Seit 13 Jahren gibt es ihn, den Dacia Sandero und in diesem Jahr begann die Karriere der dritten Generation des als Preis-Leistungs-Sieger bekannten Modells. Ebenfalls zum dritten Mal wird die Stepway-Variante mit erhöhter Bodenfreiheit angeboten.
 

Motor

Unser Testwagen wurde von einem Dreizylinder-Turbobenzinmotor mit einem Liter Hubraum angetrieben, der 91 PS sowie 160 Newtonmeter maximales Drehmoment leistete. Die Kraft des vom Klang her typischen Dreizylinders wurde per Sechs-Gang-Handschaltgetriebe an die Vorderachse weitergeführt. Dieser Motor wird auch in diversen Modellen der Muttermarke Renault verwendet.
 

Karosserie/Ausstattung

Erstmals verwendet man für den Sandero die CMF-Plattform, auf der auch die Modelle Renault Clio und Captur basieren. Und das sieht man, denn in einigen Details kommen durchaus Ähnlichkeiten zum Vorschein. Doch beginnen wir von vorn. Die Front zeigt sich deutlich aufgehübscht. Der Frontgrill inklusive der Scheinwerfer wurden flacher gezeichnet und die LED-Lichtsignatur sorgte für einige verblüffte Gesichter und den einen oder anderen Schmunzler unter den Redakteuren. So erinnert dieses Y-Design durchaus an Derivate der Sportwagenmarke Lamborghini. Nicht, dass dies nach einfacher Kopie ausschaut, nein, hier wurde man inspiriert und hat die Leuchten neu interpretiert. Dasselbe findet man auch an den Rückleuchten, welche eine ebensolche Signatur aufweisen.
Ansonsten gibt es die für den Stepway bekannte Kunststoff-Beplankung ringsum und optische Unterfahrschutzmaßnahmen vorn wie hinten. Die muskulös wirkenden Hüften über den hinteren Radläufen erinnern ein wenig an den Captur. Immerhin 40 Millimeter mehr Bodenfreiheit sieht man dem Dacia auch an. Er offeriert dadurch sogar einen Hauch Geländeaffinität und wurde zur Vorgängergeneration nur marginal länger, aber deutlich breiter – nämlich ganze zehn Zentimeter.
Das Innere des Sandero wurde ebenfalls einer Modernisierung unterzogen. Es gibt zwar immer noch viel Kunststoff, doch erscheint dieser mittels Strukturierung und Softtouch-Behandlung deutlich wertiger. Zudem gibt’s auch im Innenraum eine Ähnlichkeit zu einer anderen Marke: Die Lüftungsdüsen erhielten allesamt einen goldbronzenen Rahmen – das macht man bei Cupra ganz ähnlich. Die angenehm straff gepolsterten Sitze werden ebenfalls von Kontrastnähten in Goldbronze akzentuiert und die vorderen Sitzgelegenheiten bewerben zusätzlich den Modellnamen als Flockdruck auf den Lehnen.
Das Vierspeichen-Lenkrad geht haptisch und optisch vollkommen in Ordnung und der Zentralbildschirm neigt sich leicht dem Fahrer entgegen. Dank Android Auto und Apple Carplay via USB-Verbindung, kann man diesen zur multimedialen Zentrale verwandeln, besitzt beispielsweise mit Android Auto die erstklassige Google-Navigation inklusive Verkehrsflussanzeige in Echtzeit sowie eine Satellitenansicht der Karte. Die Sprachsteuerung hört auch auf „Hey Google“ und im Grunde vermisst man dabei nichts mehr. Der Tempomat des Testwagens war statischer Natur und außer den elektrischen Fensterhebern vorne gab es noch als Highlight die hellen LED-Scheinwerfer, mit denen die Lichtausbeute um ein Vielfaches gegenüber dem Halogenlicht anstieg.
 

Fahrverhalten

Der Sandero ist mit dem 90-PS-Benziner gut ausgerüstet, der dank des maximalen, ab rund 2000 Touren verfügbaren Drehmoments frühzeitig für adäquaten Vortrieb sorgt. Die Gänge lassen sich leicht und fluffig auf überschaubaren Schaltwegen einlegen und der Federungskomfort ist zum Vorgänger spürbar gestiegen. Dabei verringerte man etwaige Aufschaukler und auch Nickbewegungen halten sich deutlich stärker in Grenzen.
Die Lenkung liefert genügend Feedback, bleibt nur im Geradeauslauf etwas gefühllos. Ein großes Lob erhalten die Bremsen, mit denen der Sandero mittels klar definiertem Pedalgefühl und bei Bedarf auch mit nicht nachlassender Vehemenz zum Stehen gebracht werden kann. Maximal ist man im Sandero Stepway 172 km/h schnell, ab Tempo 130 gesellen sich allerdings gut vernehmbar Windgeräusche zum Fahrvergnügen. Der Sprint aus dem Stand bis 100 km/h ist nach zwölf Sekunden abgeschlossen, was subjektiv irgendwie kürzer erscheint.
 

Wirtschaftlichkeit

Trotz seiner überschaubaren Leistung gehört der Sandero Stepway nicht zu den sparsamsten Protagonisten seiner Zunft. Im Test genehmigte sich der mit leichter Offroad-Note designte Kleinwagen knapp sieben Liter auf 100 Kilometer. In Anbetracht des Gebotenen ist dies nur Mittelmaß. Dafür ist dieser Dacia trotz gestiegener Einstiegspreise immer noch konkurrenzlos günstig. Als Einstiegsversion Essential startet er bei 12.790 Euro und bringt serienmäßig bereits LED-Scheinwerfer fürs Abblendlicht, einen Notfall-Bremsassistenten, einen Tempomaten, Media Control mit Bedienung übers Lenkrad oder Smartphone, eine Dachreling und 16-Zoll-Räder mit.
Für überschaubare 250 Euro Aufpreis gibt es dazu den Acht-Zoll-Touchscreen mit Smartphone-Einbindung, DAB+ und eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Eine manuelle Klimaanlage kostet nochmal 700 Euro und wer gleich die Comfort-Ausstattung für 13.790 Euro ordert, hat all diese Dinge plus automatischem Notruf E-Call, Regensensor, Parksensoren hinten, elektrisch verstellbare und beheizbare Außenspiegel und ein Lenkrad in Lederoptik in seinem Sandero Stepway mit einem 100-PS-Autogasantrieb. Ordert man dann noch alle Möglichkeiten, wie eine Sonderfarbe, ein anderes Felgendesign, integrierte Navigation, Keyless, Parksensoren auch vorne plus Rückfahrkamera, eine Klimaautomatik, elektronische Parkbremse, Sitzheizungen vorne, einen Totwinkelwarner und einiges mehr hinzu, erhält man für 16.590 Euro ein rundum bestens ausgestattetes Auto zu einem verblüffend niedrigen Preis.
 

Fazit

Wir halten fest: Der Sandero Stepway in dritter Generation ist der aktuell am modernsten aussehende Dacia und seine flotte Optik wird durch umfangreiche Optionen ergänzt, zu denen ein zum Vorgänger deutlich wohnlicher erscheinender Innenraum kommt. Im Fahrverhalten zeigt sich dieser Dacia erwachsener, komfortabler und ausgewogener als je zuvor. Der gestiegene Preis für den Dacia Sandero Stepway ist somit vollumfänglich erklärt und als fair zu bezeichnen. Fakt ist: So viel Auto erhält man sonst nirgendwo zu so einem Preis.