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Neuzelle - Das Barock-Wunder

Neuzelle - Das Barock-Wunder

Jährlich pilgern etwa 200 000 Touristen nach Neuzelle in der Nähe von Eisenhüttenstadt. Der Ort besitzt einige der bedeutesten Kulturdenkmäler Brandenburgs - viel mehr - Europas. Das Kloster Neuzelle wurde 2014 nahezu komplett fertig saniert. 2015 eröffnete das Museum "Himmlisches Theater" mit einem aufwendig restaurierten Barock-Theater. Auch der Klostergarten sucht seinesgleichen in Deutschland.

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Neuzeller Stiftung empfängt restaurierte Schätze

"Kreuztragung Jesu" zurück im Kloster

Der prüfende Blick: Restauratorin Mareike Kamm ist Spezialistin für die Restaurierung von Gemälden und Holzobjekten. Sie hat daran mitgearbeitet, dass die Passionsdarstellung "Heiliges Grab" bald wieder in Neuzelle zu sehen ist.
Der prüfende Blick: Restauratorin Mareike Kamm ist Spezialistin für die Restaurierung von Gemälden und Holzobjekten. Sie hat daran mitgearbeitet, dass die Passionsdarstellung "Heiliges Grab" bald wieder in Neuzelle zu sehen ist. © Foto: MOZ
Heike Hahn / 05.09.2014, 07:55 Uhr
Neuzelle (MOZ) Manchmal ist "gut gemeint" einfach falsch. So wie das Holzschutzmittel, das in den 1950er-Jahren auf die empfindlichen Szenenbilder der Passionsdarstellung aufgetragen wurde. Kulturhistorisch seien sie deshalb laut Landeskonservator Thomas Drachenberg zwar ein Schatz sondersgleichen - "technisch gesehen war es aber Sondermüll", scherzte er am Donnerstag im Refektorium.

Für Erheiterung bei der Übergabe der 40 restaurierten Bühnenbilder mit dem Titel "Kreuztragung Jesu" des barocken Kulissentheaters sorgte auch die Erkenntnis, dass mit der Rückführung der entscheidende Punkt erreicht ist, dass das Museum im März 2015 öffnen kann. "Baulich ist es so gut wie fertig", sagte Stift-Kulturdirektor Walter Ederer. Die Möbel fehlen noch - und eben das Kulissentheater.

Dass die Szenen nun für die Nachwelt erhalten bleiben, sei laut Ederer besonders dem Kulturministerium und der Ostdeutschen Sparkassenstiftung zu verdanken. "Ohne die Sparkasse würden wir auch heute nicht einmal über ein Museum nachdenken können", erklärte Ederer. Auch den Medienvertretern dankte er für ihr Interesse - durch zahlreiche Publikationen und Berichte über die Neuzeller Entwicklung sei es einfacher geworden, Fördermittel zu akquirieren und die Bedeutung des Schatzes der Bevölkerung zu vermitteln. "Ich mag solche Projekte, die nicht über Nacht erledigt sind, sondern über die man sich Gedanken macht", bekannte Friedrich-Wilhelm von Rauch, Geschäftsführer der Sparkassenstiftung. Dass man sich in der Stiftung Stift Neuzelle Gedanken gemacht hat, bewies Walter Ederer. "Der Bestand konnte nach 70 Jahren Arbeit gesichert werden, ein Drittel der Passionsdarstellung wurde rekonstruiert, 130 Einzelteile fehlen noch." Für deren Restaurierung benötige man nochmal 15 bis 20 Jahre, schätzte Walter Ederer.

Den Leinfarben auf Holz und Leinwänden wurde besonders durch die unsachgemäße Lagerung zugesetzt, führte Landeskonservator Drachenberg aus. Der Aufwand, sie wieder herzustellen, sei erheblich gewesen. Neben den Angestellten der Amtswerkstatt in Wünsdorf wurden acht freiberufliche Spezialistinnen beschäftigt. Sie entlockten den Gemälden und Holzobjekten "in Vollschutzanzügen" ihr überliefertes Antlitz.

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Kreuztragung Gerrit Freitag Passionsdarstellung Friedrich - Wilhelm von Rauch Kloster

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