Im vergangenen Jahr wurde die neue, nunmehr vierte Generation des Audi A3 vorgestellt. Optisch nachgeschärft, technisch hochgerüstet und mit den effizientesten Motoren am Markt ausgestattet, tritt der „Premium-Golf“ zum Test an.

Motor

Angetrieben wurde unser Testwagen vom kleinsten verfügbaren Selbstzünder. Dieser Diesel trägt den Namen „30 TDI“ und generiert 116 PS sowie ein maximales Drehmoment von 300 Newtonmetern. Wer sich für diesen Motor entscheidet, erhält ihn ausschließlich in Verbindung mit Frontantrieb und serienmäßig mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe.
In 10,1 Sekunden geht es aus dem Stand auf 100 km/h, maximal sind 210 Stundenkilometer möglich. Insgesamt stehen für den Audi A3 noch zwei weitere Diesel in den Leistungsstufen 150 PS (35 TDI) und 200 PS (40 TDI) zur Wahl. Außerdem kann der Kunde zwischen zwei Benzinantrieben, einem Plug-in-Hybriden sowie einer Variante mit Erdgasantrieb wählen.

Karosserie/Ausstattung

Der neue A3 zeigt sich schon auf den ersten Blick deutlich fescher als sein Vorgänger. Die geänderte Frontpartie wird von einem üppig dimensionierten Single Frame Kühlergrill dominiert, während zusätzliche Lüftungsgitter und markante (und optionale) Matrix-LED-Scheinwerfer mit spezieller Lichtsignatur für hohen Wiedererkennungswert sorgen.
Ein Blick auf die Seite schürt diesen Eindruck durch entsprechende Knicke im Blech. Die Dachlinie wurde ebenfalls verändert und die schmale C-Säule forciert nicht nur die Dynamik sondern lässt auch auf eine bessere Sicht nach hinten schließen.
Am Heck bleibt noch am ehesten ein wenig Babyspeck erhalten, wenngleich nach innen schmal zulaufenden Rückleuchten dies zu kaschieren versuchen. Die Endrohrblenden sind absolute Geschmacksache und aus Sicht der Redaktion verzichtbar.
Im Innenraum geht es derweil technisch-clean zu. Sofort ins Auge fallen dabei die Lüftungsdüsen für den Fahrer, die recht weit oben platziert sind und ein wenig Rennsportflair – im wahrsten Sinne des Wortes – verströmen sollen. Die Tachoeinheit ist komplett digital ausgeführt und im Falle des Testwagens besteht sie aus einem 12,3 Zoll großen Bildschirm, welches den Namen „Audi Virtual Cockpit“ trägt. Es erwies sich als sehr detailreich und auch bei Sonneneinstrahlung gut ablesbar.
Der Zentralbildschirm ist derweil bündig integriert und hervorragend mit der Mittelkonsole verschmolzen. Die Bedienung ist nach kurzer Zeit erlernt und erheblich intuitiver als bei einem neuen Golf oder Leon. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sowohl die Klimaeinheit als auch die Tasten für die Fahrmodi und die Start-Stopp-Automatik separat platziert wurden. In puncto Bedienung hat der neue A3 im gesamten Kompaktsegment des Konzerns die Nase vorn.
Die Materialauswahl wird dem Premium-Anspruch gerecht und nur im nicht sichtbaren Bereich lassen sich vereinzelt Sparmaßnahmen erkennen. Ansonsten wirkt das Interieur hochwertig und bietet überwiegend unterschäumte Softtouch-Oberflächen und Leder. Was wir allerdings nicht nachvollziehen können, ist die Tatsache, dass es für den neuen A3 weder für Geld noch für gute Worte eine Lenkradheizung gibt. Die kann sogar der Pragmatiker des Segments, der Skoda Octavia vorweisen.
Die Sitze sind in unserem Testwagen in Nappaleder (1300 Euro) ausgeführt und bieten vorne auch für Personen jenseits der 1,90 Meter ausreichend Platz. Hinten geht es erwartungsgemäß enger zu, doch bis zu einem Gardemaß von 1,80 Meter lässt es sich auch hier bequem reisen. Das Ladevolumen beträgt standardmäßig 380 Liter, was dem Klassenstandard entspricht. Bei umgelegten Rücksitzlehnen werden bis zu 1200 Liter freigegeben.

Fahrverhalten

Wenngleich der von uns gefahrene 30 TDI der kleinste Diesel im Portfolio ist, so wartet er dennoch mit zwei Litern Hubraum auf. Im urbanen Umfeld erwies sich der Ingolstädter als handlich und kompakt, die Schaltung generiert eine Prise ungefilterten Fahrspaß und das Fahrwerk zeigt sich zwar straff, aber nicht unkomfortabel. Das überrascht wenig, auch wenn der Einstiegsdiesel nicht mit der Mehrlenker-Hinterachse ausgerüstet wird. Die Verbundlenkerachse verrichtet hier ebenfalls gute Arbeit.
Abseits der Stadt spielt der Kompakte sein Drehmomentplus gekonnt aus. Die 116 Pferdchen sind putzmunter und wirklich hohe Drehzahlen braucht es eigentlich nie. Dreht man die Gänge dennoch hoch aus, wird schnell klar, dass es sich hier nicht um einen leistungsstarken Vertreter der Kompaktriege handelt.
Auf der Autobahn wird dieser Eindruck untermauert, doch wirklich störend ist das nur bei forcierter beziehungsweise sportlicher Fahrweise. Hat man es nicht eilig, kommt man trotzdem bis auf über 200 km/h und bis Tempo 170 geht es sogar recht flott voran.
Die Bremsen erwiesen sich als sehr gut und konnten auch nach mehrfach hoher Beanspruchung mit konstanter Standfestigkeit überzeugen. Die Progressivlenkung schlägt mit 250 Euro zu Buche und darf als uneingeschränkte Empfehlung gelten. Sie bewies hohe Präzision und lieferte dem Fahrer jederzeit ausreichend Feedback über den Fahrbahnzustand.
Vielfahrer mit sportivem Anspruch dürfen gern auch einen Blick auf den 35 TDI mit 150 PS werfen, der insbesondere auf der Autobahn mit mehr Durchzug aufwarten dürfte.

Wirtschaftlichkeit

Der neue A3 startet aktuell bei 26.800 Euro für den 110 PS starken Benziner. Für den von uns getesteten, 116 PS starken Diesel werden mindestens 29.900 Euro fällig. In der Basis dabei sind unter anderem 16-Zoll-Leichtmetallräder, LED-Scheinwerfer, eine Klimaanlage sowie ein digitales Kombiinstrument.
Auf Wunsch kommen noch Optionen wie ein Bang & Olufsen Soundsystem, ein Head-Up-Display, ein 10,1-Zoll-Infotainment samt Navigation und ein Panorama-Glasdach hinzu.
Sehr empfehlenswert sind die Matrix-LED-Scheinwerfer, die im Test für eine superbe Ausleuchtung sorgten. Das Auf- und Ab- sowie das gezielte Ausblenden von entgegenkommenden und vorausfahrenden Fahrzeugen funktionierte stets reibungslos, während das Lichtbild als hell und homogen beschrieben werden darf. Übrigens: Bei den Matrix-LED-Scheinwerfern ist immer eine Scheinwerferreinigungsanlage an Bord.
Wer seinen neuen A3 konfiguriert, sollte reichlich Zeit einplanen. Die Ausstattungsliste ist schier unendlich lang, was man dem Hersteller jedoch nicht negativ auslegen sollte. Immerhin kann der Kunde so gezielte Ausstattungsoptionen einzeln auswählen - zu überwiegend fairen Preisen. Ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz.
Im Verbrauchskapitel konnte der in Turboblau lackierte Kompakte ebenfalls fleißig Punkte sammeln. Im Testmittel genehmigte sich der Zweiliter-Diesel rund 5,3 Liter Diesel pro 100 gefahrener Kilometer. Lässt man es ruhig angehen, erreicht man problemlos eine Vier vor dem Komma und selbst Sportfahrer werden selten mehr als sieben Liter einfahren.

Fazit

Premium - diesem Anspruch wird der neue Audi A3 absolut gerecht. Aus unserer Sicht darf er sich sogar als der bessere Golf präsentieren. Seine Bedienung ist intuitiv, die Optik außen martialisch angehaucht und innen technisch-kühl. Hinzu kommt ein großes Potpourri an Ausstattungen, die überwiegend auch einzeln erhältlich sind und nicht paketweise konfiguriert werden müssen.
Die Schattenseite des Ingolstädters ist wie so oft der Preis. Mit reichlich 46.000 Euro ist unser Testwagen zwar sehr gut, aber nicht vollausgestattet. Das ist teuer, keine Frage. Allerdings dürfte der A3 auch langfristig durch seine Wertstabilität glänzen.
Wen der Preis nicht abschreckt, macht mit dem neuen Audi A3 sicherlich nichts falsch. Auch der kleine Selbstzünder konnte im Test überzeugen und eignet sich auch für Vielfahrer bestens. Das entsprechende Quäntchen Premium ist indes bei allen Antrieben serienmäßig dabei.