Die Koreaner kneteten ihrem nur 4,17 m kurzen Kona schon mal durchweg freundliche Züge ins Blech. Auffällig sind die kraftvoll gestaltete Frontschürze und die in Geländewagenmanier geformten verschiedensten Anbauteile. Seine bullige Front trägt den leicht abgewandelten Kaskadengrill des kompakten i30, die Scheinwerfer verteilen sich auf drei Ebenen. Allein vom Auftritt her dürfte dem Kona-Fahrer so also schon beim Ampelstopp ein wohlwollender Blick sicher sein. Selbst innen, wo sich Frische und Praktikabilität die Hand reichen, wirkt er ähnlich fröhlich und unkonventionell. Die Zahl der Köpfe und Schalter hält sich in Grenzen, das meiste lässt sich über das zentrale Display einstellen. Sämtliche Instrumente sind gut einsehbar, gegen Aufpreis gibt es eine kleine Plastikscheibe als Head-up-Display vor dem Fahrer, das hell und klar ablesbar ist. Auch wenn die Materialien hier und da nicht ganz so hochwertig sind glänzt der Salon hier und da mit dezenten Edelzugaben. Auch die Sitze sind mit ordentlichen Polsterstoffen bespannt. Vorn sitzt mag ausreichend bequem, hinten geht es – wie bei Kleinwagen üblich – logischerweise nicht ganz so üppig zu. Zumindest gilt das für drei Mitfahrer. Was man über das Gepäckabteil nicht behaupten kann. Bietet es doch genügend Raum für Sack und Pack: 361 bis 1.141 Liter. Die Ladelänge beträgt 69 cm, misst nach dem Umlegen der Bank 1,46 m. Zu kritteln haben wir nur etwas an der breiten C-Säule, die die Rundumsicht einschränkt und auch die Ladekantenhöhe (70 cm) ist nicht gerade rückenfreundlich.
Als Antriebsquelle fungiert in unserem Basismodell ein 120 PS starker Dreizylinder-Turbobenziner. Das auf ordentlich Effizienz getrimmte Mini-Kraftwerk dreht homogen los, agiert unterwegs entspannt im Verbund mit einer knackigen, hakelfreien Sechsgangschaltung und hat immer passable Überholreserven (172 Nm) in petto. Nur bei kurzen Sprints und wenn man ihn mit dem Gasfuß zum Arbeiten auffordert orgelt es leicht angestrengt vor sich hin. Mit seinem lebensfrohen Wesen passt der Motor aber gut zum Charakter des Kona. Was den Fahrkomfort angeht, gibt sich der kleine Pfadfinder bei keiner Gelegenheit bockig. Federn und Stoßdämpfer sind ausgewogen justiert.
Bereits in der Basisversion Pure sind u. a. Klimaanlage, Fensterheber vorn und hinten, Funk-Zentralverriegelung, geteilt umlegbare Rücksitze, Tempomat, eine Mittelarmlehne vorn, ein 5-Zoll-Bildschirm, Radio, USB-Anschluss und für die Sicherheit Berganfahrhilfe und ein Spurhalteassistent an Bord, der gegenlenkt und akustisch vorm Verlassen der erkannten Fahrspur warnt.
Fazit: Der schick gezeichnete und auch technisch gut bestückte Scout im Blechfrack macht schon beim Anblick munter, zeigt sich als einer mit Blickfanggarantie und reißt zumindest in der Basisversion noch kein allzu großes Loch ins Portmonee.
Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Hyundai Kona 1.0 T-GDI


Hyundai Kona 1.0 T-GDI

Motor: 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner, 120 PS

0 - 100 km/h: 12 Sekunden

Spitze: 181 km/h

Verbrauch: 5,7 Liter Super

CO²-Wert: 129 g/km

Kofferraum: 361 – 1.143 l

Preis: ab 17.500 Euro