Der Kia Ceed der dritten Generation hat nun seine erste echte Modellpflege bekommen. Nach nur leichten Modifizierungen in den beiden Modelljahren zuvor, gab es jetzt etwas mehr an Updates sowie auch frisches Makeup.

Motor

Als Antrieb fungierte im Testwagen ein Vierzylinder-Benzinmotor mit Turbolader, der aus 1,5 Litern Hubraum 160 PS generiert. Das maximale Drehmoment beträgt 253 Newtonmeter und ist ab sehr frühen 1500 Umdrehungen pro Minute verfügbar. Unterstützt wird der Motor durch ein Mildhybrid-System, das dem Verbrenner mittels Riemenstartgenerator beisteht. Die Kraftübertragung übernimmt ein knackiges Handschaltgetriebe mit sechs Gängen. Der Motor ist für einen Vierzylinder laufruhig und sorgt dank dem zeitig verfügbaren Drehmoment für allzeit guten Vortrieb. Die Gasannahme ist flott, der Motor wirkt hierdurch sehr lebendig.

Karosserie/Ausstattung

Die Modellpflege ging mit einer sichtlich modernisierten Front einher, wobei die neuen Scheinwerfer die größte Neuerung ausmachen dürften. Mit neuer dreiteiliger Lichtsignatur fürs LED-Tagfahrlicht, welches auch gleich die Funktion des Blinklichts übernimmt, sieht der Ceed um einiges frischer aus. Mehr Chrom wurde ihm außerdem rund um die „Tigernase“ verpasst. Auch am Heck gibt es neue Rückleuchten mit je 48 Einzelmodulen in LED-Technik, die entfernt ein wenig an den Kia Stinger erinnern.
Im Interieur fanden die meisten Änderungen in technischer Form statt. So erhielt das volldigitale Cockpit neue Anzeigemöglichkeiten und das tolle Navi ist nun in fast allen Ausstattungen ab Werk dabei. Das Bedienkonzept des 10,25-Zoll-Infotainments wurde nochmals feingetunt und erwies sich als intuitiv in der Menüführung sowie einfach bedienbar. Viele echte Schalter und Drehregler blieben dem Koreaner erhalten. Hier geht man glücklicherweise andere Wege als bei hiesigen Herstellern wie beispielsweise Volkswagen.
Das Raumgefühl und die Platzverhältnisse sind vorne sehr gut, hinten wird es für die Knie recht knapp, sofern man etwas größer gewachsen ist. Auch die breiten C-Säulen mindern im Fond das Raumgefühl etwas. Der Kofferraum ist derweil mit mindestens 395 Litern größer als im aktuellen Golf und auch maximiert passen mit 1291 gut 50 Liter mehr hinein als beim Wolfsburger Platzhirsch.
Die Materialanmutung ist ansprechend und erhält einen Daumen nach oben. Das gilt ebenso für die Verarbeitung, die bis ins Detail nirgendwo im Ceed einen Fehler offenbarte. Das Navi ist dank permanenter Onlineverbindung up to date was Verkehrsfluss oder Parkplatz-Verfügbarkeiten angeht. Über einen Remote-Fernzugriff lassen sich auch Routen per App vorplanen und zum Auto schicken. Die Online-Dienste sind umfangreich und Kia legt diese für sieben Jahre – so lang wie die Fahrzeuggarantie auch – kostenlos bei. Android Auto und Apple CarPlay funktionieren bestens, benötigen hier aber noch eine Kabelverbindung mit dem Fahrzeug per USB.
DAB+ gehört zur Serienausstattung und das JBL-Soundsystem mit dem dynamischen Klang ist bei der GT Line ebenfalls ab Werk dabei. Wer einen adaptiven Tempomaten mit Stauassistenten möchte, muss auf das optional erhältliche Doppelkupplungsgetriebe setzen, denn nur mit diesem ist der schlaue Assistent dabei.

Fahrverhalten

Dank GT Line wurde der Ceed sportlich angehaucht, was man auch am Fahrwerk merkt. Dessen Setup ist recht straff ausgefallen, sodass es bei holprigen Straßen schon das eine oder andere Mal leicht erschütternd zugehen kann. Doch insgesamt lässt sich das noch verschmerzen. Außerdem besitzt der Kia dank ebendieser Abstimmung eine exakte und sehr satte Straßenlage. Kurven durcheilt er mühelos und durchaus gierig. Das macht Spaß und passt sehr gut zum neutralen Fahrverhalten. Lastwechsel verlaufen kontrollierbar und das Einlenken gelingt wie auch alle anderen Lenkmanöver exakt und mit viel Rückmeldung.
Das zeitig anwesende Maximaldrehmoment verleitet zudem zum schaltfaulen Fahren. Untertouriges Cruisen klappt im Ceed mit dieser Motorisierung problemlos. Legt man es drauf an, erlaubt das in den ersten Gängen kurz übersetzte Getriebe Beschleunigungen aus dem Stand auf Tempo 100 in gut acht Sekunden. Schluss ist erst bei 210 km/h, wobei der Tacho 225 km/h vorschwindeln möchte. Das Bremsverhalten war derweil jederzeit tadellos. Dosierbarkeit und Standfestigkeit waren dabei stets bestens.

Wirtschaftlichkeit

Beim Verbrauch kommt es wie fast immer auf die Fahrweise an. Im Schnitt genügten dem Benziner 6,3 Liter auf 100 Kilometer. Bleibt man auf Sparkurs und fährt ihn sehr defensiv, kommt man auf gut vier Liter pro 100 gefahrener Kilometer. Bei Volllast und permanent über 200 km/h unterwegs, wurde es dann aber unverschämt und der Verbrauch stieg auf über 14 Liter.
Dafür ist der Anschaffungspreis für den Kia Ceed deutlich günstiger als bei Konkurrenzmodellen deutscher Herkunft, wie zum Beispiel dem Golf. Der Ceed beginnt bereits bei 20.790 Euro, die hier gefahrene GT Line kostet mindestens 29.390 Euro. Zum Vergleich: Ein VW Golf beginnt erst bei 28.500 Euro und der vergleichbare 150-PS-Golf kommt bereits auf 29.575 Euro – mit signifikant weniger Ausstattung. Von der 7-Jahres-Garantie mal ganz abgesehen, die bei Kia für jedes Modell serienmäßig gewährt wird.

Fazit

Der Kia Ceed wird nicht umsonst von vielen als koreanischer Golf bezeichnet. Die Kompaktklasse von Kia ist optisch ein echter Hingucker und technisch absolut durchdacht, wie auch technologisch up to date. Er besitzt das bessere Bedienkonzept als viele seiner europäischen Wettbewerber und bleibt preislich insgesamt absolut im Rahmen. Platztechnisch ist er mittendrin, beim Kofferraum sticht er sogar viele aus und sieben Jahre Garantie bietet weltweit kein anderer in diesem Fahrzeugsegment.
Wer in der Kompaktklasse auf der Suche ist und den Kia Ceed aus unerfindlichen Gründen noch nie auf dem Schirm hatte, sollte spätestens jetzt einmal vergleichen und vor allem den Koreaner auch ausprobieren. Wir sind uns sicher, neben der 7-Jahres-Garantie gibt’s den Aha-Effekt ebenfalls unter Garantie dazu.