Rund vier Jahre nach seiner Premiere im Jahr 2016 wurde der Toyota C-HR überarbeitet. Die Retuschen fielen äußerlich recht dezent aus, doch insbesondere der Antrieb erhielt ein massives Upgrade.
C-HR steht im Übrigen für „Coupé High Rider“ und dieser positioniert sich als Toyotas Crossover im Kompaktsegment.

Motor

Wie bei Toyota nicht unüblich, gibt es den neuen C-HR ausschließlich mit Hybridantrieb. Der Kunde hat die Wahl zwischen zwei Leistungsstufen, beide Versionen sind Vollhybride. Den Anfang macht eine 1,8-Liter-Maschine mit 98 PS plus einem E-Motor mit 72 PS. Die Systemleistung beträgt 122 Pferdestärken und wird über ein stufenloses Automatikgetriebe an die Vorderräder übertragen.
Eine Stufe darüber rangiert der von uns gefahrene Antrieb. Hier verrichtet ein zwei Liter großer Vierzylinder mit 152 PS seine Arbeit und wird von einem 109 PS starken E-Motor unterstützt. Die Systemleistung liegt hier bei 184 PS.Während man das Vorfacelift noch wahlweise mit Allradantrieb und reinem Verbrenner bekommen konnte, hat sich dies nun geändert. Der 4x4-Antrieb spielte zuletzt kaum noch eine Rolle, weshalb er nun auch nicht mehr angeboten wird. Gleiches gilt für den Verbrenner.

Karosserie/Ausstattung

Der Toyota C-HR polarisierte schon bei seiner Vorstellung im Jahr 2016. Gefühlt war der futuristische Crossover seiner Zeit ein wenig voraus - jedenfalls in puncto Design.Mit dem Facelift änderte sich nur wenig - insbesondere die neuen Scheinwerfer samt geänderter Frontschütze fallen auf, wenn man sich mit dem Modell ein wenig beschäftigt hat. Von der Seite betrachtet, wird eine stark konturierte und zerklüftete Silhouette dargeboten, die noch am ehesten der eines Nissan Juke ähnelt.
Am Heck gibt es ebenfalls eine geänderte Schürze sowie eine markantere Lichtgrafik der Heckleuchten.Ganz im Gegensatz hierzu steht der Innenraum. Nahezu nüchtern mutet er an, ist klar strukturiert und gibt auch Novizen schnell Aufschluss über die Bedienung des Crossovers. Dabei wirkt das Design gefällig. Die Vordersitze sind bequem und sorgen auch dafür, dass längere Strecken problemlos absolviert werden können.
Anders sieht es hinten aus. Hier kommt die Kehrseite des mutigen Exterieur-Designs zum Tragen, denn wer hinten sitzt, sieht zum einen nicht viel und zum anderen ist die Kopffreiheit für Personen jenseits der 1,80 Meter unzureichend. Auch das Einsteigen ist hinten für größere Zeitgenossen mit etwas Akrobatik verbunden.
Die Tachoeinheit bleibt im C-HR analog und der Zentralbildschirm wirkt zwar etwas aufgesetzt, doch lässt sich einfach bedienen. Für die darunter befindliche Klimasteuerung gilt das gleiche.
Das Ladeabteil offeriert immerhin 358 Liter, was zwar kein Bestwert im Segment ist, doch für alltägliche Szenarien vollkommen ausreicht.

Fahrverhalten

Lautlos und geschmeidig vergehen die ersten Meter im neuen Toyota C-HR. Dieses Fahrverhalten steht rein subjektiv im völligen Kontrast zum schillernden Erscheinungsbild des Fahrzeugs, was durchaus für einen gewissen Überraschungseffekt sorgt.
Besonders in der Stadt erwies sich der 4,40 Meter lange Crossover als recht handlich und gut zu manövrieren. Lediglich die Sicht nach hinten ist bauartbedingt schlecht, sodass man der Rückfahrkamera in regelmäßigen Intervallen dankt - zumindest immer dann, wenn man in engen Parkhäusern und -lücken herumrangiert.
Die Harmonie, die sich im C-HR schnell breit macht, ist dem Zusammenspiel aus Verbrenner und E-Motor zu verdanken. Eine gute Liaison, möchte man meinen. Das Rekuperieren funktioniert besonders in der Stadt hervorragend und man ist mitunter verwundert, wie viel der gefahrenen Strecke wirklich rein elektrisch zurückgelegt wurde.
Dabei benötigt der C-HR als Vollhybrid keine Steckdose, sondern lädt sich allein durch Rekuperation respektive durch Nutzung des Verbrenners wieder auf. Das Fahrwerk gab uns keinerlei Grund für etwaige Kritik und wurde in Richtung Komfort ausgelegt. Die Lenkung könnte etwas mehr Feedback an den Fahrer weitergeben, sie ist bisweilen etwas gefühllos.
Auf der Autobahn angekommen, überrascht der Japaner mit einer nicht zu verachtenden Contenance, die über ein recht breites Geschwindigkeitsband bestehen bleibt. Besonders wohl fühlen sich Fahrzeug und Insassen in Bereichen zwischen 130 und 160 km/h. Belässt man es bei diesem Tempo, lassen sich problemlos mehrere hundert Kilometer am Stück abspulen, ganz ohne Ermüdung.Lediglich im oberen Tempobereich - der C-HR ist bei 180 km/h abgeriegelt - wird es zunehmen lauter und der versierte Fahrer bekommt recht schnell mit, dass die Optimierung nicht zugunsten von Schnellfahrten ausfiel. Daher störte die Abriegelung auch niemanden aus der Redaktion.

Wirtschaftlichkeit

Für den neuen Toyota C-HR werden mindestens 29.640 Euro fällig. Schon in der Basisversion - „Flow“ genannt - fährt der Japaner mit LED-Scheinwerfern, einer Rückfahrkamera, Apple CarPlay und Android Auto sowie einem Potpourri an Assistenzsystemen vor.Insgesamt stehen fünf Ausstattungslinien für den Japaner zur Wahl. Wir fuhren mit der „Team Deutschland“ Variante die goldene Mitte, die sich ausstattungstechnisch nicht zu verstecken braucht. Ob Notbrems- und Spurhalteassistent, ein adaptiver Tempomat oder DAB-Radio - all dies ist bereits serienmäßig an Bord.
Hinzu kommen bei unserem Testwagen noch ein sehr gut funktionierender Parkassistent, adaptive Frontscheinwerfer sowie das rund 900 Euro teure Navigationssystem, welches für die „Generation Smartphone“ weniger relevant sein dürfte.Wer seinen C-HR in Richtung Sport optimieren möchte, sollte von vornherein auf die Ausstattungslinie „GR Sport“ zurückgreifen.
Der Verbrauch des C-HR variierte in einem nur geringen Umfang, was auf den Vollhybridantrieb zurückzuführen ist. Rund 5,9 Liter flossen im Durchschnitt bei sportlicher Fahrweise durch die Brennräume. Lange Autobahnetappen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung führen zu Werten zwischen sechseinhalb und sieben Litern und wer das volle Potential des Hybriden ausschöpft, kann problemlos eine Vier vor dem Komma erreichen.

Fazit

Der Toyota C-HR präsentiert sich als urbaner Crossover mit sparsamem Antrieb und einem hohen Maß an Extravaganz. Sein Design polarisiert, das steht außer Frage. Dafür glänzt der Vollhybrid mit sehr guten Verbrauchswerten und einem für zwei Personen ausreichenden Nutzwert.Hinzu kommt ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, das aus Sicht der Redaktion dazu beitragen wird, dass der C-HR gute Chancen hat, seine Erfolgsgeschichte fortzusetzen.