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© Foto: MOZ/Oliver Voigt

Die Feuerwehr Werneuchen braucht neue Schutzkleidung. Die Stadtverordneten beschlossen am Donnerstag, die Bestandsaufnahme abzuwarten.

Sicherheit
Neue Ausrüstung ist fällig

Kerstin Ewald / 21.07.2019, 12:45 Uhr - Aktualisiert 22.07.2019, 11:00
Werneuchen (MOZ) Mächtig geärgert hat sich der Stadtverordnete Karsten Dahme (UWW), als er hörte, dass es in Werneuchen defekte Hydranten gibt und dass die Löschwasserzugänge nicht überall gut zugänglich sind. Von der Werneuchener Stadterwaltung  fühle er sich schlecht informiert, so sei sein Vertrauen in dieselbe erschüttert. Dies teilte er vom Rednerpult aus bei der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag als Begründung für eine Beschlussvorlage seiner Fraktion mit. Diese fordert eine "unverzügliche" Bestandsaufnahme zum Ausrüstungsstand der Feuerwehr, eine von der Verwaltung und dem Stadtwehrführer zu erstellende Prioritätenliste für technische und persönliche Ausrüstungsgegenstände sowie die entsprechende Finanzierung für Neuanschaffungen. 150 000 Euro will die Fraktion UWW/BVB dafür in den nächsten Haushalt eintragen.

Schutzkleidung erneuern

Es besteht kein Bedarf, den Zustand der Ausrüstung unserer Feuerwehr schwarz zu malen", entgegnete Bürgermeister Burkhard Horn. Auch gäbe es keinen Grund, "übereilt" vorzugehen. Die Bestandsaufnahme, die sich die UWW/BVB dringend wünscht, laufe außerdem schon seit einiger Zeit, so Horn. Dies bestätigte auch Stadtwehrführer Rayk Miekley in einer gemeinsamen Erklärung von ihm und dem Bürgermeister. Horn verlas sie auf der Sitzung. Miekleys Stellvertreter Steffen Gerigk, Ausrüstungsbeauftragter der Werneuchener Feuerwehr, berichtete von acht Atemschutzgeräten, die sofort ausgetauscht werden müssten, und von Einsatzanzügen, die mitunter schon 20 Jahre alt seien. Da die Schutzwirkung mit der Zeit nachlasse, müsse die Anschaffung neuer Anzüge mit oben auf der Prioritätenliste stehen. Ein endgültiges Ergebnis der Bestandsaufnahme könne man in zirka vier Wochen liefern, stellte er in Aussicht.

"Die Ausrüstung der Feuerwehr ist ein ständiges Thema in der Stadtverwaltung", geben Stadtwehrführer Miekley und Bürgermeister in der genannten Erklärung an, "Gespräche zwischen Wehrführung und Bürgermeister finden regelmäßig statt". Nur um die Defizite in der Beschlussvorlage der UWW/BVB zu korrigieren, hatte Horn sich gezwungen gesehen, ad hoc eine eigene Beschlussvorlage zum Ausrüstungsstand der Feuerwehr vorzulegen. Diese besagt auch, dass die Bestandsaufnahme bereits begonnen hat. Für die Haushaltplanung nennt er im Gegensatz zum UUW-Vorschlag noch keine konkrete Summe, sondern sieht eine "Kostenschätzung für die erforderlichen Anschaffungen" vor, die in Abstimmung mit der Stadtwehrführung in die Haushaltsdiskussion 2020 Eingang finden soll.

Bestandsaufnahme abwarten

Auch Thomas Gill, Fraktionschef der SPD, meldete sich in der "Feuerwehr-Debatte" zu Wort. Unzufrieden zeigte er sich mit dem Verlauf der Diskussion.  "Wohl sehe ich, dass bei der Ausrüstung der Feuerwehr dringend nachgesteuert werden muss,", so Gill, "allerdings hätte ich mir eine Verständigung aller Fraktionen zu diesem Thema gewünscht."

Auf Antrag von Jeannine Dunkel, Fraktionsvorsitzende CDU, einigten sich die Abgeordneten schließlich mehrheitlich darauf, die laufende Bestandsaufnahme abzuwarten und danach die resultierenden Beschlüsse zu fassen.

Feuerwehr traf Fraktionen

Im Vorfeld der Sitzung hatte sich die im Dezember neu eingeführte Wehrführung um Rayk Miekley bei allen Werneuchener Fraktionen vorgestellt und auf dringend nötige Anschaffungen hingewiesen. Dies und die lange Ausschuss-Pause wegen der Wahl sowie der laufende Bürgermeister-Wahlkampf dürften zur aktuellen Dynamik in der "Feuerwehr-Debatte" geführt haben.  Die defekten Hydranten, von denen Karsten Dahme gesprochen hatte, waren auf der Sitzung am Donnerstag kein Thema mehr. Falls es in Werneuchen tatsächlich Probleme mit der Löschwasserzufuhr geben sollte, müssen sich wohl die Stadtwerke mit ihrem neuen Geschäftsführer des Problems annehmen.

Gefahren- und Risikoanalyse

Im Land Brandenburg haben die örtlichen Aufgabenträger – wie Städte und Gemeinden – turnusmäßig "Gefahren- und Risikoanalysen" zu erstellen und in einem Gefahrenabwehrbedarfsplan den örtlichen Verhältnissen entsprechend Schutzziele festzulegen. Aus diesen resultiert die Personal- und Sachausstattung der Feuerwehr sowie die angemessene Löschwasserversorgung. 2019 lässt auch die Stadt Werneuchen wieder die "Gefahren- und Risikoanalyse" für rund 18 000 Euro erstellen. Davon unabhängig muss die Feuerwehr ihre Schutzausrüstung wie Atemschutzgeräte aber regelmäßig kontrollieren und, wenn nötig, mangelhafte Ausrüstungsgegenstände ersetzen. ⇥kew

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