Man mag es kaum glauben, doch die aktuelle Generation des Audi A5 ist bereits seit 2016 auf dem Markt. Zwar wurde das Fahrzeug im Jahr 2019 einer Modellpflege unterzogen, doch fiel diese relativ dezent aus. Bemerkenswert ist dies vor allem, weil auch unser Testkandidat – ein Audi A5 Sportback im schicken S-Line-Dress – alles andere als in die Jahre gekommen aussieht. Als Sportback bezeichnet man im Falle des A5 übrigens die Variante mit vier Türen samt rahmenlosen Scheiben und Schrägheck, welche unweigerlich Coupé-Assoziationen weckt.

Motor

Für den Audi A5 Sportback stehen diverse Antriebs-Kombinationen bereit. Der Kunde hat hier die Wahl zwischen Vierzylinder-Benzinern mit wahlweise 150 PS (35 TFSI), 204 PS (40 TFSI) und 265 Pferdestärken (45 TFSI). Auf der Seite der Selbstzünder gibt es ebenfalls drei Möglichkeiten: Den Anfang macht ein Reihenvierzylinder mit 163 PS (35 TDI), darüber rangiert ein Derivat mit 204 PS (40 TDI), welches wir in diesem Test behandeln.
Doch bietet Audi zusätzlich einen Sechszylinder-Diesel mit satten 286 PS (50 TDI) an, der aus nachvollziehbaren Gründen immer mit dem Allradantrieb Quattro ausgeliefert wird.

Karosserie/Ausstattung

Der Audi A5 Sportback zeigt sich im aktuellen Dress ziemlich modern und wirklich angenehm schnittig. Die Front blick durch überarbeitete Scheinwerfer ein wenig seriöser drein, auf Wunsch gibt es sogar Laserlicht. Der große Kühlergrill wirkt nicht übertrieben. Die Seitenlinie weiß zu betören und so verwundert es nicht, dass sich viele Kunden für ein solches Fahrzeug – quasi ein viertüriges Coupé – entscheiden. Wenngleich der Nutzen gegenüber anderen Fahrzeugen (zumindest im Fond) etwas eingeschränkt ist.
Am Heck gibt’s neue Rückleuchten und eine symmetrische Linienführung, die schlicht und ergreifend gefällig wirkt. Im Innenraum geht es klassisch zu; hier merkt man dem A5 an, dass er nicht mehr taufrisch ist. Doch wirklich störend war dies zu keiner Zeit, alles funktioniert hier reibungslos. Lediglich die Bedienung des Zentralbildschirms via Touch ist während der Fahrt teilweise eine mittelschwere Katastrophe. Gut, dass Audi dies nicht in allen Modellen praktiziert. Die Sitze sind vorne sehr bequem und auch im Fond reisen zwei Passagiere ebenfalls ganz entspannt – sofern sie nicht mehr als 1,80 Meter messen. Der Kofferraum bietet mit 465 Litern ausreichend Platz für Gepäck aller Art und durch Umklappen der hinteren Rückenlehnen werden bis zu 1280 Liter freigegeben.

Fahrverhalten

Da sich ein erster Eindruck bekanntlich nicht revidieren lässt, sind wir besonders überrascht von der Laufkultur des Ingolstädters. Kaum vernehmbar verrichtet der Selbstzünder seine Arbeit und rollt auf den ersten Metern kommod vor sich hin.In der Innenstadt bleibt der knapp 4,76 Meter lange Viertürer recht handlich und lässt sich einfach durch die Straßenschluchten hiesiger Großstädte manövrieren. Durch die etwas eingeschränkte Sicht nach hinten sind wir beim Parken in einer Tiefgarage dennoch dankbar für die optionale Rückfahrkamera.
Dass dem A5 dabei alles leicht von der Hand zu gehen scheint, liegt auch an der hervorragenden Abstimmung des Start-Stopp-Systems. Diese mildhybride Unterstützung macht sich immer dann bemerkbar, wenn man an Ampeln heranrollt, denn dann schaltet der Ingolstädter seinen Verbrenner ab und rollt bis zu von uns gemessenen 34 Sekunden ohne Motorunterstützung. Durch den Riemen-Startergenerator bleibt auch das Wiederanlassen für die Passagiere meist unbemerkt.
Abseits der Stadt fällt unweigerlich auf, dass der Audi A5 Sportback trotz seiner S-Line recht komfortabel abgestimmt ist. Quer- und Längsfügen werden quasi im Ganzen geschluckt, während die Lenkung stets mit ausreichend Feedback und einer enormen Leichtgängigkeit punktet. Sehr angenehm: bei höheren Geschwindigkeiten erhärtet selbige proportional mit zunehmendem Tempo
.Damit das maximal 210 km/h schnelle Fahrzeug auch schnell wieder in humanere Sphären gelangen kann, hat man ihm überaus standfeste Bremsen verpasst. Diese fielen während des gesamten Tests nicht ein einziges Mal negativ auf. Das gilt auch für den Quattro-Allradantrieb, der die Traktion selbst bei widrigsten Bedingungen gewährleistet.
Auf der Autobahn bleibt es überwiegend ruhig im Innenraum, beinahe ungewöhnlich ruhig, wenn man bedenkt, dass das Fahrzeug mit rahmenlosen Seitenscheiben daherkommt. Der Durchzug ist recht ordentlich, glättet Mitfahrern aber keine Falten. Wir möchten den Antrieb als solide und alltagstauglich bezeichnen, denn alles andere wäre zu viel des Guten und viel weniger würde dem souveränen Selbstzünder nicht gerecht werden.

Wirtschaftlichkeit

Für den Audi A5 Sportback werden mindestens glatt 39.000 Euro fällig. Auch in dieser Basis-Version – die passenderweise auch genauso heißt – gibt es ab Werk LED-Scheinwerfer, eine elektrische Heckklappe, Digitalradio und acht Lautsprecher sowie 17-Zoll-Räder und das Assistenzsystem Audi Pre Sense City, welches im Falle einer drohenden Kollision bis Tempo 85 im Fall des Falles eine automatische Notbremsung einleitet.
Insgesamt stehen drei Ausstattungslinien für das viertürige Coupé zur Wahl. Über der „Basis“ rangiert die „Advanced“ Linie, welche überschaubare 1000 Euro aufruft und unter anderem 18-Zoll-Räder und eine Klimaautomatik mitbringt. Die Top-Linie heißt „S-Line“ und offeriert für rund zweieinhalbtausend Euro neben dem bereits genannten noch eine sportliche Optik ringsum und innen.
Wie bei deutschen Herstellern nicht unüblich, darf die Aufpreisliste als „nicht kurz“ bezeichnet werden. Im Falle unseres Testwagens sind es immerhin 22 Einzeloptionen, die den Preis auf insgesamt rund 66.500 Euro treiben. Der Vorteil dieser vielen Optionen besteht kurzum darin, dass der Kunde hier nicht gezwungen wird, Pakete zu erwerben, um an einzelne Ausstattungen zu gelangen. Unsere unbedingte Empfehlung erhalten die Matrix-LED-Scheinwerfer, welche jede Nachtfahrt zu einem entspannten Unterfangen machen. Als guter Kompromiss erwies sich zudem das Audi Soundsystem, welches definitiv ein Upgrade zur Standard-Anlage darstellt und preislich mit 320 Euro weit unterhalb des Bang & Olufsen Systems spielt.
Einer der teuersten Posten, aber gleichzeitig auch ein überaus sinnvoller, ist das sogenannte Businesspaket. Ja, Sie lesen richtig, in diesem Fall ist ein Paket durchaus attraktiv, denn es beinhaltet neben einer Sitzheizung vorne und elektrisch anklappbaren Außenspiegeln auch eine erweiterte Smartphone-Integration sowie das große Info-Display in der Tachoeinheit und das grandiose MMI Navi, welches das Prädikat „Up-to-date“ absolut verdient hat.
Für viele besonders spannend dürfte der Verbrauch des A5 Sportback 40 TDI sein. Dieser betrug in unserem Drittelmix 6,4 Liter pro 100 gefahrene Kilometer. Wer es ruhig angehen lässt, realisiert auch problemlos eine Fünf vor dem Komma und selbst unter Vollast wurde es bei uns nicht zweistellig, sondern endete mit einer 8,6 auf dem Info-Display.

Fazit

Mit dem Audi A5 Sportback erhält man einen überaus kultivierten und gut gekleideten Alltagsbegleiter, der gleichzeitig mit Souveränität und Effizienz glänzt. Allzu ausgefallene Designspielereien wie beim A7 kommen hier nicht zum Einsatz, weshalb sich No. 5 auch ziviler bewegen lässt.
Die Motorisierung ist adäquat, der Allradantrieb und die adaptiven Dämpfer großes Kino. Zwar ist der A5 Sportback wahrlich nicht günstig, doch der Gegenwert ist beträchtlich. Wer seinen A5 überwiegend auf der Langstrecke bewegt und mehr Potenz wünscht, darf auch gern einen Blick auf den 50 TDI werfen. Dieser schließt aus Sicht der Redaktion gekonnt die Lücke zwischen unserem soliden Vierzylinder-Diesel und dem omnipotenten, 341 PS starken S5 Sportback TDI.