Smartwatches für mehrere hundert Euro und Fitness-Tracker für ein paar Zehner. Das Angebot an überwachenden Helferlein am Handgelenk wird so langsam unübersichtlich. Huami Technology trägt einiges dazu bei. Unter dem Markennamen Amazfit bieten die Chinesen mit ihrer Bip-Reihe gleich vier Modelle an, die irgendwo zwischen Highend- und Budget-Geräten liegen.

Eine Bip für alle Fälle

Auf den ersten, flüchtigen Blick könnte man gar meinen, es mit einer Apple-Watch zu tun zu haben. Zumindest entspricht die äußere Bauform dem Premium-Produkt. Doch für einen Zehntel des Preises gibt’s selbst aus Fernost keine Apfel-Konkurrenz. Wobei, mit der GTS 2 hat man schon ein entsprechendes, deutlich günstigeres Exemplar im Portfolio. Doch Thema heute sind eher die Fintness-Tracker, die bei Amazfit unter Bip firmieren. Aktuell stehen die Bip S und die Bip U in jeweils zwei Ausführungen zur Verfügung. Um die Verwirrung komplett zu machen, erhielt die höherwertige U den Zusatz Pro, während die etwas abgespeckte S ein Lite verpasst bekam.
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Im Gegensatz zu den deutlich teureren Smartwatches aus eigenem Hause verfügen die Tracker nicht über eine AMOLED-Display. LED muss hier reichen. Die Ablesbarkeit ist dennoch oder vor allem deshalb sehr gut, besonders bei direkter Lichteinstrahlung. Die Diagonale der allseits mit Corning Gorilla 3 geschützen Oberflächen beträgt 1,43 Zoll bei den U-Modellen und ist dort auch höher aufgelöst als bei den 1,28-Zoll großen S-Ausführungen. Gewicht oder Wasserdichtheit - hier bis 50 Meter - sind bei allen Exemplaren gleich. Ebenso die Dimensionen der mit einem Schnellverschluss versehenen Wechselarmbänder. Zum Einsatz kommt überall der hauseigenen Biotracker sowie ein Dreiachsiger Beschleunigungssensor.

Ansichtssache: U oder S

Generell ist die U-Linie die hochwertigere, verfügt über mehr Sportmodi und Überwachungsfunktionen sowie Blutsauerstoff-Messung. Einen Schlaftracker dagegen haben alle Modelle eingebaut. Ebenso lässt sich der Music-Player des Handys via Bluetooth steuern wie auch Nachrichten und App-Infos angezeigt werden. Dazu gibt es PAI, ein System zur Bewertung des Gesundheitszustands, on top. GPS wiederum stellen nur die jeweils besseren Ausführungen beider Reihen zur Verfügung. Während die Pulsüberwachung mit entsprechenden Warnungen auf allen Geräten verfügbar ist, muss, wer mehr an Gesundheitsmonitoring möchte, zur U-Serie greifen. Da gibt’s dann vom Stressmanagement, über Atemübungen bis hin zum Periode-Kalender alles.

Informativ via Zepp-App

Vollumfänglich funktioniert dies bei grundsätzlich allen Geräten aber nur mit Hilfe der Zepp-App. Denn die Bip-Tracker verfügen nicht über built-in Speicherplatz. Vermerkt werden nur die neuesten Daten. Wer den Überblick haben will, muss also regelmäßig Zepp öffnen. Dann funktioniert der Download schnell und problemlos. Überhaupt ist Zepp das Zentrum des Amazfit-Universums. Logisch aufgebaut, auch für mehrere User und Geräte nutzbar, gibt es hier fast den Overkill an Daten und Analysen. Ob alles und immer so 100prozentig stimmt, sei einmal dahingestellt. Aber die Angaben sind logisch und nachvollziehbar und geben in jedem Fall eine wichtige und richtige Orientierung in Sachen Körper, Bewegung, Gesundheit.

Rekordverdächtige Ausdauer

Dafür reicht eigentlich auch schon die generell etwas abgespeckte S-Ausführung. Die zwar wenigen Sportmodi umfassen zumindest die geläufigsten - inklusive Schwimmen, da ja alle Geräte wasserdicht sind. Die grafische Darstellung ist zwar einfach, aber übersichtlich. Wer zu S greift, kann dazu unter mehr als 150 Zifferblättern wählen - wobei die über 50 für die U auch nicht so schlecht sind. Und die vermeintlich einfachere Version - egal ob Lite oder nicht - bietet immerhin Always-On-Display und eine Laufzeit, die bei sparsamer Nutzung 30 (Lite) bis 40 Tage reicht. Das ist echt rekordverdächtig. Im vergleichbaren Modus geht der U schon nach neun Tagen die Puste aus, was aber auch nicht wirklich schlecht ist.

Leichtgewichtige Begleiter

Gesteuert werden alle Varianten über einen einer Uhrenkrone nachempfundenen Drücker, dessen Funktionen teils frei belegt werden können. Den Rest leistet das berührungsempfindliche Display. Bei Meldungen oder Warnungen vibrieren die Tracker leicht, was nicht unangenehm ist. Gleiches gilt für Haptik und Gewicht. Das Polycarbonat-Gehäuse wiegt jeweils nur wenige Gramm, das Silikonarmband ebenso. Wirklich spüren tut man die Geräte am Handgelenk also nicht.

Die Qual der Wahl

Amazfit macht es echt nicht leicht, sich für den richtigen Tracker zu entscheiden. Zumal zwischen der preiwertesten S Lite und der teuersten U Pro gerademal 20 Euro liegen. Und da reden wir über 60 Euro als Maximalforderung. Wer sich für die „teuerste“ entscheidet bekommt zumindest den eingebauten Kontakt zum Sprachassistenten Alexa, wenngleich bisher nur in englischer Sprache. Am Ende dürften persönliche Vorlieben entscheiden, die Akkulaufzeit, die Watchfaces, die Sportmodi betreffen. Vielleicht ist in Zeiten, in denen Corona unter uns ist, aber auch die Blutsauerstoffsättigung das ausschlaggebende Element. Falsch macht man hier sicherlich nichts, zumal alle Versionen fürs Geld mehr als eine ordentliche Gegenleistung bieten.

Amazfit Bip-Serie


Bip U Pro

Bip U

Bip S

Bip S Lite

Amazfit-Website