Den Kleinwagen aus Köln gibt es in seiner aktuellen Generation auch mit Hybridtechnik; genauer gesagt als Mildhybrid und in zwei Leistungsstufen. Zu einer 125 PS starken Version gesellt sich noch die hier von uns getestete 155-PS-Variante.

Motor

Hauptakteur im Fiesta Hybrid ist ein Dreizylinder-Benziner mit Turbolader, der mittels einem 48-Volt-Mildhybridsystem unterstützt wird. Dies geschieht durch einen Riemenstartgenerator, der sich neben der elektrischen Unterstützung auch für die Start-Stopp-Funktion verantwortlich zeigt. Der Benziner besitzt den typisch rauen Klang eines Dreizylinders und neigt in unteren Drehzahlen zum Brummen. Er hängt gut am Gas, ist drehfreudig und überraschend kraftvoll.

Karosserie/Ausstattung

Der Testwagen rollte als ST-Line X vor und besaß dezent sportliche Anleihen. Von vorne betrachtet, fallen rahmenartig die LED-Scheinwerfer umlaufende Tagfahrlichter ins Auge und aus der Seitenperspektive verströmt der Fiesta durch seine stark nach hinten ansteigende Fensterlinie einige Van-Allüren. Die Heckklappe verrät mittels Badges dann die Antriebsart und ein angedeuteter Diffusor hält die Sportnote auf Trab.
Innen verbindet der Fiesta Bewährtes mit Modernem. Und so schaut der Fahrer auf ein klassisches Cockpit mit analogen Instrumenten, wohingegen mittig auf der Instrumententafel ein großer Touchscreen thront. Ein dick gepolstertes Lenkrad gefällt den Fahrerhänden und diverse Akzentnähte in Rot auf den Sitzbezügen unterstreichen auch hier die sportliche Note. Dank fünf Türen ist der Ein- und Ausstieg recht bequem, wobei das Platzangebot dem der Fahrzeugklasse entspricht – nicht mehr und nicht weniger.
Der Kofferraum blieb trotz der zusätzlichen Hybridbatterie fast unangetastet, musste nur 18 Liter dafür opfern und kommt nun auf 292 Liter. Werden die hinteren Lehnen umgeklappt, passen immer noch gute 1093 Liter in das maximierte Gepäckabteil.
Dank der hohen Ausstattungsversion ST-Line X gibt’s so manches Schmankerl bereits ab Werk im Fiesta. Dazu gehört unter anderem das tolle Bang & Olufsen Soundsystem, welches mit unverfälschtem und sauberem Klang die Testohren erfreuen konnte. Aufpreis verlangt Ford für die LED-Scheinwerfer – 750 Euro möchte man dafür haben. Doch wir empfehlen diesen Aufpreis, denn als Gegenleistung erhält man einen sehr hellen, weitreichenden und fleckenfreien Lichtteppich, der das Fahren bei Dunkelheit massiv erleichtert. Als i-Tüpfelchen gibt es dann gleich noch dynamisch pulsierende Blinker vorne dazu.
Das Bedienkonzept für das Infotainment mit dem Ford Sync 3 Navigationssystem ist nahezu selbsterklärend und sehr intuitiv angelegt. Wer nicht ausschließlich um die Ecke zum Supermarkt fährt, sollte auch über das Fahrassistenz-Paket nachdenken. Für 900 Euro erhält man hiermit nicht nur den Frontkollisionswarner, sondern unter anderem auch einen sehr gut funktionierenden Abstandstempomaten. Wer außerdem schnell friert, dem legen wir das 500 Euro teure Winterpaket ans Herz: Sitz- und Lenkradheizungen sind hier ebenso dabei wie eine superschnelle elektrische Frontscheibenheizung. Damit darf man dann im Winter dem Kratzen Ade sagen.

Fahrverhalten

Der Fiesta besitzt als ST-Line X ein sportlich abgestimmtes Fahrwerk, wodurch sich der Kleinwagen dank des durchaus lebendig wirkenden Antriebs auch mit Fahrfreude dirigieren lässt. Doch Sorgen um seine Bandscheiben muss man sich dabei nicht machen, denn der Restkomfort ist immer noch so ausgeprägt, dass auch lange Strecken problemlos zu bewältigen sind. Die direkte Lenkung sowie die leistungsstarken Bremsen passen hier bestens zum Gesamtpaket.
Den E-Support des Riemenstarters spürt man indes kaum, am ehesten ist dieser beim Anfahren zu erahnen. Das ganze Temperament des Kleinwagens erwacht ab rund 2000 Touren, dann zieht er ordentlich und giert schnell nach dem nächsthöheren Gang. Unter dieser Drehzahlgrenze geht es eher moderat zu und der Benziner brummelt gut vernehmbar nach höheren Drehzahlen.

Wirtschaftlichkeit

Das Verbrauchsverhalten soll sich dank der Mildhybridtechnik verbessern. Wir konnten hierbei ein recht schmales Spektrum feststellen, dass sich im Drittelmix mit 6,9 Litern auf 100 Kilometer manifestierte. Nach oben ging es bei Vollgasfahrten bis zu 9,8 Litern und nach unten schafften wir auf der dafür vorgesehenen Sparrunde den Bestwert von 4,7 Litern.
Der Anschaffungspreis für den 155-PS-Hybriden liegt bei 23.650 Euro. Die sportliche Ausstattung ST-Line X schlägt mit zusätzlichen 2.500 Euro zu Buche. Wer nicht so viel Wert auf Leistung legt, kann sich ab 22.150 Euro mit der 125-PS-Variante begnügen. Das erfreulichste zum Schluss: Aktuell darf man dank Hybridförderung einen Preisnachlass von 2310 Euro vom Kaufpreis abziehen, was den Fiesta Hybrid nochmals attraktiver macht.

Fazit

Als grundsolider Kleinwagen überzeugte der Fiesta Hybrid im Test durch dezente Optik, einen kraftvollen Antrieb und einen hohen Nutzwert. Dabei offenbarte er keine nennenswerten Schwächen und blieb jederzeit unaufgeregt und neutral, ohne dabei zu versäumen, auch mal den Fahrspaß anzufachen. Er mimt nicht den extrovertierten Eyecatcher, sondern schwimmt lieber unauffällig im Verkehr mit, kann aber bei Bedarf dem einen oder anderen zeigen, dass fahrdynamisch mehr in ihm schlummert, als die Optik suggeriert.