Seit Anfang dieses Jahres rollt der neue Opel Crossland auf unseren Straßen, fortan ohne „X“ in der Modellbezeichnung, welches auch bereits andere Modelle aus Rüsselsheim mittlerweile abgelegt haben.

Motor

Der getestete Protagonist besaß einen mit 1,5 Litern Hubraum versehenen Vierzylinder-Turbodiesel, der 120 PS sowie 300 Newtonmeter maximales Drehmoment leistet. Als Commonrail-Selbstzünder konnte man zwar im Kaltstart das typische Nageln heraushören, doch im betriebswarmen Zustand reduzierte sich dieses auf ein sehr geringes Maß. Auch das sonst für Dieselmotoren durchaus typisch brummige Verhalten in niedrigen Touren war hier nur marginal ausgeprägt. Dafür zeigt sich der Motor frühzeitig agil und dank des bereits ab 1750 Touren verfügbaren Drehmoments, geht es sogleich energisch voran.

Karosserie/Ausstattung

Das Äußere des neuen Crossland trägt nun das Opel Vizor – so bezeichnet man die neue Frontansicht, mit der das kleine SUV deutlich jünger und auch dynamischer wirkt. Diese besteht aus einer Kunststoffscheibe, welche von den beiden deutlich flacheren Scheinwerfern flankiert wird und in dessen Mitte der Opel-Blitz thront. Eine neue Frontschürze und eine durchgängige Linienführung, die sich am Heck wieder vereint und auch dieses stimmig in Szene setzt, lassen den kleinen Rüsselsheimer einen nahezu jugendlichen Auftritt hinlegen.
Im Innenraum bleibt das Platzangebot auf einem für diese Fahrzeugklasse hohen Niveau. Die Sitze sind vor allem vorne sehr bequem und machen auch bei längeren Einsätzen eine gute Figur. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, dass man die Sitzbank im Fond längs verstellen kann. Das ist in dieser Fahrzeugklasse ungewöhnlich und erhöht die Praktikabilität immens. Ob man den Insassen im Fondbereich mehr Platz schenken möchte oder der Kofferraum mehr Volumen benötigt, ist somit individuell wählbar. Die eingesetzten Materialien können übrigens als durchgängig solide und bis auf zwei winzige Ausnahmen als sauber verarbeitet bezeichnet werden. Nirgendwo wird der Eindruck erweckt, dass der Sparstift regieren musste.
Besonders in puncto Ausstattung und Assistenten hat sich obendrein einiges getan. Seit der umfassenden Modellpflege befinden sich im Crossland serienmäßig ein Abstandstempomat, ein Spurhalteassistent und eine Verkehrszeichenerkennung an Bord. Vor allem die intelligente Geschwindigkeits-Regelanlage konnte im Test mit souveräner Abstands- und Geschwindigkeitsregulierung überzeugen. Der Frontkollisionswarner erkennt nun auch Fußgänger zuverlässig und hilft bis 85 km/h etwaige Kollisionen zu verhindern oder zumindest abzuschwächen. Parkmuffel dürfen sich zudem über den neuen erweiterten Parkassistenten freuen, welcher selbstständig potenzielle Parklücken sucht und bei Erfolg den Parkvorgang auf Wunsch per automatischem Lenkvorgang übernimmt. Dies gilt auch für das Ausparken.
Bei der Lichttechnik darf man jetzt auch beim Crossland auf adaptive Voll-LED-Scheinwerfer zurückgreifen. Diese blenden andere Verkehrsteilnehmer zwar nicht aus, sorgen aber durch ihr Abbiegelicht und die automatische Leuchtweitenregulierung für eine hohe Ausleuchtung des Vorfeldes. Das Navigationssystem besitzt eine klare Routenführung, doch Verkehrsstörungen – auch länger andauernde, wie eine Sperrung – wurden nicht in jedem Fall erkannt und berücksichtigt.

Fahrverhalten

Der neue Opel Crossland fährt sich im Gegensatz zum Vorfacelift deutlich angenehmer. Er federt sehr feinfühlig und bleibt dabei fernab jeder Schwammigkeit. Das SUV zeigt zudem ein ruhigeres Abrollverhalten und stoisches Überpoltern von Querfugen ist ab sofort ad acta – sehr gut! Auch schnelle Last- und Richtungswechsel verträgt das kleine SUV aus Rüsselsheim problemlos, vermeidet dabei Wank- und Schaukelbewegungen in hohem Maße. Auch die Lenkung erfreut den Fahrer mit mehr Feedback und einer deutlich gesteigerten Direktheit. Kurzum ist der Crossland fahraktiver und gleichzeitig komfortabler geworden. D
a das SUV auch weiterhin ausschließlich als Fronttriebler verkauft wird, darf man sich von der Traktionskontrolle „IntelliGrip“ nicht zu viel versprechen. Diese elektronisch geregelte Differenzialfunktion hilft sicherlich in der einen oder anderen Situation bei Schnee, Glätte oder losem Untergrund, kann allerdings keinen Allradantrieb ersetzen.

Wirtschaftlichkeit

Als Diesel zeigte sich das kleine SUV bei moderater Fahrweise sehr zurückhaltend und so kamen wir auf einen Durchschnitt im Drittelmix von 5,7 Litern auf 100 Kilometer – etwas mehr als die Werksangabe verspricht. Wer den Opel besonders feinfühlig und defensiv bewegt, schafft sogar locker eine drei vor dem Komma, was ein bemerkenswertes Resultat für ein – wenn auch kleines – SUV darstellt.
Preislich beginnt der Opel Crossland bei knapp 19.000 Euro in der Basisversion und mit dem kleinsten 83-PS-Benziner. Der hier gefahrene Diesel mit 120 PS kostet mindestens 27.855 Euro, wobei dieser Motor erst mit der Ausstattung „GS Line“ startet. Diese ist eine von sechs Ausstattungen und folgt nach der Einstiegsversion „Crossland und „Edition“ als dritte Variante.

Fazit

Mit dem umfangreichen Facelift verpassten die Rüsselsheimer ihrem Crossland eine echte Verjüngungskur, die man nicht nur optisch sofort wahrnimmt, sondern die sich auch anhand topmoderner Assistenzsysteme und Technologien sowie einem deutlich verbesserten Fahrwerk zeigt. Mit dem größten Diesel erwirbt man einen kompetenten und zugleich sehr sparsamen Antrieb, wodurch anfängliche Fragen zu bei diesem Modell nicht angebotenen alternativen Antriebsarten in Form von Hybrid oder rein elektrischer Natur, schnell vergessen sind.