Entwickelt wurde die Weltneuheit im Hyundai-Technologiezentrum Rüsselsheim. Die Hardware stammt vom Zulieferer Valeo. "Als Ergänzung zu unserem 48-Volt-Mildhybridsystem ist das iMT eine wichtige Innovation zur Elektrifizierung des Schaltgetriebes", sagt Dr. Michael Winkler, Leiter Antriebsentwicklung. Winkler räumt zwar ein, dass Automatik oder Doppelkupplungsgetriebe in vielen Fällen die passenden Lösungen sind, doch gerade bei europäischen Fahrern sei es nach wie vor sehr beliebt, manuell zu schalten.
Und so stellt sich bei ersten Testfahrten mit dem iMT-Ceed und 136-PS-Diesel das seit den ersten Fahrstunden vertraute Gefühl ein, haben doch die meisten von uns mit Handschalter fahren gelernt. Die Kupplung ohne hydraulische Verbindung zwischen Pedal und Glocke ist leichtgängig, die sechs Vorwärtsgängerasten präzise ein.
Was indes auffällt, ist die vorbildliche Laufkultur des Selbstzünders, der sehr leise und Dank 16 Zusatz-PS des Startergenerators angenehm spritzig zur Sache geht. Bei gelüpftem Gasfuß stellt er kaum vernehmbar die Arbeit ein – nur eben deutlich früher als beim herkömmlichen Start-Stopp-System (12 Volt). Nur am Drehzahlmesser und einer Kontrollleuchte ist ersichtlich, dass der Wagen segelt. Er reduziert seine Geschwindigkeit langsam und nutzt so optimal die kinetische Energie. Das führt laut Kia zu einer Verbrauchsvorteil von mindestens drei Prozent. Wer vorausschauend unterwegs ist, könne sogar um die 10 Prozent Sprit einsparen. Nach dem Abschalten des Motors bleibt der gewählte Gang eingelegt. Ein leichter Tritt auf Brems- oder Gaspedal genügt, um den Motor wieder zu starten. Abwürgen ist nicht möglich.
Ist die Geschwindigkeit für den gewählten Gang zu niedrig, startet der Motor im Leerlauf, bei geöffneter Kupplung also. Im Stop-and-go-Verkehr bleibt der erste Gang eingelegt. Zur Weiterfahrt muss die Kupplung nicht betätigt werden, es genügt ein Tritt aufs Gaspedal, um sanft und ruckfrei mitzuschwimmen. 900 Euro mehr kosten die Hybriddiesel mit iMT. Den ebenso schicken wie praktischen Crossover XCeedgibt es mit 136-PS-Motor ab 29.992 Euro, die 115-PS-Version schon ab 24.068 Euro.
Kia erweitert außerdem seine Online-Dienste UVO Connect.Die "Phase II" des Telematiksystems kommt in den überarbeiteten Versionen des Picanto und Rio sowie in der neuen Generation des siebensitzigen SUV Sorento zum Einsatz, der bereitsin den Startlöchern steht. Besonders hilfreich sei die Funktion "Online Navigation", die Cloud-basierte Echtzeit- und historische Verkehrsdaten für eine präzisere Tour-Prognose kombiniert sowie neue App-Services bietet. Zum Beispiel die "Letzte Meile"-Navigation. Wenn man nicht direkt beim Naviziel parken kann und es zwischen 200 und 2000 Meter vom gefundenen Parkplatz entfernt ist, wird beim Abschalten der Zündung automatisch eine Push-Benachrichtigung an die UFO-App auf das Smartphone des Fahrers geschickt. Die sorgtdafür, dass die Navigation nahtlos per Google Maps bis zum Ziel fortgesetzt wird – auch per AR (Augmented Reality), wobei die Navihinweise direkt in die Kamerabilder eingeblendet werden. Wolfgang Brekeller