Dacia ist mit einem Plus von 116,2 Prozent im Januar/Februar fulminant ins neue Jahr gestartet (Gesamtmarkt: plus 5,6 Prozent). Das lag sowohl an den bekannten Modellen Sandero und Duster, als auch auch den neuen Modellen Jogger und Spring.

Motor

Dacia steht für bezahlbare Basis-Mobilität. Entsprechend begnügt sich auch das Elektro-Model der rumänischen Marke mit einer überschaubaren Motorisierung, die es gerade auf 44 PS bringt. Aber auch dieser Elektromotor hat den Vorteil, für flottes Anfahren zu sorgen. Und im Stadtverkehr lässt sich gut mitschwimmen. Auf Landstraßen und Autobahnen fühlt man sich weniger wohl – mit einem Spurt von 0 auf 100 km/h in gut 19 Sekunden und einer Spitze von 125 Stundenkilometer. Dacia gibt eine Reichweite von 230 Kilometern an, wir kamen auf 219. Es ist deshalb unbedingt empfehlenswert, die 600 Euro extra für einen CCS-Ladeanschluss auszugeben, mit dem man an Schnellladesäulen Strom ziehen kann, um vergleichsweise rasch weiterfahren zu können. Der Stecker ist übrigens sehr praktisch mittig in der Front untergebracht. Dass ein Elektroauto einen klassischen Fahrzeugschlüssel hat, den man im Schloss umdrehen muss, überrascht denn aber genauso wie die konventionelle Handbremse – der günstige Preis setzt der Elektrifizierung also spürbar Grenzen.

Karosserie/Ausstattung

Der optisch durchaus gelungene Spring wirkt auf den ersten Blick größer, als er wirklich ist. Das merken dann spätestens die Passagiere in der zweiten Reihe, dass man es mit einem gerade 3,73 Meter kurzen Fahrzeug zu tun hat. In den Kofferraum passen 270 Liter. Fahrer und Beifahrer jedoch haben ordentlich Platz, auch wenn es den Sitzen an Seitenhalt fehlt. Die Bedienung ist eher konventionell statt elektrisch, dafür aber leicht verständlich. Die Kunststoffe im Innenraum sind eher rustikal.
Der Spring wird übrigens weder in Rumänien noch bei der Mutter Renault in Frankreich produziert – sondern in China. Dort nämlich läuft die Spring-Basis, der Renault K-ZE, bereits seit längerer Zeit vom Band. Aber Werk hat der auf europäische Normen hin veränderte Spring sechs Airbags, Notfall-Bremsassistent, elektrische Fensterheber vorn und hinten, Klimaanlage, elektrisch einstellbare Außenspiegel, Lichtautomatik, Tempomat und DAB-Radio mit USB-Anschluss. Der von uns gefahrene Testwagen mit der Ausstattung Comfort Plus hatte dann etwa noch Rückfahrkamera sowie Navi mit Touchscreen. Übrigens kann man sich in einer App nicht nur die verbleibende Reichweite, sondern auch den Standort des Wagens anzeigen lassen.

Fahrverhalten

Das Wägelchen liegt wenig überraschend nicht gerade satt auf der Straße, Unebenheiten werden spürbar weitergereicht. Die Lenkung sollte direkter sein.

Wirtschaftlichkeit

Einen Spring gibt es laut Liste ab 20.940 Euro. Unser Testwagen kam auf 22.390 Euro. Durch 9000 Euro Förderung wird Elektromobilität damit wirklich bezahlbar. Auch der Verbrauch, der nur wenig über den offiziellen 13,9 Kilowattstunden pro 100 Kilometer liegt, ist vergleichsweise niedrig.

Fazit

Das beste Argument für den Spring ist der Preis. Dafür muss man bei dem kleinen Wagen natürlich Kompromisse machen. Wirklich wohl fühlt man sich nur in der Stadt. Und angesichts der begrenzten Reichweite wäre dort eine feste Lademöglichkeit gut. Immerhin: Nach Verzicht sieht das schmucke Wägelchen – im Gegensatz zu anderen Billig-Stromern – nicht wirklich nicht aus.