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Wer den Nationalpark Unteres Odertal besucht, kann eine fast intakte Flussmündung bewundern. Hier leben mehr als 145 Vogelarten. Besucher finden sich inmitten von Flussauen, Laubmischwäldern und Blumenfeldern wieder. Sie können den Park mit dem Kanu durch die Flusslandschaft oder mit dem Fahrrad über den Oder-Neiße-Radweg erkunden.

© Foto: MOZ/Oliver Voigt

Fotografie
Fontane mit der Drohne verfolgt

Freut sich über seinen ersten Bildband: Karsten Schirmer hat die Orte, die Fontane besucht hat, aus einer Perspektive festgehalten, die man selbst kaum einnehmen kann.
Freut sich über seinen ersten Bildband: Karsten Schirmer hat die Orte, die Fontane besucht hat, aus einer Perspektive festgehalten, die man selbst kaum einnehmen kann. © Foto: Markus Kluge
Markus Kluge / 30.05.2019, 12:34 Uhr
Neuruppin (MOZ) Karsten Schirmer hat sie fast alle gesehen – die Orte, die Schriftsteller Theodor Fontane (1819 bis 1898) in seinen bekannten "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" beschrieben hat. Aber der 57-Jährige kennt sie dazu noch im Licht der verschiedenen Tages- und Jahreszeiten und aus der Luft. Denn der Fotograf hat einen Bildband "Über den Schlössern und Seen – Theodor Fontanes Brandenburg" herausgebracht.

Nichts Modernes

Mehr als 9 000 Kilometer hat er dafür in Brandenburg zurückgelegt. "Im Spreewald war ich viermal, bis das Licht passte und ich einmal Bilder machen konnte", sagt Schrimer. Und nicht nur das. Fast immer reiste der Lehnitzer, der in Oranienburg ein Fotostudio hat, zu Zeiten an, an denen niemand mehr auf der Straße war. Denn Schrimer fotografierte die Orte mit einer Drohne aus der Vogelperspektive. Aus etwa 40 bis 50 Metern Höhe war ihm wichtig, dass "nichts Modernes" die Fontane-Orte stört – kein Fußgänger und kein Auto.

Entstanden sind dadurch stimmungsvolle Aufnahmen jenseits der bekannten bunten Postkartenmotive: das Forsthaus Rottstiel im Winterwald, die Lindower Klosterruine im Sonnenaufgang, das Schloss Oranienburg vor einer Nebelkulisse und das Schloss Rheinsberg zur blauen Stunde. Schirmers Lieblingsmotiv und gleichzeitig auch eines der beeindruckendsten Bilder ist die Siegessäule in Hakenberg vor einer dramatisch wirkenden Wolkenkulisse. "Ich kannte die Säule schon. Aber es ist spannend, wenn man weiß, welche Schlacht dort geschlagen wurde", so Schirmer. An dieser Stelle war schließlich nicht nur Fontane. Die Säule erinnert an die siegreiche Auseinandersetzung der brandenburg-preußischen Truppen gegen die Schweden im Jahr 1675, die auch als Geburtsstunde Preußens angesehen wird. Im Bildband wird darauf nicht direkt eingegangen. Denn zu jedem Ort gibt es die Beschreibung aus der Feder Fontanes – mit der Übersetzung ins Englische.

Idee in Gentzrode geboren

Die Idee, die Fontane-Orte aus der Luft zu fotografieren, kam Schirmer, als er Anfang 2018 das Gut Gentzrode ablichtete und sich das Fontane-Jahr ankündigte. Den ersten Wanderungen-Band kannte Schirmer noch. "Bei den anderen war ich nicht mehr so auf dem Laufenden", sagt er. Bevor er sich in Brandenburg auf den Weg machte, galt es also noch einmal in die Welt des Schriftstellers einzutauchen und dessen Wege nachzuvollziehen.

Allerdings war es anschließend auch nicht einfach damit getan, die Fotos zu machen. Jedes Mal, wenn der 57-Jährige seine etwa fünf Kilogramm schwere Drohne, die eine Spannweite von 1,20 Meter hat, aufsteigen ließ, musste er eine Genehmigung vom Ordnungsamt und vom Grundstückseigentümer in der Tasche haben. Zudem wollten die Behörden auch seinen Drohnenführerschein sehen, den er dafür vor Jahren abgelegt hat  und der einem Pilotenschein nicht ganz unähnlich sei: "Man muss sich mit allen luftrechtlichen und meteorologischen Dingen auskennen."

Nicht immer hatte Schirmer mit seinem Anliegen Erfolg. Während er vom Bundeskanzleramt problemlos eine Genehmigung erhielt, das streng bewachte Gästehaus der Bundesregierung in Meseberg abzulichten, war das im Nationalpark Unteres Odertal nicht möglich. Natur- und Vogelschutz haben dort Vorrang.

Das Buch "Über den Schlössern und Seen – Theodor Fontanes Brandenburg" hat 104 Seiten und ist bei Culturcon medien in einer Auflage von 1500 Stück erschienen. Es kostet 32 Euro und ist im Buchhandel erhältlich. Infos unter www.schirmerfoto.de.

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Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.

Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel.⇥kürzel

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