Man liebt ihn oder man findet ihn unattraktiv, dazwischen gibt es so gut wie nichts – kaum ein anderes Auto wirkte seit Anbeginn derart polarisierend wie der Nissan Juke. Ein Crossover, wie er im Buche steht, in dem man Anleihen vom SUV über ein Coupé plus irgendetwas anderem findet. Am Ende stand der Juke als extrovertierter, sich erheblich vom Mainstream abhebender Mix, der in jedem Fall die Gemüter an- und aufregen konnte. Der Neue soll das Ganze etwas anders angehen.

Motor

Den Juke der zweiten Generation treibt ein Dreizylinder-Benzinmotor mit einem Liter Hubraum an, dem ein Turbolader zusätzlich die Brennkammern füllt. Heraus kommt dabei eine Leistung von 117 PS sowie 180 Newtonmeter maximales Drehmoment, welche frühzeitig ab 1.750 Kurbelwellenumdrehungen parat stehen. Dieser übrigens als einziger Antrieb im Juke vorgesehene Motor überraschte uns im Test durchgehend positiv. Äußerst lebendig setzte er jeden Gasbefehl um und drehte agil bis in den roten Bereich, wenn es sein sollte. Vor allem im Teillastbereich fühlt sich der Motor stärker an, als er es ist.

Karosserie/Ausstattung

Extrovertiert zu sein stand definitiv auch im Pflichtenheft des neuen Juke. Doch wurde diese kurvenreiche und zerklüftete Form um einiges eleganter und an einigen Ecken und Kanten auch dezenter gezeichnet. Und das tut dem neuen Juke gut, denn wirkt er dadurch nicht nur moderner, sondern auch weniger exzentrisch.
Freunde abstrakter Kunst werden nun vielleicht seufzen, doch stilsicher darf man auch die neuen propellerartigen LED-Lichtsignaturen nennen und eine durchaus aggressiv erscheinende Front weckt auch die Sportsgeister im Betrachter. Seitlich zeigt der Juke eine muskulöse Flanke mit nach hinten stark ansteigender Gürtellinie, über die ein zum Heck abfallendes Dach thront. Die kraftvoll ausgestellten Radhäuser verstärken den temperamentvollen Charakter und Planken aus Kunststoff ringsum, plaudern zudem von vorhandenen Offroad-Genen.
Der Heckabschluss dieses Crossovers wurde weit nach unten gezogen und mit sichtbar aus der Karosserie herausragenden Heckleuchten versehen. Trotz dieser optischen Verlängerung nach unten wirkt der Juke am Heck besonders hochbeinig.
Der getestete Juke war als „Tekna“ Vizemeister unter den Ausstattungslinien und besaß daher eine umfangreiche Ausstattung. Serienmäßig verfügt das SUV in allen Ausführungen über einen autonomen Bremsassistenten mit Fußgänger- und Radfahrererkennung, eine Verkehrszeichenerkennung, einen Tempomat sowie einen Spurhalteassistenten.

Fahrverhalten

Der spritzige Motor treibt den Juke zügig an und lässt das SUV geradezu leichtfüßig wirken. Wie ein passender Deckel zum Topf harmonierte zu ebendiesem Antrieb das knackig schaltende Sechsganggetriebe, das mit kurzen Schaltwegen und einer gelungenen Abstufung überzeugen konnte.
Dadurch generierte der Japaner durchaus Fahrspaß und vermöbelte zackig den einen oder anderen Scheitelpunkt der durchfahrenden Kurve. Dabei bleibt das Fahrwerk überwiegend sehr neutral und mit einer straffen Grundabstimmung gesegnet. Dennoch macht ein Großteil der fahrbahntechnischen Unebenheiten noch keinen Grund zur Sorge, denn federt der Juke gekonnt auch größere Schlaglöcher weg. Dieser Umstand ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass der Japaner auf großen 19-Zoll-Rädern unterwegs ist. Aus dem Stand vergehen gut zehn Sekunden, bis Tempo 100 erreicht ist – gefühlt sind das irgendwie sogar zwei oder drei Sekunden weniger. Schluss mit Vortrieb ist erst bei 180 km/h. Um dieses Tempo zu erreichen, benötigt der Nissan ab 160 km/h etwas länger. Kurzum ist man in den meisten Fällen absolut ausreichend motorisiert.
Die Lenkung vermittelte gefühlvoll den Kontakt zur Fahrbahn und wer es über den Grenzbereich treibt, dem schiebt das SUV mit Frontantrieb über die Vorderräder und wird sogleich vom ESP gemaßregelt.

Wirtschaftlichkeit

Der Eintrittspreis in die extrovertierte Juke-Welt beginnt ab 18.998 Euro mit dem Basismodell „Visia“. Darüber gibt’s noch die Ausstattungen „Acenta“, „N-Connecta“, „Tekna“ und „N-Design“ als Topmodell, für den bereits 26.212 Euro aufgerufen werden. So ist die Angebotspalette breit und für diverse Budgets interessant.
Dazu kommt, dass der quirlige Benziner mit hohem Fahrspaßfaktor kein Säufer ist, sich im Drittelmix mit nur 6,8 Litern begnügt und bei zurückhaltender Fahrweise sogar nur 4,4 Liter auf 100 Kilometer konsumierte.

Fazit

Wir halten fest, dass ein Juke die seltene Chance darstellt, viel Individualität zu einem verhältnismäßig moderaten Preis zu erhalten. Deutlich näher am Puls der Zeit, lebendig und gleichzeitig effizient motorisiert und mit mehr Eleganz im Blechkleid als sein Vorgänger, zeigt die zweite Generation des extrovertierten Crossovers eine hohe Trefferquote für den Nerv der geneigten Kundschaft.
Die Zielgruppe legt Wert auf Stil, ein tolles Preis-Leistungsverhältnis und wenig Allüren im Segment der Crossover-SUVs. Zumal ein Nissan Juke durch seine Eigenständigkeit nahezu konkurrenzlos ist – immer noch. All diese Dinge machen den Juke 2.0 attraktiver als je zuvor.