Seit 2012 ist die aktuelle, 3.Generation des Panda auf dem Markt und beweist sich, abseits des Marketing-Rampenlichts, weiterhin als eine wichtige Stütze im Fiat-Programm und scheint sich mit verschiedensten Ausstattungen immer wieder neu zu erfinden. Wie mit dem City Cross. Freilich ist er nur ein Blender mit Optik-Gags, der schon vor dem kleinsten Sandhügel kapituliert. Aber einer, der anmacht. Mit steilen Scheiben rundum und klaren Flächen bleibt er weiterhin der Pragmatiker.
Gelungen sind schon mal die farbig abgesetzten Anbauten: Am "Fell" des nur 3,70 Meter langen Italo-Bärchen gibt es neben einem Dachgepäckträger und einer peppigen Lackierung vorn unter dem Stoßfänger einen in mattem Silber gehaltenen Unterfahrschutz. Unter die Frontleuchten wurden auch gleich die Nebelscheinwerfer integriert. An den Seitenpartien registrieren wir 15-Zoll-Aluräder sowie breiter ausgestellte Radhäuser, die die Robustheit unterstreichen sollen. Hinten lugt am Unterfahrschutz ein verchromtes Auspuffendrohr hervor.
Innen wirkt alles so vertraut, wie in einem Panda eben. Nur hier mit etwas mehr Cross-Touch und einem Hauch Lifestyle: Lederlenkrad mit Fernbedienung, graue Farbtöne überall. In der kleinen Schachtel geht es zudem fast zu wie in einem Mini-Van (1,66 Meter hoch). Die vorderen Polster sind bequem, auch an Seitenhalt mangelt es nicht. Platz auf der Rückbank ist ebenfalls genug, zumindest zwei Erwachsene können es dort auch längere Zeit aushalten. Das Cockpit wirkt übersichtlich und praktisch, es gibt ausreichend Ablagen für dies und das. Statt großem Infotainmentbildschirm bietet die Armaturentafel eine Halterung für das Smartphone mit danebenliegendem USB-Anschluss und eine Freisprecheinrichtung. Das kleine, monochrome Radiodisplay lässt aber leider keine Integration von Apple CarPlay oder Android Auto zu.Der Kofferraum strotzt zwar nicht vor Üppigkeit, für das Kleingepäck reicht es aber.
Einzige Motorisierung, die für den City Cross angeboten wird, ist ein 1,2-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 69 PS. Freilich taugen seine überschaubaren 102 Nm Drehmoment nicht unbedingt zum Toben. Vor allem nicht an Steigungen, wo die 5 Gänge mit dem hoch platzierten Hebel des Getriebes fleißig bedient werden wollen. Anders in der Stadt. Hier gibt sich der kleine Panda keineswegs als ein Meister Petz im Winterschlaf sondern eher als ein durchaus quicklebendiger Bär auf der Flucht vor den Bienen nach unerlaubtem Honigschlecken. Die millionenfach erprobte, kreuzbrave Fiat-Konstruktion schiebt jedenfalls ausreichend kraftvoll an und schnurrt stets gemütlich vor sich hin. Unterwegs schmiegt er sich federleicht in die engsten Kurven. Das Fahrwerk bügelt trotz fast schon sportlich-straffer Abstimmung sogar schlechteste Straßenbeläge erstaunlich gut aus.
Minus: manche Kunststoffe mit scharfen Kanten, Lenkrad nur in der Höhe verstellbar, vordere elektrische Fensterheber haben keinen Einklemmschutz, hintere Seitenscheiben können nur halb geöffnet werden. Muss mal gesagt werden, ist aber in der Summe nur Kleinkram. Denn auch wenn der Panda City Cross kein sportlicher Tausendsassa ist und es hier und da etwas zu nörgeln gibt, ist man mit diesem Auto man schnell auf du und du und verzeiht manche Schwächen.
Denn ein Panda steht nun mal unter Artenschutz. Als City Cross kostet der Fiat Panda ab 13.740 Euro.
Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Fiat Panda City Cross


Fiat Panda City Cross

Motor: 1,2-Liter-Vierzylinder-Benziner, 69 PS

0 - 100 km/h: 14,8 Sek.

Spitze: 164 km/h

Verbrauch: 5,9 Liter Super

CO²-Wert: 135 g/km

Kofferraum: 200 bis 870 l

Preis: ab 13.740 Euro