Ein leicht zu transportierendes Solid State Drive ist sicher für all jene von Interesse, die mobil arbeiten oder sonst wie unterwegs Daten sichern oder auf selbige zugreifen müssen. Wenn die SSD dann auch noch in die Hosentasche passt oder an den Schlüsselbund, dürfte Speicher keine Rolle mehr spielen.

Laufwerk für die Hosentasche

Auf einem sehr guten Weg dorthin ist Western Digital, das bei einer ganzen Flut von Neuheiten auch zwei SSDs im Portfolio hat, die sich vor allem an mobile Zeitgenossen wenden. Jene müssen eigentlich nur entscheiden, welchem Einsatzziel die Datenspeicher dienen sollen. Wer vom Home Office ins Büro und dann wieder in den Coworking Space unterwegs ist, greift vielleicht eher zur WD „My Passport SSD“. Die ist mit den Ausmaßen 100 mal 55 Millimeter und einer Dicke von gerademal neun kleiner und leichter als jedes Mobiltelefon. Knapp 45 Gramm bringt das stylische Metallteil auf die Wage und kommt zudem in fünf verschiedenen Farben daher.
Youtube

Youtube

Wer Speicherbedarf eher im Outdoor-Bereich benötigt oder vielleicht nicht immer einen pfleglichen Umgang mit seiner Technik an den Tag legt, ist mit der Tochtermarke SanDisc besser beraten. Deren Extreme Pro Portable SSD ist von den Ausmaßen her nur unwesentlich größer und kaum schwerer. Dafür schützt nicht nur eine Alu-Hülle die kostbaren Flash-Laufwerke, sondern auch ein Silikonmantel. Der verhilft dem externen Speicher zu einer IP55 Zertifizierung, die das Laufwerk gegen Staub und Dreck nahezu unempfindlich macht und zumindest ebenso gegen Spritzwasser. So kann man die SanDisk auch gefahrlos am vorgesehenen Karabinierhaken draußen am Rucksack befestigen, ohne, dass die Daten in Gefahr wären. Das gilt im übrigen für einen Einsatzbereich von -20 bis 85 Grad. Letzterer wohl eher ein nur theoretischer Wert, aber immerhin, keine Sorge von Sonneneinstrahlung. Auch wenn SSDs generell unempfindlich gegenüber Erschütterungen sind, so garantiert SanDisc die Unverletztlichkeit bis zu einer Fallhöhe von zwei Metern. Bei der Schwester von WD sind es immerhin noch eineinhalb Meter, die man den Speicher durchaus zumuten kann.

Ein TB mehr Speicher fürs Handy

Im Innern bieten beide Kandidaten ähnliche Merkmale. Sie verfügen über einen USB-C-Anschluss, der die 3.2 Gen-2-Technologie unterstützt und damit den maximalen Datentransfers gewährleistet. Vor fremdem Zugriff können die Inhalte durch eine 256-Bit-AES-Hardwareverschlüsselung gesichert werden. Und mit an Bord sind außerdem alle softwareseitigen Voraussetzungen für eine unkomplizierte Backup-Lösung, egal ob Windows oder macOS als Betriebssystem laufen. Passport und Pro kann man gar mit Android-Smartphones koppeln und mit Hilfe der App „Memory Zone“ direkt Daten verschieben. Damit erweitert sich der Speicher des Handys mal eben um mindestens ein Terabyte. Zumindest bei der SanDisc-Variante. Denn 1000 GB ist die kleinste Konfiguration. Zwei und vier TB stehen noch zur Auswahl. Bei WD gibt es zusätzlich noch eine kleine, 500 MB-Konfiguration.

Die schnellsten Mobilen

In Sachen Performance unterscheiden sich beide Laufwerke dann deutlich. Lesen und Schreiben ist beim WD Passport mit knapp 1000 Mb/s möglich. Die Pro kann das gar doppelt so schnell, ist eben auch für jene gedacht, die große Datenmengen handeln müssen, etwa Profi-Foto- bzw. Videografen. In der Praxis erreichen beide Laufwerke fast, was das jeweilige Datenblatt verspricht. Darin sind sich Fachkollegen, die mit Benchmarks arbeiten, einig. So erweisen sich Passport und Pro als die jeweils schnellsten mobilen SSDs ihrer Klasse. Klar ist jedoch auch, dass die Geschwindigkeit natürlich vom Zuspielpartner und dessen Anschluss-Möglichkeiten abhängt. Zehn Fotos mit je 4000 mal 1800 Pixel nimmt die SanDisc-SSD in weniger als vier Sekunden vom Handy entgegen. Da ist Sicherung am Ende des Tages schnell erledigt.

Gut, aber nicht zwingend günstig

Auch, wenn die Aluminium-Hülle zugleich als Kühlkörper dient, werden beide Laufwerke im Betrieb deutlich warm. Und auch der Stromverbrauch von gut vier Watt ist nicht ohne, was natürlich nur bei der Handynutzung wirklich eine Rolle spielt. Das sind zwei eher kleine Einschränkungen, die der User für die blitzsaubere Performance hinnehmen muss. Die gibt es allerdings nicht für lau. Die ein TB-Variante der Passport schlägt mit knapp 140 Euro zu Buche. Wer die höhere Geschwindigkeit plus den zusätzlichen Schutz der SanDisc Pro genießen will, muss noch einmal knapp 60 Euro drauflegen. Dafür gewährt Western Digital satte fünf Jahre Garantie auf die Laufwerke. Insgesamt also ein angemessener Preis für den schnellen Transfers und sicheren Aufenthaltsort wichtiger Daten.

Test-Fazit

Beide mobilen SSD eigenen sich hervorragend für unterwegs, sind leicht, platzsparend und robust gegen äußere Einflüsse - hier v.a. die Extreme Pro. Sie glänzen mit den schnellsten Übertragungsgeschwindigkeiten ihrer Klasse, sind Windosw und iOS kompatibel. Zudem lassen sich beide via App als externe Speicher auch für Android-Smartphones verwenden. Fünf Jahre Garantie bieten zudem Sicherheit über einen längeren Zeitraum. Das alles kostet natürlich, sowohl My Passport wie auch die Extreme Pro V2 liegen am oberen Ende der Preisskala.

WD My Passport SSD / SanDisc Extreme Pro V2

Typ: Mobile Solid State Drive
Kapazität: 500 GB (My Passport) 1 TB, 2 TB, 4TB
Anschluss: USB Type-C auf Type-C Kabel, unterstützt USB 3.2 Gen 2
Gehäuse: Aluminium /Aluminium-Silikon
Maße (ca mm): 9x55x100 / 10x57x110
Gewicht: 45,7g / 85g
Lesen/Schreiben (MB/s ca.) 1000/1000 ; 2000/2000
Stoßfest (Höhe cm): ca. 150 / 200
IP-Zertifikat: nein / 55
Preis (ca.) 140 Euro / 200 Euro