Die zweite Generation des Countryman ist bereits im vierten Jahr des Bestehens und erhielt im letzten Sommer eine Modellpflege. Als SUV-Variante des Minis erfreut sich diese Karosserieversion nach wie vor großer Beliebtheit – Tendenz steigend.

Motor

In unserem Testwagen schlug als Herz der stärkste verfügbare Diesel: Ein aufgeladener Reihenvierzylinder mit zwei Litern Hubraum, der daraus kraftvolle 190 PS sowie 400 Newtonmeter generieren kann. Im Kaltstart lässt sich das Prinzip der Selbstzündung noch nagelnd vernehmen, verschwindet aber im betriebswarmen Zustand in vernachlässigbare Bereiche. Nur in hohen Drehzahlen wird der Commonrail-Turbodiesel im Innenraum akustisch zunehmend dominanter.

Karosserie/Ausstattung

So richtig Mini ist dieser Countryman freilich längst nicht mehr. 4,30 Meter Länge und 1,60 Meter Höhe ist schon eine Ansage – Kunststück: die Grundplatte kommt vom BMW X1. Als SD-Version wiegt er zudem 1,6 Tonnen, die man ihm aber nicht auf Anhieb ansieht. Hübsche LED-Scheinwerfer mit LED-Umrahmungen als Tagfahrlicht, ein neuer Frontgrill und eine Rundum-Beplankung stehen dem Landjungen bestens. Am Heck grüßt per LED-Signatur der Union-Jack aus den Rückleuchten – etwas Patriotismus muss eben auch sein.
Der Innenraum erweist sich als hochwertig, mit vielen tollen Materialien wie Leder, Softtouch-Oberflächen und hübschem Dekor. Eine digitale Screenlandschaft mit Cockpitdisplay und Zentralbildschirm läutet die Moderne ein. Dazu gibt es etwas dezent gepolsterte, aber dennoch bequeme Sitze mit viel Platz vorn und hinten. Der Mini-Ur-DNA wurde Genüge getan, indem der zentrale Bildschirm weiterhin in einem kreisrunden „Bullauge“ positioniert und viele echte Schalter und Knöpfe ins Neuzeitliche herübergerettet wurden.
In das Ladeabteil passen ordentliche 450 Liter und falls das mal nicht ausreicht, gibt es nach dem Umklappen der Rückenlehnen bis zu 1.390 Liter. Das Infotainmentsystem im Countryman ist wie bei allen Minis bedientechnisch etwas gewöhnungsbedürftig, benötigt daher etwas Zeitinvestition, um es vollumfänglich zu verinnerlichen. Dafür punktet das Navigationssystem mit einer exakten Routenführung und verlässlicher Berücksichtigung von Verkehrsstörungen. Sitz- und Lenkradheizungen erwärmen ihr jeweiliges Aufgabengebiet homogen und zeitnah. Diverse Assistenzsysteme unterstützen den Fahrer zuverlässig und ein hervorragendes LED-Licht ergießt sich fleckenfrei und weitreichend vor die Front des Countryman.

Fahrverhalten

Beim Fahren wird die Basis sofort erkennbar: Der Mini fährt sich einem BMW nicht unähnlich. Agiles Ansprechverhalten, für einen Diesel drehfreudig und mittels Acht-Gang-Automatik bestens übersetzt, werden die Antriebskräfte dank All4-Allradantrieb auf alle vier Räder verteilt. Es ist beeindruckend, wie exakt die elektronische Regelung die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse im Griff hat. Traktionsdefizite gibt es so gut wie nie.
Der Mini wirkt in allen Lebenslagen handlich und sicher, kann sein hohes Gewicht nur in stark forcierter Gangart nicht mehr gänzlich kaschieren, bleibt aber selbst im Grenzbereich überraschend gut beherrschbar. Dazu tragen auch eine präzise und viel Feedback liefernde Lenkung sowie sauber dosierbare Bremsen bei. Drei Fahrprogramme – Mid, Green und Sport – fächern die Fahrcharakteristik zwischen sparsam und sportlich auf und halten so für jede Fortbewegungsart die jeweils passende Konditionierung vor.

Wirtschaftlichkeit

Mit dem stärksten Diesel unter der Haube ist das Verbrauchsverhalten besonders abhängig vom Fahrstil. Die Werksangabe von 4,8 Litern auf 100 Kilometer erreichten wir während unseres Praxistests jedenfalls nicht ganz. Im Drittelmix inklusive dem ein oder anderen Abruf der Leistung, genehmigte sich die SD-Variante knapp sieben Liter und im Green-Modus reduzierte sich der Verbrauch auf unserer Sparrunde um knapp zwei, auf 5,2 Liter. Permanent andauernde Vollgasfahrten jenseits der 200 km/h – bis 225 km/h reicht die Fahnenstange übrigens – werden mit knapp zweistelligen Werten quittiert.
Auch beim Preis sollte die Geldbörse besser adipöse Ausprägungen besitzen. Bereits ausstattungsbereinigt werden über 40.000 Euro für den stärksten Diesel fällig und mittels Ausstattungsliste schnellt der Kaufpreis raketenartig in Regionen, die bereits andere Fahrzeugklassen abdecken können. Unser Testwagen kam so auf über 60.000 Euro – ein stolzer Preis für einen Mini.

Fazit

Zugegeben, der Mini Cooper SD Countryman ist wahrlich kein Schnäppchen, doch das Gebotene ist in jedem Fall beeindruckend. Das SUV sorgt in allen Lebenslagen für viel Fahrspaß und ein hohes Maß an Sicherheit. Zudem sieht er auch richtig cool aus, weiß sich gekonnt vom Mainstream der Kompakt-SUVs abzusetzen und bietet modernste Technik, um unter anderem mit umfangreicher Fahrerassistenz und einem hohen Komfortfaktor eine Art Wunschlos-Glücklich-Paket abzuliefern.