Keine Frage, mit dem P30 konnte Huawei Fachwelt und Konsumenten vor allem in Sachen Foto in Erstaunen versetzen. Und der Nachfolger des Kamera-Künstlers, P 40, beweist, dass dies keine Eintagsfliege war. Nun versucht man, in einem neuen Feld vorn mit dabei zu sein und präsentiert einen eigenen ersten Smart-Speaker. Auch mit dem sorgen die Chinesen gleich für Aufmerksamkeit. Denn niemand geringeres als Devialet haben sich die Macher aus Fernost als Kooperationspartner ausgesucht. Die Franzosen sind bekannt für erstklassige Lautsprecher und Verstärker, exklusiv in Design und Preis. Ersteres kann der Sound X nicht zwingend für sich beanspruchen. Nicht nur, weil Smartspeaker allein schon des Einsatzes wegen einer gewissen Form folgen. Und dieser hier ganz besonders dem Apple Homepod. Zur Ehrenrettung allerdings sei gleich hinterher geschickt, dass der Sound X in seinem Materialmix aus robustem Gewebe an der Unterseite und Klavierlackoptik ansonsten, gleichwohl sehr viel ästhetischer und hochwertiger daherkommt. Und seine beiden seitlichen Öffnungen, die den verbauten Subwoofern Möglichkeit zum atmen geben, lassen ihn auch auf den ersten Blick als Lautsprecher erkennbar werden. Nicht als umhäkelte Klopapierrolle, wie Spötter das Apfelprodukt geißeln.

Noch kein Sprach-Assistent

Die Hochglanzoberfläche ist insofern unbedenklich, als dass sich alle Bedienelemente an der Oberseite auf einem getrennt montierten Teller befinden, der sich unabhängig vom Rest schnell reinigen lässt. Aber eigentlich funktioniert der Sound Xhands free. Es gibt zwar vier Steuerlelemente, von denen zwei nicht oder kaum und die anderen beiden eigentlich auch nicht gebraucht werden. Wer den Speaker nämlich einmal via Bluetooth gekoppelt hat, muss nur noch dafür sorgen, dass er mit dem geschickt an der Unterseite versteckten Kabel ständig am Strom ist. Dann reicht nämlich eine kurze Handbewegung über genanntem Teller und der Lautsprecher erwacht zum Leben. Alle weitere Bedienung kann ausschließlich über die Quelle, hier also meist das Smartphone, erfolgen. 
Wer jetzt die Spracheingabe vermisst, täuscht sich nicht. Denn auf Grund der Restriktionen gegen Huawei hat bisher kein entsprechender Assistent Eingang ins schicke Gehäuse gefunden. Daher ist auch das Mikrofonsymbol an der Oberseite derzeit überflüssig, es gibt ja nichts zu befehlen. Angeblich soll dieser Makel per Update behoben werden. Termin offen.
So bleibt der Sound X in erster Linie ein Bluetooth-Lautsprecher. Und als solcher steht er natürlich in Konkurrenz mit all jenen Kraftzwergen, die mehr oder minder gut Musik da wiedergeben, wo der User es möchte. Das gilt für den eleganten Chinesen nur bedingt, denn der Verzicht auf einen eigenen Akku macht ihn vom Netz abhängig und schränkt so entsprechend die Möglichkeiten ein. Wo er aber mal aufgestellt wird, da steht er felsenfest.

Knackiger Bass

Nicht nur, weil etwas mehr als satte zwei Kilo eine Ansage in Sachen Gewicht sind, sondern auch, weil die Push-Push Woofer unser französischen Nachbarn eigentlich nichts aus Ruhe und Gleichgewicht bringen kann. Bis tief in den Basskeller reicht der Frequenzgang. Ob die beschriebenen 40Hz tatsächlich erreicht werden, sei mal dahingestellt. Fakt ist jedenfalls, dass die LFE-Abteilung für einen trockenen und natürlichen Punch sorgt. Hier wird nichts aufgepumpt oder nachgefedert. Wo Wumms drin ist, kommt auch Wumms raus. Das kann in dieser Kategorie keiner besser. Da merkt der Hörer die Gene echter High End Lautsprecher. Zwei von diesen Woofern wurden verbaut, sechs weitere Hochtöner hat Huawei selbst beigesteuert. Diese wurden kreisförmig angeordnet, so dass im günstigsten Fall der Sound sich komplett räumlich ausbreitet. Soweit die Theorie. Denn Reflexionen und Interferenzen können Klang in jede Richtung beeinflussen. Insofern erweist sich der Weg zum besten Ergebnis als aufwendig, denn durch den Ringaufbau reagiert der Klang je nach Quellmaterial empfindlich auf Wände und Gegenstände in unmittelbarer Nähe. Dazu, aufmerksame Zeitgenossen haben es längst gemerkt, fehlt in der Konfiguration etwas. Genau, die Mitten. Ganz tief und ganz hoch sind abgedeckt, das dazwischen ergibt sich im günstigsten Fall aus dem, was zugespielt wird. Wenn da wenig ist, bleibt der Sound auch mal recht körperlos. Erst recht, wenn man versucht, ganze Räume zu versorgen. Zwar soll ein Schalldruck von bis zu 95 db erreicht werden, das ist aber nicht gleichbedeutend mit sattem, vollen Klang. Manchmal bleibt da nur noch laut.
Da der Sound X Hi-Res-Audio zertifiziert ist, darf sich sein Besitzer aber darauf verlassen, dass, desto besser oder hochaufgelöster das Ausgangsmaterial ist, die Qualität der Wiedergabe in gleichem Maße mit ansteigt. Insofern ist bei der Beurteilung des Huawei Speakers nicht unerheblich, wer ihn für welchen Zweck erworben hat. Solange der Sprachassi fehlt, bleibt er nur ein Lautsprecher. Für die einen ob der knapp unter 300 Euro ein relativ teurer, für die anderen dank des Devialet-Anteils geradezu ein Schnäppchen. Einzig jene, die auch ein Huawei-Handy ihr eigen nennen, dürfen sich zudem über eine noch einfachere Kopplung freuen. Denn da reicht es, das Smartphone in die Nähe des Klavierlack-Eis zu bringen und schon startet die Wiedergabe.