Seit gut einem Jahr ist die zweite Generation des GLA erhältlich und zeigt sich deutlich moderner als der Vorgänger, wenngleich Analogien zur B-Klasse offensichtlich werden. Doch das ist nichts Schlechtes – im Gegenteil.

Motor

Ein Selbstzünder mit aufwendiger Abgasreinigung treibt das Kompakt-SUV an: Der 2.0-Liter Turbodiesel ist ein Reihenvierzylinder, leistet 190 PS sowie 400 Newtonmeter maximales Drehmoment, das bereits ab 1600 Umdrehungen pro Minute verfügbar wird. Insgesamt vier Katalysatoren – einer davon fungiert auch als Dieselpartikelfilter – halten die Abgase sauber und lassen den Schwaben die aktuell strengsten Emissionsvorschriften erfüllen.

Karosserie/Ausstattung

Genau genommen könnte man den GLA für eine hochgelegte B-Klasse halten, denn die Ähnlichkeiten sind in der Tat deutlich. Dennoch transportiert ebendieses Plus an Höhe – es sind 50 Millimeter – die nötige Portion an SUV-DNA, mit derer sich der GLA abgrenzen kann. Dazu kommt ein angedeuteter Unterfahrschutz unter dem massiven Frontgrill mit dem beheizten Stern, in dem auch die Radareinheit untergebracht wurde, welche das Vorfeld des Autos überwacht.
Im Innenraum herrscht eine fast feudal anmutende Atmosphäre. Hier haben sich die Stuttgarter wahrlich nicht lumpen lassen und verpassten dem Kleinen eine tadellos verarbeitete Ansammlung feinster Materialien. Die digitale Ankunft im Hier und Heute beweist das SUV allein durch die im Doppelpack daherkommenden Bildschirme im jeweils 10.25-Zoll-Format. Dazu kommt ein tolles Raumgefühl und im Vergleich zum Vorgängermodell hat sich einiges in puncto Rundumsicht getan. Die Sitze sind sehr bequem, was auch für die Fondplätze gilt. Der Kofferraum fasst reichlich über 400 Liter, was genug Möglichkeiten für den Alltag bieten sollte. Die Türen schließen satt, was überaus wertig klingt, die Heckklappe wird dazu elektrisch und angenehm schnell bewegt. Kurzum, der GLA ist berechtigterweise im Premiumbereich platziert und ähnelt in vielerlei Hinsicht auch seinen größeren Geschwistern.
Das MBUX – Mercedes-Benz User Experience – stellt das umfangreiche Infotainment-Erlebnis sicher. Dies reicht von glasklarer Anzeige auf den beiden hochauflösenden Screens über einen intelligenten Sprachassistenten, der weitaus mehr beherrscht, als eine Zieladresse einzugeben, bis zur erstklassigen Klimatisierung des Innenraums, der Sitze und des Lenkrads, was man auf Wunsch auch lückenlos automatisieren kann. Bedientechnisch gesehen, muss man anfangs ein bisschen Zeit investieren, um die komplexe, aber durch und durch intuitive Bedienung des Mercedes verinnerlichen zu können. Dann erwies sich all dies als kinderleicht und super einfach.

Fahrverhalten

Der GLA wirkt gut motorisiert und kann dank seines kraftvollen Antriebs jederzeit aus dem Dahingleiten in den Sprint wechseln. Dabei bleibt das Fahrwerk stets unaufgeregt und das Fahrverhalten durchgehend neutral, was auch dem sehr guten, stets für maximale Traktion stehenden Allradantrieb 4Matic geschuldet ist. Klar auf Komfort abgestimmt, passt der kleine Schwabe auch ideal als Untersatz auf langen Reisen.
Das Acht-Gang-Doppelkupplungsgetriebe bleibt beim Gangwechsel meistens im Hintergrund und wird nur bauartbedingt etwas direkter, wenn man dem SUV seine Leistung in Gänze abverlangt. Dazu kommt eine tadellose Rückmeldung liefernde, angenehm leichtgängige Lenkung und eine Bremsanlage mit gutem Pedalgefühl sowie hoher Standfestigkeit.

Wirtschaftlichkeit

Mit dem 220d steht der GLA leistungstechnisch als stärkster Diesel auf den Rädern und insgesamt im oberen Mittelfeld der verfügbaren Antriebe. Der Verbrauch belief sich im Drittelmix bei 7,3 Litern auf 100 Kilometer, was deutlich über den angegebenen Werksangaben lag. Dennoch darf man aufgrund der verfügbaren Leistung zufrieden sein. Auf der Sparrunde verringerte sich der Verbrauch auf 6,1 Liter, was sich dem von Mercedes-Benz angegebenen WLTP-Wert von 5,6 Litern zumindest annäherte.
Dafür ist der Preis des GLA definitiv Premium. So toll das Auto ist und so ähnlich er ausstattungs- und verarbeitungstechnisch seinen größeren Modellgeschwistern kommt, so nahe ist auch das Preisgefüge zu sehen. Mindestens 45.196 Euro muss man für den 220d als 4Matic berappen. Wählt man noch einige Sonderoptionen, ist man sehr schnell in Richtung 70.000 Euro unterwegs. Viel Geld für ein Kompakt-SUV, doch in dieser tadellosen Art, wie sich dieses präsentiert, ist dieser auch nicht ganz unbegründet. Los geht es übrigens mit dem GLA 180 – dem mit 136 PS kleinsten frontgetriebenen Benziner – ab 36.800 Euro.

Fazit

Der Mercedes-Benz GLA 220d ist ein hochwertiges, sehr komfortables und zudem sicheres Kompakt-SUV, welches mit dem stärksten Diesel eine sehr empfehlenswerte Motorisierung erfuhr. Seine topmoderne Ausstattung und die technologisch erstklassig arbeitenden Assistenzsysteme machen ihn zum Premium-Fahrzeug, dessen Gesamtpaket stimmig wirkt, aber eben auch einen entsprechenden Preis aufruft.
Für alle, die in diesem Fahrzeugsegment auf der Suche nach Extravaganz und Premium sind, dabei den Komfort besonders im Fokus haben sowie die Verbrauchs- und Emissionswerte als wichtig deklarieren, kommen am GLA in dieser Ausführung im Grunde nicht vorbei.