Die aktuelle E-Klasse erhielt vor nicht allzu langer Zeit ein Facelift, welches vor allem technisch sehr umfangreich ausfiel.

Motor

Wenn man trotz des derzeitigen Winterwetters schon die Freiluftsaison im Blick hat, stehen für das E-Klasse Cabrio verschiedene Vier- und Sechszylindermotoren bereit. Neben den konventionellen Benzinern kann der Kunde auch auf Selbstzünder zurückgreifen. Im Falle des E400d sogar auf einen Sechszylinder-Diesel.
Der E450 stellt die zivile Speerspitze der Motorenpalette dar, leistet 367 PS und bei Bedarf werden über den Startergenerator kurzfristig weitere 22 Pferdestärken als Boost bereitgestellt. Die Kraft wird über eine Neungang-Automatik verwaltet und dank 4Matic-Allradantrieb auf alle vier Räder verteilt.
Wem dies nicht ausreicht, der erhält mit dem Mercedes-AMG E53 ebenfalls einen Reihensechszylinder, der in dieser Ausbaustufe jedoch 435 PS generiert.

Karosserie/Ausstattung

Unser Testwagen zeigte sich in einem attraktiven Patagonienrot. Eine Farbe, die dem Auto grundsätzlich gutsteht, die sportlichen Facetten jedoch eher in den Hintergrund rücken lässt. In Kombination mit der AMG-Line gibt es eine modifizierte Frontschürze samt markantem Kühlergrill und einer Querstrebe, die von schicken Scheinwerfern bespielt wird. Die ausgeprägt konturierte Motorhaube wirkt sehr lang und so gibt schon die Front einen Hinweis auf die nicht gerade knapp bemessene Länge des Fahrzeugs.
Ein Blick auf die Seite zeigt die sehr gerade Designlinie; keinerlei Überraschungen, sondern ein fast konservatives Antlitz pointieren diesen Benz, was in Summe sehr angemessen erscheint. Am Heck gibt es schmalere Leuchten, die horizontal angeordnet sind und die E-Klasse von anderen Modellen der Marke unterscheiden. Dass sich hinter den schicken Blenden tatsächlich echte Endrohre befinden, begrüßen wir sehr. Getrickst wird hier nicht, das überlässt man den anderen.
Wie bereits erwähnt, ist die Sportlichkeit hier nicht so ausgeprägt, wie beispielsweise bei einem E53. Dennoch können wir festhalten, dass die dunklen 20-Zoll-AMG-Räder einen nicht unerheblichen Beitrag zu einer subtilen Dynamik beisteuern und dem Fahrzeug so einen zeitlosen Look verleihen.
Auch im Innenraum wurde einiges verändert und so blickt der Fahrer nun auf eine imposante Display-Landschaft, bestehend aus zwei 12,3-Zoll-Bildschirmen, die im Zusammenspiel wie eine Leinwand wirken und sämtliche Fahrzeugfunktionen anzeigen. Wem dies noch nicht reicht, der erhält auf Wunsch ein gestochen scharfes Head-Up-Display, welches alle relevanten Informationen in die Windschutzscheibe projiziert.
Der helle Innenraum wirkt indes sehr luxuriös. Das Macchiatobeige ist ein sehr warmer Farbton, in welchem auch das Lenkrad und diverse Oberflächen gehalten sind. Das hier geschaffene Lounge-Ambiente wird unterstrichen von erstklassigen Sitzen, die nicht nur beheiz- und kühlbar sind sondern auch mit diversen Massageprogrammen aufwarten. Eine Ambientebeleuchtung rundet das Gesamtpaket ab.
Die Vordersitze sind sehr bequem und bieten jedem Zusteigenden mehr als ausreichend Platz. Im Fond geht es bauartbedingt enger zu, doch auch hier dürfte sich bis zu einem Gardemaß von 1,80 Meter kaum jemand über zu enge Zustände beschweren können. Lediglich die Kopffreiheit ist bei geschlossenem Verdeck eingeschränkt. Der Kofferraum bietet bis zu 385 Liter Stauraum, was in Anbetracht des Cabrio-Daseins in Ordnung geht. Der ein oder andere Trolley, ein paar Stücke aus der Garderobe und der Rucksack passen hier problemlos hinein.

Fahrverhalten

Bereits vom ersten Moment an wird deutlich, dass man hier einen Mercedes bewegt. Der Komfort ist erstklassig und das Fahrwerk so ausgewogen, wie man es sich nur wünschen kann. Fast gerät in Vergessenheit, dass es sogar einmal ein S-Klasse Cabriolet gab, von dem sich die neue E-Klasse einiges abgeschaut hat.
Die bisherigen V6-Motoren wurden derweil durch Reihensechszylinder ausgetauscht, welche eine noch größere Souveränität bieten. In der Praxis läuft der E450 seidenweich und nur bei starker Beschleunigung fällt der Motor überhaupt akustisch auf. Das Stoffverdeck ist sehr gut gearbeitet und die Ruhe im Innenraum sorgt dafür, dass selbst jenseits von Tempo 150 noch Gespräche in Zimmerlautstärke möglich sind.
Die Lenkung passt hervorragend zum Fahrzeug und ist im Sportmodus besonders präzise, wenn es einmal schneller ums Eck gehen soll. Auch die Bremsen wurden während unseres Tests von allen Redakteuren mit Lob überschüttet, warten sie doch mit einem klaren Druckpunkt auf und verzögern das Fahrzeug auf Wunsch auch überaus brachial.
Dank des Allradantriebs 4Matic ist Traktion in allen Lebenslagen gegeben. Wir möchten zudem anführen, dass kein Redakteur je das Gefühl hatte, in diesem Fahrzeug mehr Leistung zu benötigen. Im Übrigen möchten wir festhalten, dass die Summe aller Eigenschaften in diesem Fall dazu führt, dass wir dem E-Klasse Cabrio Ganzjahrestauglichkeit attestieren wollen. Dass auch längere Strecken mit dem Fahrzeug jederzeit problemlos absolviert werden können, sei am Rande ebenfalls erwähnt.

Wirtschaftlichkeit

Der Verbrauch des Mercedes-Benz E450 4Matic Cabrio belief sich im Gesamtdurchschnitt auf 10,7 Liter Super pro 100 Kilometer. Lässt man es ruhiger angehen, sind Werte zwischen 8,5 und neun Litern problemlos machbar. Und wer dem Sechszylinder auf freier Autobahn stets die Sporen gibt, kommt auf einen Konsum von 13,8 Litern.
Der Grundpreis für das E-Klasse Cabrio beträgt 61.320 Euro für den 197 PS starken E200. Wer den E450 sein Eigen nennen will, muss mindestens 77.700 Euro an den hiesigen Händler überweisen.
Doch da wäre noch die Aufpreisliste. Unser Testwagen, der nahezu über eine Vollausstattung verfügte, kostete rund 108.000 Euro. Das ist alles andere als günstig, doch im Vergleich hierzu steht ein Fahrzeug, dass selbst den Blick nach oben in Richtung Luxusklasse nicht scheuen braucht.

Fazit

Das Mercedes-Benz E450 4Matic Cabrio erwies sich im Test als stilvolles und luxuriöses Fahrzeug, welches mit einer gehörigen Portion Gediegenheit zum Kunden rollt. Krawall und Posen überlässt er anderen, während Fahrer und Beifahrer in den Genuss von galantem Offen-Fahren kommen.
Wer den kräftigen Sechszylinder nicht zwingend braucht, der darf auch einen Blick auf die kleineren Motoren werfen. Und wer umgekehrt einer eher leistungshungrigen Klientel angehört, der dürfte rasch mit dem performanceorientierten E53 liebäugeln.