. Im Erdgeschoss sind Ladenflächen vorgesehen. Ansonsten entstehen darüber und auch im benachbarten Gebäude insgesamt neun Wohnungen in unterschiedlicher Größe, wie Norbert Kannowsky erklärt. Die Besonderheit ist, dass sie mit einem Aufzug erschlossen werden.

Auf der Hofseite wird die ehemalige Scheune abgerissen. Dazu habe es Untersuchungen gegeben, wie weit dies Gebäude erhalten werden kann, so der Geschäftsführer. Letztlich fiel die Entscheidung, den Bau abzureißen. Erhalten bleibt das Objekt, das einmal als Feuerwehrdepot gedient hat. Dort sollen später Gewebeeinheiten untergebracht werden. Die Bauarbeiten werden sicherlich das gesamte nächste Jahr in Anspruch nehmen. Norbert Kannowsky schätzt, dass das gesamte Ensemble Ende 2021 dann in neuem und saniertem Glanz erstrahlt. Ein Zeitplan lässt sich deshalb nicht so leicht abschätzen, weil der Baugrund in diesem Bereich schwierig sei, erklärt der Geschäftsführer.

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