Ein Jeep kann vor allem eines: Gelände. Daher wird der Markenname auch gern als allgemeine Bezeichnung für geländetaugliche Fahrzeuge benutzt. Dieser hier bringt ein Novum in die seit 2015 bestehende zweite Generation dieses Modells: den Hybridantrieb.

Motor

Als Konglomerat teilen sich ein 1.3-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mir Turboaufladung und ein Elektromotor an der Hinterachse die Antriebsaufgabe am Compass 4xe. Der Verbrenner leistet 180 PS und der E-Antrieb 60 PS – macht zusammen eine Systemleistung von 240 PS sowie 520 Newtonmeter maximales Drehmoment.

Karosserie/Ausstattung

Im Großen und Ganzen unterscheidet sich dieser Plug-in Hybrid nur im Detail von seinen Compass-Geschwistern. Während ein blau umrahmtes Markenschild im Frontgrill auf den PHEV hinweist – abgekürzt für Plug-In Hybrid Electric Vehicle – bekennt der Compass an der Heckklappe per Modellbezeichnung „4xe“ seine Zugehörigkeit zu den Hybridfahrzeugen. Außerdem besitzt der Wagen als Trailhawk seitlich die begehrten „Trail Rated“-Plaketten, mit denen der Nachweis über eine besonders ausgeprägte Geländetauglichkeit erbracht wird.
Der Innenraum bleibt auch beim PHEV burschikos und sympathisch rustikal, ohne irgendwo billig zu wirken – im Gegenteil. Dank diverser Trailhawk-Applikationen, wie als Stickerei in den Sitzflächen oder als seitliches Schild an den Bezügen sowie durch rote Akzentuierungen überall, trumpft dieser Compass optisch richtig auf. Die Sitze sind recht bequem und die Platzverhältnisse insbesondere auf der zweiten Sitzreihe gut ausgeprägt.
Feines Leder mit perforierten Sitzflächen wird von roten Kontrastnähten pointiert und ein großes Panoramaglasdach flutet den gesamten Innenraum mit Licht. Dank Uconnect Infotainment und teildigitalem Cockpit gibt es eine ganze Armada an Möglichkeiten, die von der exakten Routenführung des Navigationssystems bis zu den Übersichtsseiten der Hybridtechnik reicht. Letztere offenbaren eine wahre Fülle an Informationen und Parametern rund um das Antriebskonzept. Vom Akku-Ladezustand über den Energiefluss in Echtzeit oder die kalkulierten Aufladezeiten bis hin zu detaillierten Verbrauchs- und Effizienzübersichten reicht das Angebot noch weit darüber hinaus.
Auch der Hörgenuss wird hier bedient, denn der Testwagen verfügte über eine Alpine-Soundanlage, mit der man den Innenraum adäquat und klanglich ausgewogen beschallen konnte. Die Bi-Xenon-Scheinwerfer bringen genügend Licht auf die Fahrbahn, kommen aber bei Nässe auch an ihre Grenzen. Hier spürt man, dass die verwendeten 25-Watt-Brenner nicht in der Lage sind, vergleichbaren LED-Pendants das Wasser zu reichen.

Fahrverhalten

Die Grundabstimmung des Compass 4xe Trailhawk entpuppt sich als überraschend straff, bleibr dabei aber weit entfernt von unkomfortablen Allüren. Mit einer etwas zu leichtgängigen Lenkung manövriert man den Wagen größtenteils sicher und dies auch bei höheren Geschwindigkeiten. Doch gemacht ist der Trailhawk ganz klar für die Wege abseits der Asphaltadern. Fünf Fahrprogramme – eines davon exklusiv nur als Trailhawk, nämlich „Rock“, zum Felsen klettern – eine Getriebeuntersetzung sowie eine Lockfunktion, mit welcher der Allradantrieb permanent zugeschaltet wird. Dadurch und dank einer bereits optisch klar ersichtlichen Bodenfreiheit sowie großzügiger Böschungs- und Rampenwinkel, fährt dieser Jeep durch jeden Offroad-Parcours, als gäbe es kein Morgen. Selbst Wasserdurchfahrten bis zu 50 Zentimeter Wassertiefe – als Trailhawk gehen zehn mehr, als der herkömmliche Compass verträgt – machen diesem Jeep nichts aus.

Wirtschaftlichkeit

Diesen PHEV gibt es in zwei Varianten: Die hier getestete 240-PS-Version und eine 190-PS-Version. Der letztgenannte startet ab 42.200 Euro, unser stärkeres Testmodell stand fahrbereit mit ein paar Extras on top für rund 52.700 Euro auf dem Hof. Das ist rund doppelt so viel, wie für den Basis-Compass mit der kleinsten Motorisierung. Nun ja, dafür erhält man hier ja einen Plug-in Hybrid mit richtig viel Ausstattung und wenn man den Akku regelmäßig auflädt, ergibt sich ein klarer Effizienzvorteil. Denn mit vollem Akku braucht der 4xe nur gut zwei Liter auf 100 Kilometer. Ist der komplett leergefahren, kann man mit Zurückhaltung auch eine Fünf vor dem Komma erreichen. Im Drittelmix waren es dann 8,9 Liter. Das zeigt, dass der PHEV wie jeder andere auch artgerecht gefahren werden muss – also regelmäßiges Aufladen ist Pflicht – um den Effizienzbonus einheimsen zu können. Ignoriert man die Ladestationen, ist der Vorteil futsch und die Effizienz schlechter, als bei jedem anderen verfügbaren Antrieb des Compass.
Mit vollem Akku fuhren wir im Schnitt 41 Kilometer rein elektrisch – auf befestigter Straße, versteht sich. Generell startet das SUV immer elektrisch, sofern der Akku ausreichend geladen wurde. Das Aufladen funktioniert übrigens auch während der Fahrt per Benzinmotor. Herkömmlich darf entweder an der Hauhaltsteckdose oder mit dem Typ-2-Kabel an jeder AC-Ladesäule geladen werden. Das dauert bei 230 Volt zu Hause rund drei Stunden beziehungsweise etwa die Hälfte an der AC-Ladestation.

Fazit

Der Jeep Compass 4xe Trailhawk verknüpft auf interessante Art und Weise ein hohes Maß an Geländeaffinität mit hoher Effizienz dank einer modernen Antriebssymbiose. Als reines Stadtmobil muss es nicht der Trailhawk sein, doch wer regelmäßig das befestigte Terrain verlässt, sollte darauf nicht verzichten. Ebenso wenig auf das regelmäßige Strom tanken, denn erst dadurch wird das SUV zum Sparmobil und macht gleich doppelt Spaß.
Zudem macht seine rustikale und zeitlose Optik ordentlich was her und dank einer Vielzahl an Assistenten ist man im Compass auch sicher unterwegs.