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Cottbuser Kunstmuseum macht "Zirkus"

Harald Metzkes: „Das Wagnis der Seiltänzerin“Foto: Andreas Seeliger, Privatsammlung
Harald Metzkes: „Das Wagnis der Seiltänzerin“Foto: Andreas Seeliger, Privatsammlung © Foto: VG Bild-Kunst Bonn
Thomas Klatt / 18.05.2017, 20:00 Uhr
Cottbus (MOZ) Man kann es fast hören, das Schnauben der Pferde, Dompteure schreien Löwen etwas Unverständliches zu. Clowns stolpern über einen Wassereimer und bringen Kinder zum Lachen. Eine Kapelle spielt zwischen den Nummern Tanzmusik. Es gibt Zirkusdirektoren, Akrobaten, Schlangenbeschwörer. Elefanten trompeten, Staub wirbelt auf und Sägespäne fliegen. Es ist eine Welt von gestern, die den Betrachter einholt. Damals, als einmal im Jahr der Zirkus in die Stadt kam und alle hingingen. Man musste schließlich mitreden können am nächsten Tag in der Schule, im Job oder im Sportverein.

Das Cottbuser Kunstmuseum dkw. hat jetzt etwas aus jener Zeit zurückgeholt. Die Ausstellung "Zirkuszauber" zeigt seit wenigen Tagen 150 Arbeiten von Künstlern zum Thema. Große Namen betreten die Manege: Max Beckmann, Marc Chagall, Otto Dix, Conrad Felixmüller, George Grosz, Hanna Höch, Pablo Picasso und viele andere. Die kunterbunte Welt der Artisten, Clowns und exotischen Tierdressuren hat schon immer Maler und Grafiker in ihren Bann gezogen. Der Zirkus als eine Entführung aus dem Grau des Alltags - wo aber Magie und Melancholie dicht nebeneinander liegen. So hängen farbenfrohe Blätter, etwa von Max Schwimmer und Wilhelm Lachnit, neben dem "Traurigen Clown" von Bernhard Buffet oder der Grafikmappe des bisher unbekannten Arminius Hasemann, die einen Bogen zwischen Verführung und Tod spannt.

Der Mann, der so etwas sammelt - es sind mittlerweile gut 900 Werke - heißt Wolfgang Finkbein und wohnt in Dresden. Mit einem Schuhkarton voller Exlibris und einer undatierten Radierung  namens "Der Affe als Dompteur" von Sascha Kronburg-Roden fing es vor 40 Jahren an. Heute gilt seine Sammlung als eine der üppigsten zum Thema.

Das Cottbuser Kunstmuseum ergänzt die sehenswerte Schau mit Arbeiten aus der eigenen Sammlung, darunter Malereien von Hubertus Giebe und Heinz-Karl Kummer, Arbeiten auf Papier von Eckard Böttger und Dieter Zimmermann sowie Fotografien von Ute Mahler und Alexander Rodtschenko.

"Zirkuszauber. In der Kunst des 20. Jahrhunderts", bis 20.8., Di-So 10-18 Uhr, Pfingstmontag geöffnet, Kunstmuseum Dieselkraftwerk, Am Amtsteich 15, Cottbus, Telefon: 0355 49494040

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