Wer es erstmal geschafft hat, seine eigenen vier Wände mit einem ordentlichen Internet-Anschluss zu versorgen, will natürlich dann überall auch den vollen WLAN-Genuss, egal ob Küche, Bett oder Badewanne. Doch Raumgröße, vor allem aber Wände und Stockwerke sind der natürliche Feind des drahtlosen Internet-Vergnügens. Damit man möglichst unterbrechungsfrei online sein kann, muss technisch aufgerüstet werden. Und Hilfe ist nicht weit.

Effektivstes WLAN für Privatleute

Voraussetzung für möglichst flächendeckendes WLAN ist natürlich ein entsprechend leistungsstarker Router. Klar, der Aufstellort spielt eine ernstzunehmende Rolle. Aber auch, welche Übertragungsraten die Basistation ermöglicht und, ob gar mehrere Verbindungen gleichzeitig möglich sind. TP Link schickt hier beispielsweise den Archer C 80 ins Rennen. Mit derzeit unter 60 Euro schon im Budget-Bereich. Leistungsseitig aber durchaus Oberklasse. Er gibt das Signal im 2,4GHz-Band mit bis zu 600 Mbit/s weiter, wer 5GHz nutzen kann, darf sich gar an Geschwindigkeiten von bis zu 1,3 Gbit/s erfreuen. Dazu bedient der etwas futuristisch anmutende schwarze Kasten die 3×3 MIMO Technologie. Damit ist der Router in der Lage, Datentransfer- und Empfang auf drei Streams für Verbindungen zwischen mehreren Empfängern gleichzeitig herzustellen.
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Das ist die derzeit effektivste Art der kabellosen Datentübermittlung im Privatbereich. Dank Beamforming werden die Streams in Richtung der Endgeräte ausgerichtet. Und Quality of Service bevorzugt die wichtigen Empfänger. Damit wird sichergestellt, dass die Endgeräte mit konstant hohem Datenbedarf vorrangig „beliefert“ werden, also bspw. der Videostream vor der Online-Surfen. Nicht zuletzt bietet der C80 noch vier LAN-Ports, für alle Geräte, die sich im näheren Umfeld befinden. Einen USB-Anschluss indes sucht man vergebens und ebenso alle Möglichkeiten für die IP-Telefonie.

Einrichtung per App wie plug&play

Vom ganzen Fachchinesisch indes muss der User keine Ahnung haben. Denn die Einrichtung ist defacto plug&play. Mit Hilfe der hauseigenen Tether-App, die bei allen TP-Link-Geräten zum Einsatz kommen kann, wird der Router defacto selbsterklärend in Betrieb genommen. Die Smart-Connect-Function zu aktivieren bringt dabei Vorteile, weil 2,4- und 5 GHz-Band zu einem Netzwerk verbunden werden und der Archer dem Empfänger immer die beste Verbindung anbietet - sofern 5GHz verarbeitet werden können. Gelungen für Familien mit minderjährigen Kindern ist auch die Elternkontrolle. Via App und Router können Passwörter für den Zugang, Nutzungszeiten oder zugängliche Inhalte konfiguriert werden. Das hat den Vorteil, dass man nicht direkt auf dem Endgerät Einstellungen vornehmen muss. Und nicht zuletzt ist die Einrichtung eines Gastnetzwerkes eine coole Sache, wenn man Haushaltfremden WLAN ermöglichen will, ohne das eigene gesicherte Netzwerk für andere zu öffnen.

Dank Repeater WLAN im ganzen Haus

Alles gut und schön. Doch auch der Archer stößt bei Decken und Stockwerken an seine Reichweitengrenze. Zwar ist die Übertragungsrate mit rund der Hälfte nach zwei Betonwänden immer noch ordentlich. Doch je weiter man von der Quelle entfernt ist, desto größer der Verlust, v.a. auch im viel genutzten 2.4 GHz-Bereich. Da hilft nur ein WLAN-Repeater, der das anliegende Signal verstärkt. Mit dem RE330 ist in vielen Fällen und bei kleineren Wohnungen bzw. geringerer Ausgangsleistung schon viel geholfen. 300 bzw. fast 900 Mbit/s im 2.4 / 5 GHz-Band sind die Leistungsgrenzen des eher handlichen weißen Kastens, der in die Steckdose kommt. Dank eines LAN-Anschlusses kann der Repeater aber auch den kabelgebundenen Internetanschluss in ein einfaches WLAN verwandeln.
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Wem die Leistungsmöglichkeiten nicht reichen, der holt sich mit dem deutlich größeren und mit drei Antennen bestückten RE550 kabelloses Internet satt ins ganze Haus. Gleichzeitig 600 bzw. 1200 Mbit/s in beiden Frequenzbereichen sind die Obergrenzen. Der Ethernet-Anschluss kann dazu ein kabelgebundenes Gerät in Gigabit-Geschwindigkeit versorgen. Und auch als ein einfacher Accesspoint - wie der kleine Bruder - steht der Repeater zur Verfügung. Die Einrichtung beider Geräte erfolgt ebenfalls nahezu selbsterklärend über die Tether App. Kleine LED-Leuchten geben dabei jederzeit Auskunft über Signalstärke und damit Qualität des Aufstellungspunktes. Wichtig auch, beide Repeater arbeiten nahezu problemlos mit allen Routern zusammen. Eine kleine Einschränkung gibt es. Denn die beiden Frequenzbänder lassen sich via App und Gerät nicht zu einem vereinigen. Damit geht ein stückweit der Vorteil verloren, dass je nach Anwendung das passende Band zugewiesen werden kann. Aber dennoch, in der Praxis überzeugen beide Erweiterungen, nicht nur in Sachen schneller Einrichtung. Ebenso bei den Übertragungsraten. Weniger als die Hälfte Leistungsverlust im anderen Stockwerk, rund zehn Meter vom Fremd-Router entfernt, das kann sich sehen lassen und stellt manche Konkurrenz in den Schatten.

OneMesh als beste Lösung

Die volle Leistungskraft allerdings vermögen Archer - also Router - und Repeater nur im Zusammenspiel zu entfalten. Dann wird nämlich das WLAN-Signal nicht einfach verstärkt, sondern zu OneMesh ausgebaut. Damit bewegt man sich im ganzen Haus in einem einzigen, homogenen Netzwerk. Das Empfangsgerät wird je nach Anforderung und Nutzung intelligent vom Router an den Repeater übergeben. Damit ist in jedem Winkel wie auch in der Bewegung eine möglichst gleichbleibende WLAN-Versorgung sichergestellt. Und dann ist auch die adaptive Pfadauswahl möglich, die automatischer die schnellste Verbindung zum Router herstellt und somit den höchstmöglichen Datendurchsatz sicherstellt.
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Im Gegensatz zum Archer C80 sind E330 und E550 keine Schnäpchen, aber für die Performance in Sachen OneMesh und im Vergleich zur qualitativ gleichwertigen Konkurrenz immer noch günstig. Unterm Strich gibt’s OneMesh schon für knapp über 100 Euro. So viel darf gutes WLAN im Haus ganz sicher kosten.

Test-Fazit

Sowohl der TP-Link-Router wie auch die WLAN-Repeater bewähren sich in der Praxis. Sie sind über die Tether-App leicht einzurichten, ohne dass besondere Fachkenntnisse notwendig wären. Auch wenn die Repeater mit anderen Routern kompatibel sind, so holt das beste WLAN - OneMesh - heraus, wer in der Produktfamilie bleibt. Der Preis dafür ist mehr als akzeptabel.