Als GSi kennt man die Modelle von Opel seit jeher als vom Sportsgeist beseelte Autos. Inwieweit sich dies bei dieser vor rund einem Jahr aufgefrischten Kombivariante des Insignia darstellt, soll folgende Vorstellung klären.

Motor

230 PS klingt doch schon einmal ganz ordentlich. Doch der Vergleich zum Vorgänger, dem „Turbo 4x4“, offenbart ein Defizit von 30 PS und 50 Newtonmeter. Geschuldet ist dies unter anderem den immer strenger werdenden Emissionswerten und dem angestrebten Flottenverbrauch des Herstellers. Dennoch macht der Motor eine gute Figur, hängt jederzeit gut am Gas und wirkt kraftvoll. Doch die für die ausgeprägt sportliche Note unabdingbare Agilität in giftig-lebhafter und bissiger Form findet man hier nicht. Er gibt sich souverän, aber bleibt dabei immer geschmeidig und gelassen, was auch für seine Geräuschentwicklung gilt.

Karosserie/Ausstattung

Dank Facelift duckt sich der Kombi näher zur Fahrbahn und ein neuer Frontgrill samt angepassten Scheinwerfern lassen den Opel satter und breiter erscheinen. Seitlich offenbart sich eine lang gestreckte Kombilinie, mit der die Limousine um ganze neun Zentimeter Fahrzeuglänge überflügelt wird. Dynamik findet sich hier auch durch die roten Brembo-Sättel, wohingegen das Heck sich eher smart zeigt und in Zurückhaltung übt.Drinnen geht es platztechnisch opulent zu und superbequeme AgR-Sitze mit einem Alcantara-Ledermix bezogen, bieten im Zusammenspiel mit einem aufgeräumten und gut strukturierten Armaturenbereich einen hohen Wohlfühlfaktor.
Auch hinten gibt’s viel Platz und mit 550 Litern überflügelt der Kofferraum den der Limousine um 70 Liter Laderaumvolumen. Maximiert passen sogar 220 Liter mehr hinein – der Sports Tourer taugt also auch als eine Art Transporter. Neben einer ganzen Armada an Assistenzsystemen sorgt ein tolles LED-Licht für ein Maximum an Sicherheit und schnelle sowie wirksame Lenkrad- und Sitzheizungen, eine bassbetonte Bose-Anlage plus ein umfassendes Infotainment inklusive zuverlässigem Navi, einem großzügig bemessenen Head-up Display und der Rundumsicht-Kamera, sichern ein hohes Maß an Komfort.

Fahrverhalten

Neun Stufen beherrscht die geschmeidig und bei Bedarf auch schnell arbeitende Automatik, welche die Gänge stets passend wechselt. Ein FlexRide-Fahrwerk hilft zudem mittels Fahrprogrammen, die Charakteristik des Kombi nach Fahrerwünschen zu optimieren. Dabei bleibt der Opel allerdings in allen Lebenslagen – also auch im Sportmodus – eindeutig komfortorientiert. Standardmäßig bleibt der GSi als Fronttriebler aktiv und wird nur per AWD-Knopfdruck zum Allradkombi. Fahrtechnisch sehr ausgewogen, bleibt der Insignia GSi bis zum Grenzbereich neutral und schiebt dann leicht über die Vorderräder. Es sei denn, AWD ist aktiv, dann schiebt das Auto beim Übertreiben über alle Viere, was allerdings sehr spät passiert und in den meisten Fällen des Alltags eher im Verborgenen bleibt, nicht zuletzt wegen dem sehr frühen Eingriff des ESP.
Einen echten Leckerbissen stellen die Brembo-Bremsen dar, die das Zeug zu echten Sportbremsen haben – sauber dosierbar und absolut standfest, haben diese den Kombi stets im Griff.

Wirtschaftlichkeit

Knapp 50.000 Euro verlangt Opel für den Insignia Kombi als GSi mindestens – das sind fast 19.000 Euro mehr, als der Basiskombi kostet. Dafür gibt es viel Ausstattung und einen kraftvollen, sehr souveränen Antrieb.
Der Verbrauch blieb im Durchschnitt bei deaktiviertem Allradantrieb und dezent arbeitendem Gasfuß bei knapp über acht Litern auf 100 Kilometer. GSi-konforme Fahrweise mit Bleifußorgien und aktivem AWD erhöhte den Konsum des Vierzylinders auf über 13 Liter. Im Eco-Modus und mit virtuellen Reißzwecken an der Fußsohle, kitzelten wir einen Mindestverbrauch von 5,9 Litern heraus.

Fazit

Der Insignia Sports Tourer ist auch als GSi ein vollwertiger Kombi mit enorm viel Platz, einem potenten Antrieb für alle Fahrsituationen und einer ausgeprägten Langstreckentauglichkeit. Die Ur-DNA eines GSi sucht man in diesem Modell allerdings vergebens. Sportive Fahrweise ist zwar möglich, doch der komfortorientierte Charakter bleibt stets erhalten. Als GSi wird der Insignia nicht zum Krawallbruder und erweckt nie wirklich den Wunsch, diesen Kombi auch gern mal auf einem Track zu fahren. Vielmehr offeriert er mit ordentlichen Kraftreserven im Zusammenspiel mit einem ausgewogenen Fahrwerk und kompromisslos guter Bremsanlage sowie einer reichhaltigen Ausstattung ein standesgemäßes Flaggschiff der Insignia-Modellreihe.