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Brauchtum
Urige Scheune ist ein Magnet

Die Tänzer mussten sich nicht zweimal bitten lassen: Als die Dorchetaler Musikanten in der Kummroer Dorfscheune loslegten, zog es einige sofort auf die Tanzfläche.
Die Tänzer mussten sich nicht zweimal bitten lassen: Als die Dorchetaler Musikanten in der Kummroer Dorfscheune loslegten, zog es einige sofort auf die Tanzfläche. © Foto: Janet Neiser
Janet Neiser / 19.08.2019, 07:30 Uhr - Aktualisiert 19.08.2019, 09:15
Neuzelle (MOZ) Man muss staunen, was so ein kleiner Ort auf die Beine stellt", meint Horst Kramer und schiebt sich die nächste Gabel Eierlikörkuchen in den Mund. "Hervorragend", lobt der Eisenhüttenstädter. Mit dem kleinen Ort meint er Kummro, das ist sogar nur noch ein Ortsteil von Neuzelle. Aber die Kummroer sind ein eigenes Völkchen. An Selbstbewusstsein und Humor mangelt es dort nicht, wie schon das Ortseingangsschild zeigt, das an der Decke der Scheune hängt. Darauf steht: "Kummro. Kreisfreie Stadt". Wer das Schild ins Visier nimmt, sieht automatisch die Erntekrone, die in die Höhe gehievt wurde. Denn Kummro hat zum mittlerweile 28. Erntefest eingeladen.

Der Festumzug beginnt  am Kummerower Hof und führt schnurstracks zur urigen Scheune am Ortsende. Die Musik der Dorchetaler Musikanten ist bereits von weitem zu hören, und dann kommen sie auch schon: Die Mitglieder des Traditionsvereins, der neue Schützenkönig der Neuzeller Schützengilde samt Hofstaat sowie die Damen und Herren vom Chor Marienlust, die neben vielen Bewohnern dabei sind. Manche von denen tuckern auch die Straße entlang, so wie Christiane Barcikowski auf einem alten Trecker.

Kummro lebt Tradition. Auch einen Umzug gab es zum Erntefest.
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Kummroer Erntefest 2019

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Und kaum sind alle an und teilweise in der Festscheune, lässt der erste Tanz nicht lange auf sich warten. Aber zunächst erklingt die Märkische Heide, die gehört dazu. Bier und Brause werden gezapft und die Schlange an der Kuchenausgabe wird immer länger. 18 Torten und Blechkuchen haben die Frauen des Traditionsvereins gebacken und die Rezepte kommen richtig gut an.

Das merkt auch Mario Krüger. Der Vizechef des Vereins schaut sich zufrieden um, lässt die Blicke vom kleinen Trödelmarkt über die vollen Kaffeetische in die Scheune schweifen. "Wir haben uns damals gesagt: Wir wollen Traditionen hochhalten und neue schaffen", erinnert er sich an die 1990er-Jahre. Die alte Tradition, von der er spricht, ist die Fastnacht, aber die sei eben etwas für die kalte Jahreszeit. "Wir wollten auch auch was für den Sommer." So entstand die Idee, ein Erntefest auszurichten.

Da steckt viel Herzblut drin

"Wir wollen hier nicht Tausende Menschen", betont Krüger. Es soll etwas für die Einheimischen und die Ortsnachbarn sein. Und gerade weil das Kummroer Erntefest so urig ist, mögen es die Leute. Auch Ronny Gander kommt immer gern in die Scheune, sagt er. Hier spürt man, dass die Kummroer richtig viel Herzblut in die Vorbereitung stecken, was nicht nur die Kuchen und das Frauenballett beweisen. Auch die Erntekrone muss ja letztlich geflochten werden. Und die schwebt bis tief in die Nacht über den tanzenden und schwatzenden Kummroern.

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