Elektromobilität zum Schnäppchenpreis - das verspricht der neue Dacia Spring. Dabei ist der Rumäne das erste Elektroauto der Marke und basiert auf dem neuen Sandero.

Motor

Kommen wir zunächst zu den nackten Zahlen: Der Dacia Spring wird mit einem Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 27,4 kW/h ausgerüstet. Der Motor selbst leistet überschaubare 44 PS und generiert ein Drehmoment von 125 Newtonmetern. Weitere Akku- oder Motorvarianten gibt es für den Spring nicht.
Dafür ist ein Eco-Modus vorhanden, der die Leistung auf 31 PS herunterfährt und maximal Tempo 100 zulässt. Dieser empfiehlt sich dann wirklich nur für urbane Ballungsgebiete, denn immerhin benötigt der Spring auch ohne Eco-Programm reichlich 19 Sekunden, um aus dem Stand auf 100 km/h zu sprinten.Auf den Akku gibt es acht Jahre beziehungsweise 120.000 Kilometer Garantie - je nachdem, was zuerst erreicht wird.

Karosserie / Ausstattung

Rein optisch sprechen die Sandero-Anleihen für sich - die Verwandtschaft zum Bruder mit Verbrenner ist offensichtlich. So kommt auch der Spring in den Genuss der Vorteile von erhöhter Bodenfreiheit, einer robust anmutenden Beplankung und einem rustikalen Unterfahrschutz. Möchte man hier etwas Kritik anbringen, so kommt der kleine Stromer etwas hochbeinig daher, doch das fällt nicht weiter ins Gewicht.
Die Front hingegen grenzt ihn noch am ehesten von seinen Geschwistern ab. Hier könnte man mit viel Fantasie ein bisschen Citroen hineininterpretieren, denn die auf zwei Etagen verteilten Leuchten geben hier einen kleinen Appetizer aus Frankreich.
Ansonsten hält sich der Dacia Spring optisch eher zurück, wirkt dabei jedoch weder zu konservativ noch zu verspielt. Genau genommen passt der 3,73 Meter lange Kleinwagen gut in die heutige Zeit und das ganz ohne Allüren.
Was man von außen schon erahnen kann, wird im Inneren bestätigt: Der Spring bietet enorm viel Kopffreiheit für einen Kleinwagen – jedenfalls vorne. Ansonsten gehen die Platzverhältnisse in Ordnung – hinten sollten jedoch keine allzu großen Passagiere länger mitreisen. Der Seitenhalt lässt indes auf beiden Reihen zu wünschen übrig, was jedoch bei einem primär für die Stadt gebauten zu verschmerzen ist.
Tachoeinheit und Zentralbildschirm sind klassisch positioniert, digital und gut ablesbar, nennenswerte Kritik kann der Rumäne hier nicht kassieren. Das gilt auch für den Kofferraum, der in Standardkonfiguration immerhin 290 Liter aufnimmt. Klappt man die Rücksitzlehnen um, werden maximal 1100 Liter freigegeben.

Fahrverhalten

Der Dacia Spring misst gerade einmal 3,73 Meter und ist somit prädestiniert für die City. Und genau dort gehört er unserer Meinung nach auch hin. Der sehr kleine Wendekreis fällt sofort auf und - einmal in Schwung - rollt der Kleinwagen richtig lässig.
Generell darf man das Fahrverhalten als leichtfüßig beschreiben; man hat jederzeit das Gefühl, ein leichtes Gefährt unter dem Allerwertesten zu haben. Nimmt man den Fuß vom Fahrpedal, so rekuperiert das Fahrzeug immer mit gleich starker Verzögerung. Das ist besonders für den Umstieg vom Verbrenner vorteilhaft, denn die Umgewöhnung geschieht hier rasch. Apropos Umgewöhnung: Das Fahrzeug verfügt über keine „P-Stellung“, wie bei Fahrzeugen mit Automatikgetrieben üblich; hier wird in „N“ geschaltet und die Handbremse angezogen.
Das Fahrwerk ist gut abgestimmt und weder besonders komfortabel noch sportlich-straff. Eine gute Balance, möchte man meinen. Die Lenkung bleibt durchweg etwas gefühllos, ist aber sehr leichtgängig und fürs avisierte Metier sicherlich ausreichend.
In Summe darf man hier von einem solide-rustikalen E-Auto sprechen, das mit einem für die Marke typischen, unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis aufwartet - womit wir beim nächsten Kapitel wären.

Wirtschaftlichkeit

Der Dacia Spring ist ganz offiziell Deutschlands günstigstes Elektroauto. In der Ausstattungslinie „Comfort“ werden gerade einmal 20.490 Euro fällig, während für den Spring ein erheblicher Umweltbonus offeriert wird. Überweisen muss man dem Händler dann noch 10.920 Euro.
Für die besser ausgestattete „Comfort Plus“ Variante werden derweil 12.220 Euro aufgerufen. Hinzu kommen hier dann nur noch zwei Optionen: ein 300 Euro teures Schuko-Ladekabel sowie ein 30 kW DC Anschluss. Über die Haushaltssteckdose dauert der Ladevorgang laut Dacia reichlich 13 Stunden, während mittels 30-kW-Ladestrom innerhalb weniger als einer Stunde wieder rund 80 Prozent der Kapazität erreicht sind.
Die angegebenen 230 Kilometer konnten wir zwar nicht erreichen, doch fuhren wir das Fahrzeug auch bei recht tiefen Temperaturen im unteren einstelligen Bereich. Rund 160 bis 170 Kilometer dürften aber dennoch möglich sein.
Der Verkaufsstart für den günstigen Elektro-Flitzer ist für Herbst 2021 datiert.

Fazit

Mit dem Dacia Spring wurde ein erschwingliches Elektrofahrzeug auf die Räder gestellt, welches das Gros an innerörtlichen Hürden solide meistert. Der Preis ist sehr gut, die Reichweite darf im urbanen Umfeld als alltagstauglich gelten.
Unsere Empfehlung liegt ganz klar auf der „Comfort Plus“ Version, deren überschaubarer Mehrpreis sich in Anbetracht der Ausstattung schnell relativiert. Die wenigen Kritikpunkte liegen hier besonders auf den schwach konturierten Sitzen und dem etwas beengten Platzangebot im Fond.
Ansonsten zeigt sich der Spring als bodenständiger Begleiter, der für eine preisbewusste und urban lebende Klientel auf jeden Fall einmal in Erwägung gezogen werden sollte.