Es hat über zwanzig Jahre gedauert, bis diese SUV-Modellreihe – mittlerweile in vierter Generation – auch den Weg nach Europa und damit auch nach Deutschland gefunden hat. Für Europa gibt es dabei auch eine Einschränkung.

Motor

Anders als im Rest der Welt, gibt es den Highlander europaweit ausschließlich mit einem Benzin-Hybridantrieb. Eine zusätzliche Variante mit einem 3.5-Liter-V6 ist dem russischen und dem nordamerikanischen Markt vorbehalten. Bei der hiesig vertriebenen Hybridversion arbeitet ein 190 PS starker 2.5-Liter-Vierzylinder mit zwei Elektromotoren zusammen. Ein E-Motor an der Vorderachse leistet 182 PS und ein weiterer mit 54 PS sitzt an der Hinterachse. Das Antriebstrio leistet gemeinsam 248 PS. Kurze Strecken kann der Highlander rein elektrisch bewältigen; eine externe Nachladefunktion besitzt er nicht.

Karosserie/Ausstattung

Als großes, knapp fünf Meter langes SUV ist der Highlander eine massive Erscheinung. Optisch zeigt er eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Toyota RAV4, vor allem am Heck finden sich diverse Analogien. Die Front des Japaners besitzt mit seinem massiven Frontgrill und den LED-Scheinwerfern mit Raubvogelblick eine maskuline, ja fast martialische Ausstrahlung. Die konturierte Motorhaube tut ihr Übriges und animiert den vorherig fahrenden Verkehrsteilnehmer bei so viel Dynamik im Rückspiegel durchaus zum Spurräumen. Seine ausgeprägten Radhäuser und die riesigen Glasflächen halten diese XXL-Wirkung auch in der Seitenansicht aufrecht.
Dasselbe Spiel findet im Innenraum statt, denn die äußeren Abmessungen resultieren hier in entsprechend opulenten Freiräumen. Sieben Sitzplätze bietet der Highlander und mit der längs verschiebbaren Sitzreihe Nummer zwei gibt’s tatsächlich mehr Platz auf Reihe drei als in manch anderem Boliden mit sieben Sitzplätzen. Selbst in dieser Konfiguration passen in den Kofferraum weit mehr als etwa nur sieben Turnbeutel der Insassen. Immer noch 332 Liter sind es und damit schlägt er viele Wettbewerber in dieser Klasse. Als Fünfsitzer wird es noch üppiger, denn nun schluckt das Ladeabteil mindestens 658 Liter und falls das immer noch nicht reicht, bietet das SUV bei einer Sitzplatzreduzierung auf die beiden Vordersitze insgesamt 1909 Liter Volumen. Die Materialanmutung erhält einen Daumen nach oben und auch bei der Verarbeitung wurden keine Patzer gefunden.
Ausstattungstechnisch gibt es ebenfalls nichts zu meckern, denn neben einer Armada an Assistenzsystemen gibt’s serienmäßig Bi-LED-Scheinwerfer, Sitz- und Lenkradheizungen, eine 3-Zonen-Klimaautomatik, ein sehr dynamisch aufspielendes JBL-Soundsystem und viele weitere Dinge, die zumindest teilweise der Ausstattungslinie „Executive“ geschuldet sind. Die Rückfahrkamera und die Parksensoren vorn und hinten sind wichtige Helfer, um den Boliden sicher rangieren zu können. Eine 360-Grad-Rundumsicht ist allerdings nur in der höchsten Ausstattungsvariante Luxury erhältlich.
Hervorzuheben ist außerdem, dass der Highlander trotz Hybridantrieb bis zu zwei Tonnen an den Haken nehmen darf.

Fahrverhalten

Der SUV-Riese fährt sich erstaunlich einfach, wenngleich er trotz der 247 Systempferdestärken kein Sportler ist. Der Antritt ist dank der E-Motoren ohne Zeitverzug vorhanden und das stufenlose Automatikgetriebe hält den Benziner bei moderater Gangart angenehm im Hintergrund. Praktiziert man hingegen eine dynamische Fahrweise, bei der es für den Vierzylinder ordentlich zu tun gibt, muss dieser dann permanent in hohen Drehzahlen seinen Dienst verrichten. Entsprechend vordergründig ist dann die akustische Untermalung auch im Innenraum, wodurch der Fahrer von Anbeginn zur Genügsamkeit animiert wird.
Da der hintere Elektromotor alleiniger Befehlshaber über die Hinterachse ist, gibt es keine zusätzliche Kardanwelle, wodurch Gewicht gespart wird und der Highlander dennoch den Allradler auf Zeit mimt.
Die angenehm gefühlvolle Lenkung lässt den Fahrer den großen Toyota handlicher dirigieren als es die Größe vermuten lässt. Dazu kommt eine gute Geräuschdämmung sowie eine komfortable Federung, welche die Insassen gekonnt von versäumten Straßenreparaturen in umliegenden Gemeinden ablenkt. In Kombination mit den vielen Assistenzsystemen entwickelt sich das Fahren im Highlander sehr schnell zum unaufgeregten und gelassenen Unterfangen. Ein Frontkollisionswarner, eine Gegenverkehrserkennung, ein Notfall-Lenk- und Abbiegeassistent – alles inklusive Fußgänger- und Radfahrererkennung – sind nur einige der elektronischen Helfer im Fullsize-SUV.
Zur unaufgeregten und komfortablen Charakteristik des Autos passt auch eine sehr gute Abstimmung der Bremsanlage mit der Bremsenergierückgewinnung, von der man als Fahrer nichts spürt. Das Hybridsystem bezieht seinen Strom ausschließlich durch Bremsenergie oder überschüssige Kraft des Verbrenners. Externes Nachladen ist nicht möglich und dennoch ist der Dicke erstaunlich oft rein elektrisch unterwegs. Beim Dahingleiten gelingt das sogar bis zu 125 km/h. Allerdings muss man dabei das Gaspedal nur antippen und der Verbrenner erwacht sofort wieder zum Leben.

Wirtschaftlichkeit

Entsprechend genügsam zeigt sich der Zweitonner dann auch beim Verbrauchsverhalten. Im als Drittelmix ermittelten Durchschnitt verbrauchte das SUV nur 7,8 Liter auf 100 Kilometer. Das ist bemerkenswert für einen Benziner in dieser Größe. Auf der Sparrunde haben wir sogar eine vier vor dem Komma herausgefahren, was dem Siebensitzer im Praxistest weitere Anerkennung einbrachte.
Mit einem Basispreis von 53.250 Euro erhält man den Japaner mit einer soliden Ausstattung und stets mit sieben vollwertigen Sitzplätzen. Die beiden Versionen Executive und Luxury erweitern das Ausstattungsportfolio gehörig und letztgenannte Version kostet entsprechend über 10.000 Euro mehr, lässt dabei aber auch so gut wie keine Wünsche mehr offen.

Fazit

Der Toyota Highlander ist ein richtig großer Brummer mit jeder Menge Platz und einem obendrein dynamischen Aussehen. Diese optische Dynamik kann der Antrieb zwar nicht untermauern, doch belohnt das SUV die dazu passendere Zurückhaltung mit einer gehörigen Portion Fahrkomfort und einer vorbildlichen Sparsamkeit.
Ein umfangreiches Konglomerat an Assistenzsystemen sorgt für ein hohes Maß an Sicherheit und der Preis ist gemessen an der Konkurrenz durchaus wettbewerbsfähig – gegenüber hiesigen Platzhirschen könnte er mitunter gar als Schnäppchen gehandelt werden.