Dass Massenmarken Nobelableger ausgründen, ist nicht neu. Ein Beispiel ist Lexus von Toyota. Dagegen hat Nissan seine Edelmarke Infiniti in Westeuropa wegen Erfolglosigkeit wieder vom Markt genommen. Und Honda ließ seinen Premiumbereich Acura hierzulande gar nicht erst an den Start gehen. Trotzdem brachte Hyundai bei uns Genesis an den Start und Citroen machte DS zum Nobel-Aushängeschild – und auch Seat hat noch viel vor mit Cupra. Offenbar zurecht, denn die Zuwachsraten sind bisher überzeugend.

Motor

Für den Cupra Ateca gibt es einen wirklich starken Antrieb. Schließlich bringt es der Wagen auf 300 PS aus zwei Litern Benzin-Hubraum, was zusammen mit dem serienmäßigen Sieben-Gang-DSG für einen Spurt von 0 auf Tempo 100 in 4,9 Sekunden und eine Spitze von 249 km/h reicht. So kommt man wahrlich flott voran.

Karosserie/Ausstattung

Ursprünglich stand Cupra für besonders sportliche Seat-Modelle. Daraus wurde dann die eigenständige Marke. Der Ateca steht noch für diese enge Verwandtschaft. Mittlerweile gibt es aber immer mehr eigenständige Cupra-Modelle, die keine Seat-Entsprechung haben. Der Cupra Ateca jedenfalls ist eine interessante Mischung. Denn der 4,39 Meter lange Wagen bietet viel Platz – für die Insassen in beiden Reihen genauso wie für Gepäck (485 Liter). Andererseits ist das Design dynamisch angespitzt. Das sieht stark aus. Dazu kommt im Inneren sportliches Ambiente, Material und Verarbeitung sind auf hohem Niveau.
Ab Werk hat der Cupra Ateca sieben Airbags, Voll-LED-Scheinwerfer, Zwei-Zonen-Klima, Navi, Audiosystem, City-Notbremsfunktion, Müdigkeitserkennung, Regensensor, Tempomat, Rückfahrkamera, beheizbare Außenspiegel, Fensterheber rundum, fernbediente Zentralverriegelung.

Fahrverhalten

Straff ist das Fahrwerk gestaltet, das erlaubt auch dynamische Kurvenfahrt. Trotzdem bleiben die Insassen von groben Straßenunebenheiten verschont. Und auch der serienmäßige Allradantrieb ist beileibe kein leeres Versprechen, wie Testfahrten bei Schnee und Eis zeigten: Auch wenn der Cupra Ateca nun wahrlich kein Geländewagen ist, kommt der Wagen bei winterlichen Verhältnissen wunderbar voran – ein echter Flitzer also und ein echter Allradler dazu.

Wirtschaftlichkeit

Das Ganze macht wirklich Spaß, hat aber seinen Preis: Mit 48.940 Euro im Einstieg genauso wie mit einem offiziellen Verbrauch von 7,7 Litern Super Plus auf 100 Kilometer, der im realen Leben eher bei neun Litern liegt.

Fazit

Der Cupra Ateca ist ein alltagstauglicher Sportler, mit sehr guter Beschleunigung und gut austariertem Fahrwerk. In Zeiten, wo Klimaschutz ein großes Thema ist, kann man solch einen Nobel-Ableger aus der Zeit gefallen finden. Aber einmal davon abgesehen, dass Cupra mit dem Born bereits ein vollelektrisches Modell hat, das jetzt noch um den Terramar, das erste teilelektrifizierte SUV der Marke, ergänzt wird: Der Zuspruch für Cupra zeigt, dass diese Wagen deshalb in die Zeit passen, weil sie ein Bedürfnis nach Individualität erfüllen, das sich in Massenmarken nicht befriedigen lässt.