Designed for Movement - JBL gibt den Einsatzbereich der neuen Reflect Pro Flow ganz klar vor. Hier sollen sich alle angesprochen fühlen, die vorzugsweise Musik hören, wenn sie aktiv und/oder draußen unterwegs sind. Denn die aktuellen InEars sind hart im nehmen und krallen sich, wenn gewollt, am Ohr regelrecht fest.

Fester Sitz garantiert

Nachdem JBL mit den Live Pro+ im Frühjahr designmäßig auf die Seite jener gewechselt ist, die an die Ohr-Kopfhörer einen Steg bauen, kehren die Amerikaner nun mit den neuen Stöpseln zur altbekannten knubbeligen Form zurück. Das hat allerdings weniger ästhetische, sondern viel mehr praktische Gründe. Denn die Reflect Pro Flow zielen ganz klar auf Sportler oder jene ab, die während des Trainings oder Workouts oder sonstigen Betätigungen eines nicht wollen - auf ihre Kopfhörer achten. Also müssen die so fest im Ohr sitzen, dass sie bei keiner Gelegenheit herausfallen können.
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Früher hat man dafür einen Bügel vorgehalten, der ähnlich dem einer Brille über das Ohr gelegt wurde. Das allerdings bewahrte nur vor Verlust, garantierte aber nicht zwingend guten Sound. Denn auch das wissen Fitness-Begeisterte mittlerweile: Ein nicht festsitzender InEar verliert in allen Lagen außer der aufrechten schnell an Bass und damit gute Wiedergabequalität. Mittlerweile sind Silikonflügel Standard, die innerhalb der Ohrmuschel für Halt sorgen, weil sie bis fest einfach hineingedreht werden.

App hilft

Damit das nicht schmerzhaft endet, spendiert JBL gleich mehrere Größen von diesen Flügeln - die man Powerfins nennt - , dazu verschieden große Höraufsätze und befähigt on top die hauseigene Headphone App zu messen, ob die Lauscher wirklich optimal sitzen. Leider kann der Algorithmus nicht mitteilen, ob die gewünschte Konfiguration zu groß oder zu klein ist. Ein wenig Gefühl und Probiererei sind also dennoch gefragt. Am Ende jedenfalls sitzen die Reflect Pro Flow felsenfest. Verlust defacto ausgeschlossen.

An Land und zu Wasser

Allerdings, dieser Einschub muss sein, sind sie dann nicht für den Dauerbetrieb von maximal 30 Stunden am Stück geeignet. Denn die doch vergleichsweise voluminöse Bauart führt früher oder später zu einem leichten Druckgefühl, das natürlich jeder anders empfinden wird. Geschuldet ist die relative große, wenngleich kompakte Form dem Innenleben, das sich sehen lassen kann. JBL hat hier je einen 6,8-mm-Treiber mit 16 Ohm Impedanz verbaut sowie gleich drei Mikrofone. Es findet sich zusätzlich ein 85 mA-Akku und nicht zuletzt sind die Schallwandler nach IP68 zertifiziert. Mann kann sie also bis 1,5 Meter Tiefe und 30 Minuten mit ins Wasser nehmen. Das ist schon sehr ordentlich. Und dennoch wiegen sie pro Seite nur 7,2 Gramm. Gewicht spielt also beim Tragen eher keine Rolle.

Bis ins Detail anpassbar

Mittels der App lassen sich weitere Einstellungen am Hörer vornehmen, etwa die Steuerung derselben, die man auch kontaktlos via Google oder Alexa erledigen kann. Wie bei anderen Geräten, steht zudem ein Equalizer zur Verfügung, um Höhen, Mitten oder Bässe den eigenen Vorlieben anzupassen. Cool: Wer schonmal seine favorisierte Einstellung mit anderen JBL-Hörern gefunden hat, kann diese einfach auf die Reflect Pro Flow anwenden. Und nicht zu verachten sind ebenso die Arbeitsmodi. Denn natürlich verfügen die Lauscher über Adaptives Noise-Cancelling mit Smart Ambient. Einerseits lässt man also die Umwelt draußen, andererseits holt man sie direkt hinein, um beispielsweise Gespräche zu führen, ohne die InEars aus dem Ohr drehen zu müssen. Wer will, bekommt das alles tatsächlich hands free.

Auch Sprachqualität top

Natürlich lässt sich problemlos telefonieren. Neben ANC und Smart Ambient ist das ein weiterer Einsatzort für die drei Mikrofone. Zwei dienen dem Gespräch, das jeweils dritte der Windunterdrückung. Wer nicht gerade im Cabrio über die Landstraße brettert, sollte sich also einer hohen Sprachqualität erfreuen können. Das gilt ebenso für Meetings. Denn dank der Bluetooth-Anbindung sind die Hörer mit allen koppelbaren Geräten kompatibel, also auch Laptop & Co. Und da die Reflect Pro Flow mit Dual Connect arbeiten, lassen sie sich einzeln nutzen.

XXL-Ladebox

Aufbewahrungsort und Ladestation ist wie gehabt die Box, an der sich in diesem Falle die Geister scheiden. Sicher, die InEars sind etwas größer, aber das Ladecase scheint, eingedenk seiner über 60 Gramm, etwas aus dem Leim gegangen. Dazu mutet die Hartplastik-Ausführung mit ihrer kratzempfindlichen Oberfläche nicht so hochwertig an, wie man es von JBL eigentlich erwartet. Verbaut wurde hier ein 540 mAh-Akku, der neben USB-C auch mit einer Qi-Platte funktioniert.

Starker Auftritt

Am Ende erweisen sich die Reflect Pro Flow als sportliche Allrounder. Gewohnt toller Sound, individualisierbare Steuerung, wenn gewollt per Sprachassi, felsenfester Sitz und widerstandsfähig gegen Staub und Feuchtigkeit bis hin zum Einsatz im Wasser. Zusammen mit der App ein wirklich starker Auftritt, den nur die XXL-Aufbewahrungskiste etwas trübt. Für mittlerweile knapp 160 Euro nicht gerade ein Schnapper, aber allemal das Geld wert.

Test-Fazit

Mit den Reflect Pro Flow bringt JBL einen echten Sportler an den Start: felsenfest im Sitz, stark im Sound, ausdauernd in der Leistung und mit Nehmerqualitäten an Land und im Wasser. Dafür geht es in Sachen Bequemlichkeit und Größe mitunter etwas robuster zu.

JBL Reflect Pro Flow

Bauart: InEar Kopfhörer
Treiber: 6,8mm
Impedanz: 16 Ohm
Ausstattung: ANC, Sprachassistenten
Akku: 85 mAh, 30 Stunden
Schutzklasse: IP 68
Preis: ca. 160 Euro