Motor
Immerhin fünf Leistungsstufen im Benzinbereich und ebenfalls fünf Diesel-Varianten stehen für den Focus als Turnier zur Verfügung (der 85-PS-Benziner des Fünftürers fehlt her). Das ergibt eine Spannbreite von 95 PS bis 182 PS. Unter den Dieseln gibt es gleich zweimal eine 115-PS-Version: einmal mit Schaltgetriebe und 1,6 Litern Hubraum und einmal mit Automatik und zwei Litern Hubraum. Die von uns gefahrene 1,6-Liter-Version ist dabei eher für gemächliche Fahrweise geeignet – sie entwickelt trotz des laut Papierform gar nicht so üblen maximalen Drehmoments von 270 Newtonmetern für einen modernen Diesel im unteren Drehzahlbereich keine berauschende Durchzugskraft. Auf der Autobahn kann man eine offizielle Spitze von 193 km/h erreichen. Der Spurt von?0 auf Tempo 100 ist in gut elf Sekunden möglich.
Karosserie/Ausstattung
Ford gibt mit dem Focus den Modernen in der Kompaktklasse, was beim traditionell Turnier getauften Kombi von außen aber weniger stark auffällt. Innen sieht das anders aus: Eine gewaltige Mittelkonsole, schräge Linien, vielerlei Tasten – all das ist in Design und Funktion gewöhnungsbedürftig. Die türkisfarbene Tachonadel kann man da fast noch witzig finden. Das Platzangebot ist im 4,56 Meter langen Kombi ordentlich – für Insassen wie Gepäck: Als Kofferraum stehen 490 Liter, bei umgeklappten hinteren Sitzen 1516 Liter zur Verfügung. Ab Werk gibt es sechs Airbags, ESP, Bremsassistent, Fensterheber vorn und fernbedienbare Zentralverriegelung. Allerdings kann man den Focus massiv aufrüsten, mit Technik, die in der Kompaktklasse nicht selbstverständlich ist: Verkehrsschilderkennung, Spurhalte-, Toter-Winkel- und Spur-?assistent sowie Notbremssystem in der Stadt
Fahrverhalten
Ford bleibt dem Bau vorbildlicher Fahrwerke treu, auch wenn es diesmal etwas komfortabler als gewohnt zugeht – die Dynamik aber wird ganz und gar nicht ausgebremst, auch schlechte Straßen werden den Insassen vorenthalten. Nur die Lenkung könnte einen Tick direkter sein.
Wirtschaftlichkeit
Den billigsten Focus Turnier bekommt man für?18 650 Euro. Die Basisausstattung ist dabei nur für den jeweils schwächsten Benziner und Diesel erhältlich. Mit dem von uns gefahrenen 1,6-Liter-Diesel ist man auch deshalb dann bereits bei 23 400 Euro. Der offizielle Durchschnittsverbrauch von?4,2 Litern Diesel auf 100 Kilometer (CO2 109 g/km) scheint nicht ganz von dieser Welt, sechs Liter sollte man schon einplanen. Aber das ist ja auch nicht schlecht. In der Versicherung gelten die Klassen 17/18/19 (Haftpflicht/Voll-/Teilkasko).
Fazit
Kompakt-Kombi auf die moderne Art: In der Außenansicht, bei Raumangebot, Fahrwerk und bei verfügbarer Assistenztechnik überzeugend, bei der Gestaltung des Innenraums gewöhnungsbedürftig.