Den Golf gibt es in seiner achten Generation auch wieder als Alltrack – den Crossover-Kombi mit der gewissen Offroad-Affinität. Insgesamt wurde der Alltrack etwas größer, da der Golf Variant von Haus aus gegenüber dem Golf VII zugelegt hat.
 

Motor

Der aktuelle Alltrack wird ausschließlich als Diesel angeboten und immer mit dem Allradantrieb 4Motion. Wolfsburg beschert dem Allterrain-Golf gleich den stärksten Selbstzünder aus dem Portfolio, welcher sonst nur noch im Golf GTD zum Einsatz kommt – dort allerdings nur mit Frontantrieb. Der Zweiliter-Reihenvierzylinder leistet auch hier 200 PS sowie 400 Newtonmeter maximales Drehmoment. Dank der Twindosing Abgasreinigung mit gleich zwei Katalysatoren ist der Selbstzünder in puncto Stickoxidausstoß rund 80 Prozent sauberer als sein Vorgänger.
 

Karosserie/Ausstattung

Erkennbar wird der Alltrack zuallererst durch seine erhöhte Bodenfreiheit von bis zu 15 Millimetern und einem prägnanten Plankenschutz aus Kunststoff, der sich ringsum das Fahrzeug zieht. Die flach gehaltene Front der Golf-8-Generation lässt auch den Alltrack eleganter erscheinen und letzte Zweifel über dieses Modell werden durch einen komplett in Schwarz gehaltenen Frontgrill, eine Frontschürze mit umlaufender Chromspange und durch Modellschriftzüge im Frontgrill und an den vorderen Kotflügeln aus der Welt geschaffen. Übrigens: Die wabenartig angeordneten Nebelleuchten in der Frontschürze gibt es beim Alltrack ab Werk – er ist damit der einzige aktuelle Golf mit diesen Leuchten als Serienausstattung.
Modellhinweise finden sich auch im Innenraum, wo man sowohl auf den Bezügen der Komfort-Vordersitze als auch auf dem Lenkrad als hübsche Intarsie den „Alltrack“-Schriftzug findet. Ansonsten gibt es eine fast durchgängige Analogie zum konventionellen Golf VIII. Wie auch im konventionellen Variant freuen sich Fondpassagiere über eine um vier Zentimeter gewachsene Beinfreiheit, welche man in der Praxis deutlich spürt.
Ausstattungstechnisch hat der Alltrack einiges zu bieten. Serienmäßig gibt’s beispielsweise LED-Scheinwerfer mit einer durchgängigen Lichtleiste über dem Frontgrill. Außerdem hat man dem DCC ein zusätzliches Fahrprogramm „Offroad“ verpasst, welches den Allradantrieb sowie das Fahrwerk und die Schaltcharakteristik für den Einsatz auf unbefestigtem Terrain optimiert. Ferner hat auch den Alltrack die volle Wucht der Digitalisierung erreicht und das Gros an „Hard Keys“ – also echten Schaltern und Tasten – wurde durch Sensorflächen ersetzt, die auf Berührung oder Wischbewegungen reagieren. Einfacher ist die Bedienung dadurch zwar nicht, aber was tut man nicht alles fürs Auge. Ebenso für die Optik und die gewünschte Stimmung sorgt ein Ambientelicht mit 30 Farbmöglichkeiten und für noch mehr Wohlbefinden werden die Vordersitze ab Werk beheizt. Den Fahrer unterstützen zudem ein Spurhalteassistent, eine Einparkhilfe mit Parksensoren vorn und hinten, eine Müdigkeitserkennung, eine Abbiegebremsfunktion mit Ausweichhilfe und vieles mehr – alles ebenso serienmäßig an Bord. Wie auch das digitale Radio DAB+ sowie die Konnektivitätslösungen Android Auto und Apple CarPlay.
 

Fahrverhalten

Der Golf stellt als Alltrack die Allwegelösung dar und fährt sich erstens nicht großartig anders als ein normaler Golf und zweitens darf man mit ihm auch den einen oder andere Wald- und Feldweg benutzen, ohne sogleich Angst um sein Auto haben zu müssen. Ein echter Geländegänger ist er aber nicht, das soll er ja auch gar nicht sein. Vielmehr erweitert er die befahrbaren Einsatzmöglichkeiten um das eine oder andere Feldweg-Kontingent und bewahrt dabei sämtliche Golftugenden. Der Allradantrieb verteilt die Kraft souverän, die Traktion ist ausgezeichnet.
Gleichgültig, auf welchem Untergrund man sich befindet, kraxelt der Alltrack dank schneller Kraftverteilung über Schotter, Kopfsteinpflaster oder Asphalt. Übrigens ist der Alltrack der einzige Golf mit dem größten Diesel in Kombination mit Allradantrieb. Der TDI ist jederzeit kraftvoll bei der Sache, lässt nie Gedanken über zu wenig Leistung zu und hält den Kombi bei entsprechender Behandlung mächtig auf Trab. Bis zu 230 km/h läuft der Alltrack, und das macht er ohne Allüren, bleibt selbst bei Höchstgeschwindigkeit die Ruhe selbst. Das 7-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe vermag die 200 Pferde zwar nicht mit der Zackigkeit eines GTD zu sortieren, doch Langeweile kommt hier dennoch zu einem Zeitpunkt auf.
Das Fahrwerk ist derweil in Richtung Komfort getrimmt und so kommt es nicht selten zum „Nachschwingen“ der Dämpfer, was sich in der Praxis noch am ehesten vom Fahrverhalten des klassischen Golf Variant unterscheidet.
 

Wirtschaftlichkeit

Der kraftvolle Diesel hat bereits im Golf GTD seine erstaunliche Sparsamkeit gezeigt und daher war das Ergebnis hier erwartungsgemäß ähnlich vorbildlich. Wenn auch die Werksangabe von 5,6 Litern nicht ganz erreicht wurde, sind 6,1 Liter auf 100 Kilometer im Drittelmix ein großartiges Ergebnis. Was für unglaubliche Reserven der Diesel im Teillastbereich offenbaren kann, zeigte uns der Verbrauchstest auf unserer Sparrunde. Hier reduzierte sich der Leichtölkonsum auf beeindruckende 3,9 Liter. Bei alltagskonformer Fahrweise sind Reichweiten mit einer Tankfüllung von deutlich mehr als 900 Kilometer vollkommen realistisch.
Der Startpreis für den Alltrack liegt bei 41.000 Euro – in Anbetracht der üppigen Serienausstattung ist das ein akzeptabler Wert. Nach oben ist aber noch vieles möglich und ein voll ausgestatteter Golf Alltrack kostet am Ende um die 56.000 Euro.
 

Fazit

Der Alltrack schafft es, sich mit cleveren Details wie seiner Allwegetauglichkeit, dem Allradantrieb, dem kräftigen und zugleich sparsamen Antrieb sowie einer teilweise exklusiven Ausstattung erfolgreich von den anderen Modellen der Reihe abzugrenzen. Er eignet sich dank seiner Lifestyle-Attitüde auch bestens für Freizeitabenteurer und sportbegeisterte Hobbyaktivisten. Als Familienkombi taugt er selbstredend ebenso gut und hilft hier zudem, einen individuellen Weg zu gehen. Preislich erhält man dank der guten Ausstattung viel fürs Geld, was die Kosten im Vergleich zu anderen Golf-Variant-Modellen wiederum relativieren kann.