Limousinen scheinen in der Kompaktklasse fast schon komplett aus der Mode gekommen zu sein, bis vor kurzem einige Hersteller diese in neuem Dress anboten. Zugegeben, ein wirklicher Boom blieb aus. Doch der Mazda3 Fastback ist eine wirklich eine schicke Kompakt-Limousine, die sich mit ihrer Länge von 4,66 Metern nicht einmal vor der Mittelklasse verstecken muss.

Motor

Der Mazda3 Fastback ist aktuell ausschließlich mit dem sogenannten e-Skyactiv X Antrieb erhältlich. Der Kunde hat hier lediglich die Wahl zwischen einem manuellen Sechsgang-Schaltgetriebe und einem Skyactiv-Drive Automatikgetriebe. Das Aggregat generiert eine Leistung von stattlichen 186 PS. Der Fastback ist im Übrigen nur als Fronttriebler erhältlich.
Die Besonderheit des e-Skyactiv X Antriebs ist das Prinzip der Selbstzündung trotz Benzinantrieb im Teillastbereich, wodurch das Fahrzeug deutlich an Kraftstoff sparen soll. Laut Mazda genehmigt sich der 3er Fastback im Durchschnitt nur 4,6 Liter pro 100 Kilometer, was sofort Diesel-Assoziationen hervorruft.

Karosserie/Ausstattung

Auf den ersten Blick erscheint die Limousine um ein Vielfaches eleganter als ihr fünftüriges Pendant. Die Front gleicht diesem dabei bis ins Detail, die Scheinwerfer fügen sich auch hier angenehm mit ihrem geschärften Design in die niedrige Frontpartie ein. Die Seitenansicht fördert dann die Differenzierung zutage. Die Seitenlinie gleicht einer kleinen Limousine aus Lehrbuch, dieser „cleane Look“, ganz ohne Schnickschnack, dürfte aus Sicht der Redaktion nicht nur einer jüngeren Klientel zusagen.
Der betont schicke Abschluss streckt das Fahrzeug optisch enorm. Ein kantiges Stufenheck beherbergt schmale LED-Heckleuchten, welche die Formensprache der Frontscheinwerfer aufgreifen. Lediglich der Zugang zum Kofferraum ist etwas klein geraten. Hier kann der Fünftürer eine größere Klappe vorweisen. Im Innenraum bleibt es derweil nüchtern und kühl. Die Anordnung der einzelnen Bedienelemente ist selbsterklärend und auch Novizen dürften sich hier schnell zurechtfinden.
Die Tachoeinheit bleibt im Mazda3 weitgehend analog und der aufgesetzte Zentralbildschirm fügt sich durch seine asymmetrische Form recht gut in die Mittelkonsole ein. Für die darunter befindliche Klimasteuerung gilt das ebenfalls.
Die Sitze sind vorne angenehm ausformt und uneingeschränkt langstrechentauglich. Hinten geht es erwartungsgemäß enger zu, doch mit vier Personen reist es sich recht angenehm. Das Ladeabteil offeriert 450 Liter, die sich durch Umklappen der Rücksitzlehnen auf bis zu 1138 Liter erweitern lassen. Für den täglichen Bedarf ist dies mehr als ausreichend – und im Übrigen mehr als der Fünftürer bieten kann.

Fahrverhalten

Auf unserer ersten Testfahrt mit dem Japaner fällt zunächst der sehr ruhige Motorlauf auf. Dies ändert sich auch bei forcierter Fahrt nicht, eine gewisse Grundcontenance wohnt dem Antrieb stets inne. Auf der Autobahn gibt sich die Limousine ebenfalls recht souverän. Lediglich in sehr hohen Geschwindigkeitsbereichen nehmen Geräuschkulisse und Verbrauch proportional zum Tempo zu, weshalb die Reisegeschwindigkeit idealerweise zwischen 140 und 160 Stundenkilometern liegt.
Lobenswert ist das knackige Schaltgetriebe, welches jeden Gedanken an die ebenfalls mögliche Automatik schnell beiseiteschiebt. Es macht schlicht zu viel Spaß, die einzelnen Gänge wahlweise hoch auszudrehen oder zeitnah den nächsten Gang einzulegen. Die bei Mazda zelebrierte „Jinba-Ittai-Philosophie“ trägt auch der 3er Fastback in graziler Weise an den Fahrer heran.
In urbanen Gefilden macht sich der Längenzuwachs – immerhin exakt 20 Zentimeter mehr als der Fünftürer – kaum bemerkbar. Die Lenkung erwies sich als leichtgängig und präzise, das Manövrieren durch enge Parkhäuser geht dem Fahrer spielend von der Hand. Aufgrund der nicht allzu guten Sicht nach hinten, erfreuten sich alle Redakteure dennoch über die Unterstützung der Rückfahrkamera, mit welcher zentimetergenaues Rangieren möglich wird.
Ein großes Lob haben darüber hinaus die Bremsen verdient, welche stets mit guter Dosierbarkeit aufwarteten. Lediglich der Druck, der auf das Bremspedal ausgeübt werden muss, ist hier höher, was etwas Gewöhnung bedarf. Wer sich nun fragt, ob man von dem Selbstzündungsprinzip im Teillastbereich etwas mitbekommt, dem können wir mit einem klaren „Nein“ antworten. Der Wechsel geht hier so diskret vonstatten, dass weder Fahrer noch Passagiere hiervon etwas vernehmen.

Wirtschaftlichkeit

Wie bereits erwähnt, wird der Mazda3 Fastback ausschließlich mit einer Motorisierung und zwei möglichen Getriebevarianten angeboten. Der Basispreis für den Handschalter beträgt 26.990 Euro. Bereits in der Basisversion rollt der Japaner mit einer äußerst umfangreichen Ausstattung vor. So sind hier unter anderem 16-Zoll-Räder, ein Head-Up-Display, Voll-LED-Scheinwerfer und ein 8,8 Zoll großes Infotainment samt Navi und DAB+ enthalten.
Für exakt 2000 Euro mehr erhält der Kunde die Version „Selection“, welche zusätzlich 18-Zoll-Räder, Klimaautomatik, Sitzheizung vorne und das schlüssellose Zugangssystem „Login“ bereithält. Unser Testwagen war ein „Selection“ Modell und erhielt on top noch das wunderschöne Magmarot Metallic für 950 Euro, eine schwarze Lederausstattung für weitere 1800 Euro sowie das i-Activsense Paket mit 360-Grad-Kamera, erweiterter Stauassistenz, Querverkehrswarner samt Notbremsfunktion und Müdigkeitswarner, welches mit 1200 Euro zu Buche schlägt.
Für eine audiophile Kundschaft steht derweil ein Bose Soundsystem für weitere 750 Euro auf der Optionsliste und ein 1000 Euro teures Design-Paket veredelt den ohnehin schon schicken Japaner bis ins Detail. Da fallen die 160 Euro für die induktive Ladestation schon gar nicht mehr ins Gewicht.
Der Verbrauch des Mazda3 Fastback richtete sich überwiegend nach dem Fahrstil, blieb aber im Drittelmix bei 5,9 Litern pro 100 gefahrener Kilometer. Wer es ruhig angehen lässt, unterbietet problemlos die Fünf-Liter-Marke, während Vollgasfahrten schnell Werte im zweistelligen Bereich provozieren.

Fazit

Der Mazda3 Fastback darf sich mit Fug und Recht als eine der aktuell schönsten Kompaktklasse-Limousinen bezeichnen. Seine Konkurrenten heißen Hyundai i30 Fastback und Honda Civic und können ihm in puncto Eleganz nicht das Wasser reichen. Dazu kommt eine bereits ab der Basis reichhaltige Sicherheits- und Komfortausstattung, die sich nach Belieben weiter aufrüsten lässt. Wirft man dann noch den innovativen e-Skyactiv X Antrieb in die Waagschale, so könnte die japanische Limousine durchaus als Geheimtipp gehandelt werden.
Wer auf die Multifunktionalität eines Fünftürers nicht angewiesen ist und ein elegantes Fahrzeug aus der Kompaktklasse sucht, könnte unter Umständen beim Mazda3 Fastback goldrichtig liegen.