Doch derzeit wird der Fahrer noch nicht aus der Verantwortung entlassen. So gibt es bei allen Level-2-Autos schon nach wenigen Sekunden freihändiger Fahrt eine deutliche Warnung, die Hände wieder ans Lenkrad zu legen. Die unveränderten Preise beginnen bei 44.000 Euro für den Stelvio mit 2,0-Liter-Turbobenziner (200 PS), Achtstufenautomatik und Allradantrieb bzw. 37.500Euro für die gleich motorisierte Giulia mit Heckantrieb.
Den neuen Stelvio, für den unverändert zwei Turbobenziner (200/280 PS) und zwei Turbodiesel (190/210 PS), jeweils im Verbund mit Achtstufenautomatik und Allradantrieb, zur Wahl stehen, sind wir schon gefahren. Was gleich beim Einsteigen ins Auge fällt: Alfa hat das ganze Cockpit aufgeräumt. Neben dem neu geformten Lenkrad und Schalthebel gib es zusätzliche Ablagen in der Mittelkonsole, darunter eine mit Ladeschale für das Handy. Im direkten Blickfeld hinter dem Volant sitzt das sieben Zoll große TFT-Display, das zusammen mit dem glasklaren 8,8-Zoll-Bildschirm über der Mittelkonsole, der jetzt als Touchscreen ausgelegt ist, das neue Infotainmentsystem bildet. Und weil Optik allein kein Gewinn ist, haben die Entwickler dem Ganzen auch eine neue Menüstruktur verpasst. Wer will, kann die Seiten selbst gestalten,Apps verschieben und sich durch das Menü wischen. Auf Wunsch ist jetzt auch ein mobiler WLAN-Hotspot an Bord, mit dem sich diverse Online-Dienste ins Auto holen lassen.
Spätestens beim Blick in die Preisliste fällt dann noch auf, dass es den sicherheitstechnischen Fortschritt nicht zum Nulltarif gibt. Unser Testwagen mit 200-PS-Turbobenziner in der Ausstattung Sprint, die u.a. auch Vollleder-Interieur beinhaltet, übertraf den Basispreis schon mal um stolze 7000 Euro. Zahlreiche Pakete, darunter alle Fahrer-Assistenzsysteme vom aktiven Spurhalter und Abstandstempomat, der mit der Verkehrszeichenerkennung gekoppelt ist, bis hin zum Stauassi, dem Totwinkel- und Müdigkeitswarner für insgesamt 3000 Euro, hieven den Grundpreis von 44.000auf 62.450 Euro.
Doch dafür gibt es eine durchaus angemessene Portion Fahrspaß. Der Basisbenziner macht schon aus dem Drehzahlkeller heraus ordentlich Druck (330 Newtonmeter ab 1750 Touren), vergreift sich aber auch bei Volllast nicht im Ton und harmoniert bestens mit dem flink aber unaufgeregt agierenden Achtstufenautomaten. Überhaupt zählt der Stelvio dank neuen Dämmmaterials, modifizierten Radaufhängungen und Motorlagern zu den Leisetretern seiner Klasse.
Alfas SUV spurtet in 7,2 Sekundenbis auf Tempo 100, erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h und soll sich laut Hersteller mit einem Normverbrauch von 7,1 Litern zufriedengeben. Alfisti, die diese Fahrleistungen nicht im Einklang mit dem sportlichen Anspruch der Marke sehen, können jazum Topmodell Quadrifoglio greifen. Das wird von einem bärenstarken V6-Biturbo (510 PS) befeuert, der den hochbeinigen Italiener in weniger als vier Sekunden auf Tempo 100 katapultiert und bis auf 283 km/h beschleunigt. Für die SUV-Rakete sindallerdings mindestens 91.000 Euro zu berappen. Wolfgang Brekeller